Sitzungsberichte
der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Philosophisch-historische Klasse
Jahrgang 1933/34. 1. Abhandlung =====
Die koptischen Zaubertexte
ler Sammlung Papyrus Erzherzog Rainer
in Wien
Beschrieben und herausgegeben dtHSCTOR'S LIBRARY
von OSIEITAL IlS'TlVuTl
VIKTOR STEGEMANNüHVEHSiTY of Chicago
in Heidelberg
Mit 3 Tafeln und 1 Textabbildung
Eingegangen am 13. Mai 1933
Vorgelegt von Hermann Ranke
Heidelberg 1934
Carl Winters Universitätsbuchhandlung
Verlags-Nr. 2419
A. Vorwort.
Inhalt.
Seite
A. Vorwort 3
B. Verzeichnis der Texte 12
C. Texte und Kommentare . 30
1). Register 85
Nachträge 95
Neben den Zaubertexten aus den Sammlungen der koptischen
Papyri in Berlin, London, Manchester u. a., die bereits publiziert
sind, hat man die koptischen Zaubertexte der Papymssammlung
Erzherzog Rainer in Wien fast unbeachtet gelassen. Nur wenige
Stücke machte unmittelbar nach dem Erwerb J. Krall im V. Bande
der "Mitteilungen aus der Sammlung Rainer' im Wortlaut, einige
weitere im 'Führer durch die Ausstellung 1 dem Inhalt nach be-
kannt ; doch hat Krall im 'Führer' den Inhalt der Texte nicht immer
glücklich bestimmt.
Als ich, während mich Interpretationen zur Form und zu den
Legenden der koptischen Zaubertexte beschäftigten, im Jahre 1925
;tn eine Sammlung aller bekannten und teilweise sehr zerstreut
publizierten koptischen Zauberpapyri ging, wurde ich bei der
Durcharbeitung des von Krall veröffentlichten Wiener Materials
in Anbetracht der ungemeinen Reichhaltigkeit des Inhalts der
sonstigen in, der Sammlung Rainer vereinigten Papyri zu dem
Schluß gedrängt, daß der Anteil der Zaubertexte in dieser
Sammlung größer sein müßte als bekannt war. Um zunächst
die Texte, aus denen Khall a. a. 0. nur die Anfangsworte
zitiert, in ihrem ganzen Wortlaut kennenzulernen, durchforschte
ich im Jahre 1926 die Sammlung Rainer an Ort und Stelle. Die
Xotgemeinschaft bewilligte in zuvorkommender Weise das Geld
■im dieser Reise. Es gelang mir dabei, 37 weitere Texte, die z. T.
freilich in einem mehr als kläglichen Zustand sind, ans Licht zu
ziehen und abzuschreiben. Hinzu kamen acht im 'Führer' ver-
zeichnete, ebenfalls noch unveröffentlichte Stücke. Die bereits
publizierten Papyri wurden von mir damals neu kollationiert,
nachdem Stichproben ergaben, daß sich vieles besser lesen ließ
als zu Kealls Zeit, da in den seitdem verflossenen 30 Jahren
mancherlei Parallelmaterial bekannt geworden war.
l*
4
Viktor Stegemann.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer.
Die Herkunft der Wiener Zaubertexte ist für die meisten
Stücke heute direkt nicht mehr festzustellen, da in der Bibliothek
im allgemeinen ein besonderer Herkunftsvermerk bei den einzelnen
Stücken fehlt. Aber auf Grund eines Analogieschlusses aus der
Herkunft der anderen Texte dieser Sammlung, für die man
bindende Ergebnisse gewonnen hat, 1 kann wohl folgendes be-
hauptet werden: Die Zaubertexte gehören zu zweien von den
drei großen Teilsammlungen koptischer Urkunden, die auf
mancherlei Weise von Ägypten nach Wien gelangt sind. Die
eine Sammlung stammt aus dem Fayüm (Arsinoe) und aus dem
nahe dabei gelegenen Herakleopolis ; sie weist fast nur Stücke in
fayümischer Mundart auf. Die andere, zum größten Teil aus
saidisch abgefaßten Stücken bestehende Sammlung kommt aus
dem Gau von Schmün (Hermupolis). 2
Was der Sammlung der Zaubertexte unter den Rainerpapyri
das von den andern Sammlungen von Zaubertexten unter-
scheidende Gepräge gibt, ist folgendes: Es handelt sich bei diesen
Texten fast ausschließlich um Stücke des täglichen Gebrauchs.
Die meisten sind Heilungsamulette. Fast alle Stücke sind mit
dem Namen ihrer Träger versehen, während wir bisher fast
ausnahmslos Formulare von Zaubergebeten und Amuletten zu
Gesicht bekommen haben. 3 Die verwendete Schrift läßt deutlich
werden, daß die Amulette in niederen und in gebildeten Kreisen
der christlichen Ägypter geschrieben worden sind; sie wurden
wold auch in ihnen verwendet; auf den Gebrauch in gebildeten
Kreisen scheint mir neben der Schrift und der guten Sprache
1 Vgl. CPR II S. 7 f. 224 f. und 'Führer' S. XI f. - CPR III 1, 3 ff.
2 Die dritte Sammlung ans dem Weißen Kloster bei Achmim enthält nur
literarische Stücke.
s Kenntlich an dem bekannten N. N. (A.A., mim mgcibmim, mim rojcnim
u. ä.) statt des Namens. Namen tragen von den bisher bekannten Amuletten
und Zaubcrgebeten Berlin P 5535 [6], P 8503 [31]; London Or 4721 (1) [48],
Or 5525 [54], Or 5986 [56], Or 6172 [59], Or 6795 [60]. Or 6796 [62] R° u. V»,
Or 6948 (2) [64], Ryl. 106 [72], Taylek-Schecuteb- Cambridge 12, 207 [74], Oxford
MS (copte) C(P) 4 [76], Straßburg Ms copte 135 [80], Fep.er coli. 593 u. f. [123] (?),
Florenz mus. archeol. Nr. 5645 [84] und Sammlung Liehacev [119], d. h. 16 von etwa
70 Nummern. Diese Texte sind mit Ausnahme der Londoner Or 6795 und Or 6796
(darüber Knore I 29), die einer Sammlung angehören, au ganz zerstreuten Stellen
gefunden; die Wiener stammen aus den Schutthaufen der genannten Städte,
wohin sie vermutlieh nach Gebrauch weggeworfen wurden.
mancher Texte des X. — XII. Jahrhunderts auch der einmal ange-
führte Titel xupfa vor dem Namen einer Frau hinzudeuten. 1
1 Vgl. Komm, zu XIX 6. — Ich habe versucht, die Bevölkerungssehichten,
in denen die Magie im christlichen Ägypten verbreitet war, nach der Handschrift, der
Güte der Sprache und den Titeln der in den Texten als zaubernd erwähnten Personen
zu bestimmen. Letzteres kommt nur in dem zitierten Fall vor. Für die Zu-
weisung der andern Texte kommen also nur Schrift und Sprache in Frage. Ich
habe alle Texte paläographisch untersucht auf Grund einer koptischen Palaographie,
die von mir neu entworfen wurde, denn Htvernats Album de la paleogr. Copte
genügt für die Zeit bis zum IX. Jahrhundert heute in keiner Weise mehr. (Daß
diese Arbeit bisher ungedruckt blieb, liegt an der Ungunst der Zeiten). Durch Ver-
gleich der Schriften der in Urkunden- und Buchschrit't geschriebenen Zaubertexte
mit andern paläographisch einer bestimmten Zeit zuweisbaren Urkunden konnten
die Zattbertexte bis auf ganz wenige Stücke zeitlich eingeordnet werden. Diese
Ausnahmen weisen alle ganz ungeschickte Hände auf; ihre Entstehung dürfte in
Kreisen zu suchen sein, die Schwierigkeiten mit dem Schreiben hatten. Das
bestätigt auch die von dem literarischen Koptisch stark abweichende Ortho-
graphie dieser Texte. Es kommen als Besitzer dieser Stücke nur Bauern und
Arbeiter in Betracht. Die große Mehrzahl der Texte, besonders der umfang-
reicheren, ist in guter Urkundenschrift von gewandter Hand geschrieben und
muß von berufsmäßigen Schreiborn, vielleicht auf Bestellung, hergestellt worden
sein. Diese Art von Zaubertexten laßt sich vom IV. Jahrhundert bis in das
XII. Jahrhundert nachweisen; die meisten Stücke gehören ins VI.— VIII. Jahr-
hundert. Ihre Sprache und Orthographie ist nicht immer gut, aber der Text
pflegt durchaus verständlich zu sein. Ob die Schreiber z. T. auch Besitzer dieser
Amulette waren, steht dahin. Daß aber in gebildeteren Kreisen wenigstens
im VII. Jahrhundert die Magie verwandt wurde, glaube ich u. a. auch daraus
schließen zu können, daß zweimal die Bitte um erfolgreiche Rednergabe ('schön
reden') ausgesprochen wird. Sodann gehören der Zeit um das VII. Jahrhundert
die meisten Texte zu, deren Sprachgüte durchaus an die des literarischen Koptisch
li erankommt. Für die übrigens z. T. früheren Wiener Abgarb riefe (XXVI,
XLVI, L) und die magische Hs. in Leiden (Pleyte-Boesjsb S. 441 ff.) vermute
ich die Entstehung in kirchlichen Kreisen (im VI./VII. Jahrhundert) wegen der
starken Berührung der Texte mit den Liturgien (Keopi- III § 319 ff., 390 ff.).
Es läßt sich dies freilich auch von einem Text des IV. und einem anderen des
VI./VII. Jahrhunderts behaupten; aber beide tragen stark gnostische Färbung
ij» 10 587 und Rossis Gnost. Traktat bei Kropf I, R). Nach alledem sieht es so
aus, als ob vom VI./VII. Jahrhundert an die Verwendung der Magie zunahm
und sich in allen Schichten verbreitete, violleicht unter dem Einfluß der Araber.
deren Texte dann vom XII. Jahrhundert an die koptischen verdrängt haben
müssen. — Der größere Teil der primitiv geschriebenen und sprachlich schwer-
fälligen Texte ist fayümisch. Die guten Texte sind alle saidisch. Auch dies wird
mit der Schichtung der, Bevölkerung und ihrer Stellung im Lande zixsammen-
hängen; doch kann diese Frage mit Aussicht auf Erfolg nur behandelt werden,
wenn man die Briefe und Kaufverträge der Landstriche nach der Güte ihrer
Sprache und dem Stand ihrer Verfasser in den einzelnen Jahrhunderten unter-
sucht und Analogieschlüsse wagt.
6
Viktor Stegemann.
Sprachliche wie paläographische Beobachtungen lassen also
erkennen, daß die Texte der Wiener Sammlung zur Zeit ihrer
Entstehung nicht den Sammlungen von Zauberern angehörten,
wie es etwa für einen Teil der Berliner Urkunden 1 und eine
ganze Reihe der kürzlich veröffentlichten Londoner Stücke fest-
steht. 2 Es gibt den Wiener Amuletten ein gewisses Maß von
Leben, daß die aufgezeichnete Anwendung der kleinen Papyri
oder Pergamente durch die Verbindung mit dem Namen des
Zaubernden oder Bezauberten nicht eine theoretisch erfaßte
Möglichkeit zur Voraussetzung hat, sondern Wirklichkeit ist.
Zur Sprache der Texte ist folgendes zu sagen: Unter den
fayümisch geschriebenen Texten weisen einige interessante sprach-
liche Bildungen und Schreibungen auf. 3
Zeitlich gehören die Amulette in das V.— XII. Jahrhundert. 4
Der größere Teil von ihnen ist ganz spät. Fast alle Stücke sind
christlichen Inhalts. Beschworen werden meist Jesus, die Erz-
engel und die 24 Presbyter. Ein Vergleich mit dem aus andern
Sammlungen bekanntgewordenen Material ergibt, daß vom
III. Jahrhundert n. Chr. an die Götter der Ägypter sowie die
vielen Dämonen mehr und mehr zurückweichen vor der , seit
dem VII./VIII. Jahrhundert ständig stärker hervortretenden Be-
schwörung und Bitte an die Gestalten der Trinität, der Erz-
engel und der Presbyter. 5 Dieser Befund muß eine Parallele in
der geschichtlichen Entwicklung des ägyptischen Christentums
haben. Dem entspricht es, daß sich in dem Material zwei späte Texte
finden, 6 die fast gar nicht mehr in ihrem Stil und in ihren Formeln
an die magischen Papyri erinnern, die die Bestände der Berliner
Sammlung und die teilweise noch früheren des Britischen Museums
kennzeichnen. Während die letzteren mit dem aus den meisten
griechischen Texten bekannten Formelmaterial zusammenzustellen
1 A. Erman. Ein koptischer Zauberer, ÄZ 33 (1895) 44; BKL I Nr. 1 Vor-
bemerkung.
* Kkoi-p I Text E, F. G, G 1; H, Ib.
3 z. B. aok (— epoK) XXX 7; -I-cdacdok XLIV 1; 4-cdacdk. ebd. 11;
txi (statt tu^hai) ebd. 8 usw.
* Siehe o. S. 5, 1.
5 Über die Geschichte der Person Jesu und der Erzengel in den koptischen
Zaubertexten werde ich demnächst in einer besonderen Arbeit handeln.
6 Nr. XXX und XLIIF.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 7
und mit ihm zu betrachten sind, gehören die genannten beiden
Wiener Texte mit Stücken der von Pbadel publizierten griechi-
schen und süditalienischen Gebete des Mittelalters zusammen,
für die vor allem Bibel und Liturgie Voraussetzung sind. 1
Besondere Beachtung verdienen vier Stücke der Sammlung.
Das erste ist das bisher einzige Exemplar eines koptischen Amuletts
gegen Skorpionbiß mit dem Bilde eines Skorpions. 2 Das zweite
enthält eine Engelbeschwörung zu Fluchzwecken, die in einer
Spirale aus der Blattmitte heraus geschrieben ist. 3 Das dritte Stück
ist interessant wegen seiner Herstellung: Verwendet ist dazu der
Schluß eines Buches mit religiösem Inhalt; das Blatt enthält über
1 Vgl. die Parallelen und Kommentare zu diesen Texten. — Eine Form-
analyse läßt erkennen, daß die koptischen Zaubertexte weder so durchaus unter
der Herrschaft griechischer Form stehen (übrigens ein weiter Begriff!), wie man
das gerne annimmt, noch daß sie so ohne weiteres als Fortsetzung des alt-
ägyptischen Zauberglaubens in christlichem Gewände anzusprechen sind (vgl.
Kropf I, 1 und Capart bei Kkopp 1 S. VI11). Die Frage ist für jeden Text
besonders zu stellen und ergibt ein komplizierteres Bild. Die Texte haben im
Laufe der Zeit an mancherlei Formen Anteil; nicht zum wenigsten ist wohl
Beeinflussung seitens der Hymnen der byzantinischen und syrischen Kirche (über
koptische Hymnen?) anzunehmen, was vor allem einmal hinsichtlich der Art und
Weise, wie aus der Bibel zitiert wird, zu untersuchen ist. Mit der Veränderung
der religiösen Ideenwelt in Ägypten vom III. Jahrhundert an ergab sich Ver-
änderung der Form und umgekehrt. An den Legenden kann man feststellen,
daß die Teste immer stärkeren Einflüssen des Christentums unterliegen; das wirkt
sich auch für die Vorbilder der Form weitgehend aus. Koptische Texte im Stil der
altägyptischen Zaubertexte, kenntlich an der Identifizierungsformel, mit der der
Zauberer zwischen einem ägyptischen Gott und sich die Gleichsetzung vornimmt,
reichen über die Gebote in dem Pariser JZauberpapyrus kaum hinaus; die Texte
mit der Formel des i^opwsjxo';, kopt. -f-tupK. oder titxpko, scheinen auf jüdischen
Einfluß zurückzugehen; sie stehen in dem griechischen Pariser Zauberpapyrus
neben Texten rein ägyptischen Stils und andern, die die Einleitungsformel Ira/.a-
aoOia*! verwenden und die mir rein griechisch zu sein scheinen. Auch sie begegnen
koptisch (d-eniKAAl oder -LriApAKAAi) und sind meist christlich. So kommt die
alte Identifizierungsformel nur bis zum III. /IV. Jahrhundert vor, die deniKAAi-
f ormel neben der -htupK-Formel vom IV. Jahrhundert an bis in die Spätzeit. Die
reinen Prädikationstexte im christl. Gebetsstil sind alle ganz spät. Arabischer
Einfluß ist nur selten festzustellen. — über die spärliche Verwendung von christlieh
oder gnostisch beeinflußten Identifizierungsformeln vgl. die Stellen bei Knor-p III
§ 252 ff.; 3 der Texte gehören ins IV. und V. Jahrhundert, 1 ins VII., 3 ins X./XI.
~ Der jüdische Typus der Verfluchung ist zu belegen für die Zeit des IV. bis
XL Jahrhunderts.
s Nr. XXI und Abb. 1, S. 19.
8 Nr. LH und Abb. 1 airf Tai'. IL
8
Viktor Stegemann.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer.
9
der Rasur der Buchzeilen bekannte Amulettformeln; dabei ließ
man die christologischen Schlußformeln des Buchtextes stehen,
um sie in den Text des Amuletts mit einzubeziehen. 1 Das vierte
Stück 2 enthält zwei apokryphe Legenden, die zu Schutz- und
Heilungszauber verwendet worden sind. Die eine der beiden be-
zeichnet sich als Gebet des Elias; in diesem stellt sich der Betende,
der von Christus auf der Stirne mit dem Kreuzzeichen gesiegelt
ist, bösen Mächten jeder Art entgegen: der Text endet in einem
Preis Christi mit der Bitte um Hilfe. Der andere Text 3 beschwört
Dämonen und, wie es scheint, die Patriarchen um Aushändigung
des zweiten Abgarbriefes. Er ist der wichtigere Text. Denn im
Zusammenhang mit dieser Bitte wird die Legende von der Ent-
sendung des Chanan, Geheimschreibers und Hofmalers desEdessener-
königs Abgar, an Christus nach Jerusalem erzählt. Davon sowie
von der Überbringung des Briefes Christi nach Edessa ist in .einer
ganz der Fassung der Legende entsprechenden Weise berichtet,
die uns in der syrischen Doctrina Addai vorliegt. Der Text ist
deshalb wichtig, weil mit ihm ein direktes Zeugnis für die Ein-
wirkung der syrischen Version der Christus-Abgar-Sage auf die
Kopten vorliegt. Daß die mehrfach bekannte koptische Fassung
des Briefwechsels zwischen Abgar und Christus mit der syrischen
Form der Legende und nicht mit Eusebius zusammenzurücken ist,
hatte schon vox Dobschütz durch Untersuchung der Umbildung
der Legende in den bekannten griechischen, syrischen, arabischen
und koptischen Zeugnissen ermittelt* Der Wiener Text bestätigt
durch Erwähnung der die beiden Briefe verbindenden Erzählung
die Verbreitung der in Syrien umgebildeten Form dieser Legende
bei den Kopten.
Diese Texte sowie die oben erwähnten Amulette sollen hier
unabhängig von meinem besonderen Arbeitsgesichtspunkt der Form-
analyse zunächst durch eine Textausgabe bekannt gemacht werden.
1 Nr. XXIV und Abb. 2 auf Taf. II.
2 Nr. XLV Z. 25 ff. und Abb. 1 u. 2 auf Taf. I.
3 Nr. XLV Z. lff.
* E. v. Dobschütz. Der Briefwechsel zwischen Abgar und Jesus, Zeitsehr.
f. wiss. Thool. 43 (1900) S. 422 IT. Die Datierungen in v. Dobschütz' Arbeit
(S. 466, 3) sind nach Driotons Untersuchungen (S. 19, 2) und der Auffindung von
Nr. XLV hinfällig.
Dabei ist folgendermaßen verfahren worden: Das auf das Vorwort
folgende Verzeichnis der Texte orientiert über deren faktischen
Zustand; es enthält die Datierung und sucht kurz den Inhalt zu
umreißen. Zur sicheren Identifizierung sind immer Anfang und
Ende des Textes, soweit sie lesbar waren, mit ausgeschrieben
worden. Dies Verfahren dürfte bei den schwer entzifferbaren Stücken
das Einlesen in das Original erleichtern. In der an das Verzeichnis
anschließenden Textausgabe sind alle ganz oder zu größeren Teilen
lesbaren Stücke abgedruckt. 1 Dabei erwies es sich als praktisch,
auch die von Krall edierten Texte nochmals zu behandeln, da
manches verbessert werden konnte und gerade auch diese Texte
die gleichen Merkmale wie die andern Stücke der Sammlung
Rainer kennzeichnen. 2 Die Bearbeitung, mit Photographien revidiert,
nimmt auf Parallelen in andern, z. B. auch den griechischen Texten
Rücksicht. Die Übersetzung ist vor allem für die Nichtkoptizisten
bestimmt, deren Studiengebiet die Magie ist. Für den Kommentar
gelten prinzipiell die in der Einleitung entwickelten Gesichtspunkte,
doch beschränkt er sich auf knappe Erläuterungen zu den Texten
selbst. Die abschließenden Indizes notieren außer den Namen und
griechischen Worten, die vollständig aufgenommen wurden, aus
dem koptischen Sprachbestandteil alles auf die Religionswissen-
schaft und den Zauber Bezügliche, da das ganze Material von mir in
einem Gesamtindex zu den koptischen Zaubertexten verarbeitet ist.
Die im Verzeichnis den Inventarisierungsnummern vorangehenden
römischen Zahlen sind die fortlaufenden Nummern dieser Ausgabe,
die dahinter eingeklammerten arabischen Zahlen die fortlaufenden
Nummern meines Gesamtkatalogs der koptischen Zaubertexte, auf
dem die Indizes aufgebaut sind. Die doppelte Zählung behielt ich
bei, damit beim Erscheinen der Indizes diese Textausgabe ohne
Konkordanz verwendet werden kann.
1 Nur K 192 ist nicht aufgenommen, da dieser Text mit den andern zu-
sammen sich nicht interpretieren ließ. Ich hoffe, ihn an anderer Stelle besonders
besprechen zu können. Doch ist er wie der von Kkopp edierte An 529 in die
Indizes mit eingearbeitet worden,
2 So habe ich auch die von Et. Dbioton, Un apocryphe anti-arien (Rev. de
l'Orient chretien 20 [1915-17] 2. Ser. 10 S. 306ff. 337 ff.) bearbeiteten Abgarbriefe
mit aufgenommen. Ihre Kenntnis ist für die Gesamtwürdigung des Wiener
Bestandes an koptischen Zauberpapyri unbedingt notwendig.
10
Viktor Stegemann.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung" Papyrus Erzh. Rainer. f i
Allen denen, die mich bei dieser Arbeit unterstützt haben,
sei hier bestens gedankt, insbesondere Herrn Professor Dr. Hermann
Ranke, der sich immer wieder bereit fand, die Lesungen der Texte
zu kontrollieren und die Interpretationen einzusehen. Ihm verdanke
ich auch die Möglichkeit, alle Texte in Photographien vor mir zu
haben, ohne die ich nicht mit Aussicht auf Sicherheit hätte arbeiten
können. Er hat schließlich auch die Korrekturen mitgelesen. Ferner
erfreute ich mich beim Lesen der Druckbogen der liebenswürdigen
Hilfe von Herrn Professor Dr. Hans Haas. Der Direktion der Wiener
Nationalbibliothek bin ich für die Überlassung der Stücke zur
Publikation sowie für mancherlei Auskünfte über ihre Herkunft
besonders verpflichtet. Vornehmlich aber gebührt mein Dank der
Heidelberger Akademie der Wissenschaften dafür, da'ß sie die Ver-
öffentlichung dieser Arbeit in ihren Sitzungsberichten gestattet hat.
Die Drucklegung wäre freilich nicht möglich gewesen, wenn nicht
die Heidelberger Akademie und die Notgemeinschaft der deutschen
Wissenschaft in großzügiger Weise die entstehenden Kosten ge-
tragen hätten. Der Verlag Wiktee und die Druckerei Holzhausen
haben dann das Ihrige getan, um die Arbeit in geschmackvoller
Form erscheinen zu lassen. Endlich bin ich Herrn Professor
Dr. Friedrich Bilabel sehr verbunden für die Erlaubnis, die bald
in einer seiner Veröffentlichungen erscheinenden Heidelberger
koptischen Zaubertexte einsehen und Zitate aus ihnen für vor-
liegende Ausgabe verwenden zu dürfen.
Heidelberg, den 31. Juli 1933.
V. Stegemann
Abkürzungen.
Apoc(alypsis lohannis) s. Büdge.
AZ = Zeitschrift für ägyptische Sprache.
Bell == II. J. Bell, Jews and Christians in Egypt, London 1924.
BlvU = Berliner Koptische Urkunden I, Berlin 1904.
Boll, Off. — Fb. Boll, Aus der Offenbarung Johannis (=StoichoiaI), Lpz. 1914.
Bodge, Apoc. == E. A. W. Büdge. Coptic Biblical texts in the dialect of Upper
Egypt, London' 19 12, S. 272 ff.
Biibge. Apocr. = E. A. Büdge, Coptic Apocrypha in the dialect of Upper Egypt,
London 1913.
CBM == W. E. Crom. Catalogue of the Coptic mss. in the British
Museum, London 1905.
CCA = Fk, Boll, Fr. Cümont usw., Catalogus codicum astrologorum
Graeeorum, Tom. I-V1II. X, Bruxelles 1898 ff.
CPR — Corpus papyrorum Raineri Bd. II, Wien 1895.
Deut(cronomium) in E. A. W. Büdge, Coptie Biblical texts in the dialect of Upper
Egypt, London 1912, S. lff.
Esth. et Thompson =. A coptic Palimpscst containing Joshua etc.... and Esther
ed. by Sir Herbert Thompson, Oxford 1911, S. 337 ff.
P'REER S. WoBttELL.
'Führer' = Papyrus Erzherzog Rainer, Führer durch die Ausstellung.
Wien 1894.
Gr. Paris. ZP = Großer Pariser Zaubepapyrus (Bibl. Nat. suppl. Gr. 574). heraus-
gegeben in GZP I W IV, S. 64 ff.
~ K. Pkeisendanz. Papyri Graecae Magicae. Die griechischen
Zauberpapyri I. II, Lpz. 1928 ff.
- Tu. Hoffneu, Griechisch-ägyptischer Off enbarungszauber (== Stud.
z. Palaeographie u. Papyruskunde, herausg. v. C. Wessely XXI)
Bd. I, Lpz. 1921.
Krall. Mitteil.V— Mitteilungen aus der Sammlung Papyrus Erzherzog Rainer V,
Wien 1889.
Knopp = P. A. M. Kropf, Ausgewählte koptische Zaubertexte I. II. III,
Bruxelles 1931 (Edition de la fondation egyptologique Reine
Elisabeth).
Laea«, Apocr. coptes = Memoires publies p.l. m. de 1' Institut... du Caire, tome IX.
Fragments d'Apocryphes coptes parM. Pierre Lacau, Le Caire 1904.
Leid(en) s. Pleyte-Boeser.
= Pap, Osloenses I, Magieal papyri ed. by S. Eitrcin. Oslo 1925.
= Manuserits coptes du Musee d'antiq. des Pays-Bas a Leide,
1897, S. 441 ff.
== Fk. Pkadel, Griechische und süditalienische Gebete, Beschwö-
rungen und Rezepte des Mittelalters (— Religionsgeschichtliche
Versuche und Vorarbeiten III 3), Gießen 1907.
=-- Gnostischer Traktat von Turin in der Neuedition bei Kropp
(s. d.) I 63 ff.
Ri'L. = W. E. Crum, Catalogue of the Coptic mss. in the John Rylands
library at Manchester, 1909.
Schübaht, Pal. = W. Schubart, Griechische Paläographie (in Handbuch der Alter-
tumswissenschaft, begründet von J. v. Müller), München 1925.
Worrbll = W. IL Wokrell, The Coptic mss. in the Feeee collection (= Uni-
versity of Michigan Studies, Human. Series X), New York 1923.
GZP
ÜOPFNER
Osl.
Pleyte-Boesee
Rossi
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh, Rainer. 13
Fra\ 1.
jM MCDYCHC[
] riGNTXH [
B. Verzeichnis der Texte.
Vorbemerkung 1. Recto nenne ich bei den Papyrusbrachstücken, auf
denen nichts Zusammenhängendes gelesen werden kann, die Seite, deren Faserung
-> verläuft; als Verso gilt die Seite, deren Faserung f verläuft. Bei der Be-
schreibung der Pergamente und Papiere ist die Verwendung dieser Bezeichnung
willkürlich.
Vorbemerkung 2. Die in den Schriftbestimmungen verwendeten Aus-
drücke Buchschrift und Urkundenschrift beziehen sich stets auf die in meiner
Paläographie (vgl. S. 5, Anm. 1) als typisch ermittelten Vertreter der Schreib-
stile in den einzelnen Jahrhunderten. Übergangsformen erschweren oft die
genaue Zuweisung; für solche Texte habe ich die Zugehörigkeit für 2 Jahr-
hunderte offengelassen (Bezeichnung durch Bruchstrich, z. B. X./XI. Jahrhundert).
Unter Urkundenschrift ist jede nicht buchmäßige Schrift verstanden, die in
Urkunden und Briefen, aber z. B. auch in den Subskriptionen der Bücher (vom
X. Jahrhundert an) Verwendung fand. Wo angängig, wurde auf Bildparallelen
verwiesen.
Vorbemerkung 3. Die Fragmente der Nummern VI, VII und XII, die
ich bei meiner Aufstellung des Verzeichnisses in Wien glaubte als Teile von
Zaubertexten ansprechen zu müssen, sind ausgelassen, da der nicht zauberische
Charakter der Stücke nunmehr zweifelsfrei ist. Die Zählung des Verzeichnisses
ließ sich aber nicht mehr ändern, da die Textausgabe und die Kommentare
sonst ganz in die neue Zählung hätten umgeschrieben werden müssen.
Vorbemerkung 4. Das Verzeichnis notiert erst die in den Kasten der
Wiener Sammlung enthaltenen Stücke mit der Bezeichnung K nach Signatur-
nummern ansteigend, sodann die in der Ausstellung befindlichen (und im 'Führer'
genannten) Stücke unter Voransetzung von An (= Ausstellungsnummer).
I (86). K 192 (Kasten 146/1), Papyrus. 8 Fragmente, deren
Reihenfolge nur teilweise sicher festgestellt ist. Größe der einzelnen
Fragmente ca. 11 X 6 cm, 11X7 cm, 11X8 cm ; eines mißt 5X5 cm.
Faserung f. Saidisch. Urkundenschrift des VII /VIII. Jahrhunderts
(vgl. Or 1060, CBMTaf.3 Nr.398). Aus einer Anrufung Gabriels
(Frg. 2, 6 f.). Erwähnt: Moses, Adam, Gabriel, Maria, Michael.
Interpretation wegen des fragmentarischen Charakters sehr schwie-
rig. Man vgl. außer dem Rossi -Traktat [85] auch die Homilie auf
den Erzengel Gabriel bei Wokrell 129 ff.
Frg. 2. 620YN enKNNOC 1 THfH
NXAAM ANOK. ÄÄ 116
Ü)N ÄÄ. . XCD XXAAXAX
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MM]OK ANOK ÄÄ ....
]rxae .... pxcye
1 Vgl. Frg. 3, 5: kynoc. — Die Formel 1. Clem. 50, 3 a! ytvsat Äoa inh 'AS«p..
dann oft. In der kopt. Literatur z. B. Worrell ]51, 9; 254, 24. In kopt. Zauber-
texten P 8326 [23] 6; Heid. 500/01 [35] VII 24; Or 1013 A [46] 10 u. ö.
2 npecEY Te POC. vgl. Komm. XVI 27.
3 Maria? Frg. 3, 6.
4 Vgl. Rossi [85] XIV 15/16 und Kropf III § 69.
5 Ergänze etwa ntaigi gboa äFi ng&bcl)A miikdt (Rossi a. a. 0.).
8 Lies nxpx>>rr6AOC rmpAcye Worrell 137, 12.
• Worrell 145, 11 ff.; 143, litt'.; 138, 20 f.
8 Workell 145, 25.
14 Viktor Stegemann,
Frg. 5. 6TMMAY MNTCXApiC
m eooy N . . . .
wqMepiT riApA oy«ü3T
MNOYMAOY X6K.OYCÜ
NM
Frg. 6. ]X[6 ] MMAAY
AXXA TICOnC 1 MMOK
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ANOK CDXN 2NNIM HÄÄ.
U)A6NH2 CCDTM CtDTM 11
II. K 842 (Kasten 8), Papyrus, 2 Bruchstücke eines Textes,
dessen r. und I.Rand abgerissen ist. Größe 15X7 cm und 10X0 cm.
1 Unbeschriebener Zwischenraum von 1 cm.
s Wo MELI. 158, 6 ff.
3 nTGAHA zu lesen?
1 Vgl. zu XIX 5.
5 Bitte an Gabriel um Entsendung Michaels, der anscheinend den Zauber
wirkungskräftig' machen soll. Vgl. Rossi [85] IX 10 ff.
6 Bestandteile des Opfers unleserlich, vgl. aber Or 5899 (1) [55] A 4.
7 Vgl. P 8313 [10] col. I 13, Kropf II S. 66 zur Stelle: Erstling.
8 P_ll 347 [34] 13 ff.: GK6TNnoy Mn6K{n)rix eroy^KE. tchgi ezpAi zixm
niN62 CT2NNXeiX GMOCchpAriC^e) MMOH 2MnpXN MHICDT usw.
■> Vgl. Or 6796 (2. 3.) [62] III 70; Apoc. 7, 3 ff. und ÄZ 60 (1930) 36 u.
10 Morgen?
11 Sonst nicht verwendete Schlußformel, doch vgl. das ccdtm der Psalmen,
z. B. 142, 1. 7.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 15
Fayümisch. Urkundenschrift des IX. Jahrhunderts (ganz grobe,
schwere Hand, vgl. entfernt Or 4718 (4), CBM Taf. 6 Nr. 514). r!
11 und 8 Zeilen Text, V. 5 und 9 Zeilen Text. Anrufung Christi
(R, des größeren Stückes Z. 6 v. o. nAXAlC IHC). Größeres
Bruchstück R. : Z. 1 26Nnx[6N?]; Z. 4 . . n]NÄ 6TOY6B | .
fnjApAKAXl MA[K. . .JjnAXAlC IHC ! XpC ; Z. 11 X1A
AIAJ TAXH [TAXH j . . Z. 12 ] riAKA [..|.
III. K 880 (Kasten 8), Papyrus, Bruchstück, r. und 1. Rand ab-
gerissen, 5-7 X 8-2 cm. Dialekt nicht festzustellen, da nur Dämonen-
aamen und Zauberworte lesbar sind. Urkundenschrift des X. Jahr-
hunderts (vgl. Subscriptio des Vatic. 59 v. J. 918 bei Hyverctat,
Pal. Taf, XXI). R. 5 Zeilen Text, von dem kaum kombinierbare
Buchstabenreste zu sehen sind. V. 4 Zeilen Namen, an den Über-
streichungen kenntlich. Amulett (?).
V. opcj>6B [.]...
JpoYX ciä[
]^~c:[
].<j>l26[
IV. K 1614 (Kasten 8), Papyrus, stark ausgefranstes Bruch-
stück, 12-5 X 11-5 cm. Dialekt nicht feststellbar, da der Text — das
11. enthält nur 4 Zeilen am unteren Rand — - fast ganz unleserlich
geworden ist.' Urkundenschrift des IV.('?) Jahrhunderts (vgl. Soiro-
babt, Pal. Abb. 53 und 97; dazu den Brief Brit. Mus. Papyr. 1922
bei Bell Taf. III c). Amulett.
Am 1. und r. Rand Dämonenfiguren. Lesbar Z. 2 BCDK 26C ;
Z. 3 6BXAAP; Z. 4 . . . 6B2A 26C6Kiece2A,
V. K 3085 (Kasten 28), Papyrus, Bruchstück mit dem Anfang
«Ines Zaubertextes, 4-6 X 6-4 cm. Saidisch. Urkundenschrift des
VII. Jahrhunderts (vgl. Or 6050 [CBM Taf. 2 Nr. 1079] aus dem
J. ca. 650 mit Ryl. 175 [Taf. 1] aus dem J. 721). R. 5 Zeilen,
V, 4 Zeilen. Anrufung.
R- ] [ ..._p
OYJ061H enKOCMO[C THpi
]TCOY TCDOYM N[
]eenn riM [
]toy62 .znen[
16
Viktor Stegemann.
V.
.]Aope Aoyp[e
]OYTA CCDACDMCDXf
Ticonc]Fi aycd TinApAKAxfei . .
]KC 'pCDpCK epO[K?TN?
VI. VII. Vgl. Vorbemerkung 3.
VIII. K 5520 (Kasten 9), Papyrus, Bruchstück vom oberen
Rand eines Textes, 4-5 X 23'5 cm. Fayümisch. Urkundenschrift
des IV. (?) Jahrhunderts (vgl. Bell Taf. III und 'Schubakt, Pal.
Abb. 53). a R. 5 Zeilen, schwer lesbar; V. unbeschrieben. Dämonen-
beschwörung. (Z. l ...... TiexesopKizi .... ONA . . . . j
Z, 2 .J62XHI 2MTHH MM nH6T2MnK62t ! Z. 3 . .]<j>6p"
4>6y. OCüpHHC )
IX. K 7037 (Kasten 2), Pergament, Zaubertext, längliche Form,
vollkommen verknüllt. Unbestimmbar.
X. K 7044 (Kasten 2), Pergament, 8-8 X 6-5 cm. Fayümisch.
Anscheinend Urkundenschrift des X. oder XI. Jahrhunderts; ge-
nauere Angaben unmöglich, da der Text bis zur Unleserlichkeit
verblaßt ist. R. 8 Zeilen Text, 1 Zeile mit 6 (!) Kreuzen, 1 Zeile
Zeichen (dieselben wie bei XXVII). V. unbeschrieben. Amulett.
XL K 7076 (Kasten 11), Papier, Bruchstück eines Schutz-
amuletts für ein Haus mit Namen und Zeichen. Größe 3-7X3*5 cm.
Dialekt: Saidisch. Wohl Urkundenschrift des X./XI. Jahrhunderts
(Datierung auf Grund eines Vergleiches mit dem Kolophon
Or 3581 (B) 70 [CBM Taf. 7 Nr. 490] v. J. 1036 und dem unedierten
Text Berlin P 11 347, der sicher in den Anfang des XL Jahr-
hunderts gehört. Beides sind Buchschriften, doch berühren sich
Buchschrift- und Urkundenschriftstil vom XL Jahrhundert an stark ;
für Buchschrift erscheinen mir die Züge von K 7076 zu gelöst,
auch die Schrift in Or 5899 (1) [Zaubertext], der am ehesten zu
vergleichen ist, ist nicht als Buchschrift anzusprechen). R. 4 Zeilen
Text, 1 Zeile Zeichen. V. unbeschrieben (AKOYWAX6I MeyP •
OAM ! GAM | poeic mm [ Zeichen). Vgl. LI B 5.
1 Salomon im Zauber behandelt Pradel 313 f. Vgl. Papyri Jandanae f'asc. 1.
S. 25 (= GPZ II P 17 [S. 206], 10 ff.; vgl. P 10 [S. 198], 29 ff.).
2 Die Schrift des gleichfalls fay. Zaitbertextes Berlin P 5527 gleicht der
von K 5520 weitgehend; es handelt sich um den sog Gitterstil Schubakts.
Auch P 5527 setze ich ins IV. IY. Jahrhundert.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 17
XII. Vgl. Vorbemerkung 3.
XIII. K 7083 (Kasten 11), Papier, Bruchstück eines Amuletts,
11-8X6 cm. Saidiseh. Urkundenschrift des X.Jahrhunderts (vgl. die
Subscriptio zu Or 7024 v. J. 985 [Bunas, Apocr. Taf. 58 nach S. 176]
und die Urkunde Wien Copt. 11005 v. J. 966 [unediert]). Das Blatt
unten und r. abgerissen. Die Schrift klein. R. 17 Zeilen, V. un-
beschrieben. Zwischen Z. 11 und 12 sowie Z. 12 und 13 größere
Zwischenräume: Z. 5, 11 und 13 durchgestrichen. (Z.l26MnpAN[
Z. 4 -pCDpK 6ANNA[HX?.)
XIV. K 7088 (Kasten 11), Papier, 6-5X5-8 cm. Urkunden-
schrift, wohl erst XL Jahrhundert (die schlechte Schrift läßt sich
schwer vergleichen, doch sind die Züge entfernt denen von Or 4927(3)
[CBM Taf. 6 Nr. 660] ähnlich). Amulett mit Namen. R. 5 Zeilen,
die durch die Überstreichungen der Namen getrennt sind ; V. einige
Buchstabenreste (R. Z. 5 ICD NXApCDN).
XV (87). K 7089 (Kasten 11), Pergament, vollständig erhalten,
einst mehrmals' gefaltet, 7-5 X 6-3 cm. Fayümisch (?). Wohl erst
X./XI. Jahrhundert; die Datierung ist aber schwierig, da die Schrift
eine ganz unbeholfene Unziale zeigt (vgl, Berlin P 5535 [6]). R. Zauber-
charaktere und Kreise, dann 5 Zeilen Text (MA2HT — MCDGAX),
darunter Zaubercharaktere (vier CD um ein A gruppiert?) und
Kreuze. Amulett zum Schutz. Erwähnt werden die Namen der
drei Jünglinge im Feuerofen. Herausgegeben in der Text-
ausgabe. Über die Zuweisung zum fayümisch en Sprachbereich
vgl. den Kommentar.
XVI (88). K 7090 (Kasten 11), Papier, vollständig erhalten,
13-2 X 4 cm. Saidisch. Urkundenschrift des späten X. Jahrhunderts
(vgl. Subscriptio zu Or 7024 wie bei XIII). R. 4 Zeilen Schrift,
2 Zeilen Zeichen, 15 Zeilen Text. V. 11 Zeilen Text. Schutz-
amulett gegen Schmerz. Erwähnt werden Petrus, Jesus,
Maria und die Namen der 24 Presbyter (letztere in nur teil-
weise bekannter Form). (R, 1 6TB6 OYA j 6M-pKAC — V. Z. 9
K • TYN • KÄ. • ifl, Z. 10 und 11 unleserlich). Zu den griechischen
Formeln Z. 19 ff. vgl. K 10 208. Herausgegeben in der Textausgabe.
XVII (89). K 7091 (Kasten 11), Papier, unteres Stück eines
Textes, ehemals sehr eng gefaltet, 16-3X5-7 cm. Saidisch. Urkunden-
schrift des X. Jahrhunderts (sehr unschöne Züge; vgl. Ryl. 372 [Taf. 7],
Sitzungsberichte der Heidelb. Akademie, phil.-hist. Kl. 1933/34. 1. Abb.. 2
18
Viktor Stegemann.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung' Papyrus Erzh. Rainer. 19
Wien Copt. 11005 [unediert]. R. 4—6 Zeilen Zaubercharaktere
und Buchstaben, z. T. von Ringen eingeschlossen, dann 17 Zeilen
Text, doch so verwaschen, daß man nur wenig erkennt. Sehr
schlechte Schrift. V. unbeschrieben. Amulett zur Kranken-
heilung' mit 2 Gebeten (1. Gebet von Z. 1 des Textes bis Z. 9,
2. Gebet von Z. 10 bis 17; -j-corijcn \y(B -friApAKAAl MjMATN —
AIA AIA TAXH TAXH). Lesungsversuch in der Textausgabe.
XVIII (90). K 7092 (Kasten 11), Pergament, oberer Teil nicht er-
halten, ehemals eng gefaltet, 8*2 X 5-7 cm. Saidisch. Urkundenschrift
des X./XI. Jahrhunderts (vgl. Subscriptio Or 7024 aus dem J. 985
[s. o. XIII] und Subscriptio Or 3581 (B) 70 aus dem J. 1036 [CBM
Tai 7 Nr. 490]). R. 14 Zeilen Text, V. 2 Zeilen in sehr verblaßter
Schrift, vielleicht arabisch. Amulett zum Schutz gegen Schmerz.
Erwähnt: 7 Erzengel, Jesus Christus und die Formel AA<j>A
A6CDN 4>CDNH AMip. (II MIXAHA KÄ rAMpiWX. — 2ITITKAC
NTM6CA). Herausgegeben in der Textausgabe.
XIX (91). K 7093 (Kasten 11), Papier, vollständig erhaltener
Text, 5-5 X 1 1*7 cm. Saidisch. Urkundenschrift des späten X. Jahr-
hunderts (vgl. Wien 'Führer 1 200 v. J. 952/3 und Wien Copt. 11005
v. J. 966 [unediert]). R. 9 Zeilen Text, V. unbeschrieben. Amulett
zum Schutz gegen Schmerzen und Krankheit der Hev,
Tochter der Maria. Erwähnt werden die Sator- und Alpha-
formel, Zauberworte, bzw. Namen von Dämonen, darunter
Apabathuel und Mamarioth, ferner Christi Kreuzigung u.a.
(CATCüp Apercu — CDTepA pCDTAC eicb TAXH TAXH). Erst-
ausgabe von Keall, Mitteilungen V 120, übersetzt von Kropf,
Zaubertexte II Nr. LXV, S. 222. Neu herausgegeben in der Text-
ansgabe.
XX (92). K 7105 (Kasten 6), Papier, Bruchstück eines wohl
größeren Textes, dessen oberer, rechter und linker Rand abgerissen
ist: das Erhaltene mißt 12-6 X 7*7 cm. Saidisch. Urkunden-
schrift des X./XI. Jahrhunderts, in sehr unschöner Wiedergabe
der Buchstaben (vgl. Ryl. 372 [Tai 7] mit Or 3581 (B) 70 [CBM
Taf. 7 Nr. 490]). R. ein Zeichen oben, 7 Zeilen Zeichen und Schrift,
die durch Linien getrennt sind. Fraglich ist, ob die untere Zeile
Schrift enthält. V. 3 Zeilen Schrift, mit der begonnen wurde, nach-
dem man das Blatt im Verhältnis zum R. auf den Kopf gestellt
hatte. Beschwörung oder Amulett. (yTApKO — AKTHpe).
Herausgegeben in der Textausgabe.
XXI (93). K 7110 (Kasten (>), Papier, 5-7 X 6-5 cm. Dialekt
nicht feststellbar. Urkundenschrift (wie XX). X./XI. Jahrhundert.
IL 2 Zeilen Engelnamen, darunter das Bild eines Skorpions. V. un-
beschrieben. Amulett gegen Skorpionbiß. Herausgegeben in
der Textausgabe, vgl. Abb. 1.
Abb. 1. K 7110 [93] = XXI.
XXII. K 7114 (Kasten 6), Papier, Fetzen von einem Zauber-
text, 6X4 cm. Saidisch. Urkundenschrift des frühen XI. Jahr-
hunderts (vgl. Subscriptio von Or 7026 v. J. 1006 [Buege, Apocr.
Tai 54 nach S. 126], ferner Or 5420 v. J. 1048 [CBM Taf. 6 Nr. 465]).
IL 3 Zeilen Text, schwer lesbar. V. 3 Zeilen Text, von anderer
Hand geschrieben im Stil von XX, Wahrscheinlich Formulare
von Beschwörungen.
R, ]6NIM AA AlO AlO T[AXH TAXH
pconc ay«3 -pnx]pAKA\i mmok M[nooy
] .X€K[AAC . .
V.
] . . A AMOK[
] . NATH6 . [
] AlO AlO TA[XH TAXH
20
Viktor Stegemann.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 21
NB. Das 2. in dem Schutzumschlag dieses Fragments ent-
haltene Stückchen gehört dem handschriftlichen Befund nach nicht
zu diesem Texte; der Stil der Schrift ist freilich derselbe. 1
XXIII. K 7687 (Kasten 1), Papyrus, unteres Stück eines Textes,
7-2X17-5 cm. Saidisch. An Buchschrift des IX. Jahrhunderts
erinnernde Urkundenschrift (vgl. Or 4718 (4) [CBM Taf. 6 Nr. 514]
mit Or 6204 v. J. 843 [CBM Taf. 5]). R. unbeschrieben, V. 5 Zeilen
Text mit Zeichen, dann 1 Zeile Zeichen. Bindezauber oder
Liebeszauber. (Z. 3 C2AI MOpq GpOK Zeichen . .
Zeichen C2AI mi\y \ . . Zeichen . . ) Vgl. die Formeln
zur Amulettherstellung, z. B. London Hay 10 391 [05] 56 C2AI
NG<J>Y^ KTH P ,ON MOpOY 6T6K6IN6.
XXIV (94). K 8664 2 (Kasten 7), Pergament, einst eng gefaltet,
Palimpsest, 7 X 7-7 cm. Saidisch und Griechisch. Zwischen die
griechischen theologischen Schlußformeln eines Buches (Buchschrift
im schmalen Stil des IX. und X. Jahrhunderts, vgl. Specimina
codicum Graecorum Taf. 4» und Or 6782 [Büdge, Apocr. Taf. 51 nach
S. 58]) wurden in koptischer Sprache (Urkundenschrift des X. Jahr-
hunderts wie bei XIX) Zauberformeln eingetragen. R. etwa 12 Zeilen
Text, V. unbeschrieben. Schutzamulett. Erwähnt werden u. a.
Jesus Christus, Gott, Ananias, Asarias, Misael. Heraus-
gegeben in der Textausgabe. (6iri6N O-GXepoyC — MlCXHX X).
Abb. 2 auf Taf. II.
1 Man liest in 5 Zeilen untereinander ]xk. y [
].OJAqT [
]ok enx [
]C6 20AO[C
]nAHN t[
s Durch ein erst jetzt bemerktes Versehen in der Signierung der kopt.
Papyri — der Text K 8664 befand sich in Wien in einem Umschlag mit der
Signatur K'863-t — geschah es, daß der Text zunächst unter letzterer Nummer
hier eingeordnet wurde. Da alle Zitate des Kommentars sich auf die vorgesetzte
lateinische Ziffer beziehen, mußte von einer Umstellung der Papyri in der
Textausgabe abgesehen werden. Im Verzeichnis ist die Ordnung durch Verweis
berichtigt.
3 Ich neige in der Ansetznng des Prophetenkodex Vat. 2125, in dessen
Datierung man zwischen VI. Jahrhundert und IX. Jahrhundert schwankt, sehr
zum späteren Zeitpunkt: ich denke, er gehört frühestens in das VIII. Jahrhundert
(vgl. auch Schubakt Pal. S. 156).
XXV (95). K 8635 (Kasten 7), Pergament, einst eng ge-
faltet, ganz erhalten, 29-7 X 4-5 cm. Saidisch. Buchschrift des
V. Jahrhunderts (vgl. etwa die said. Bibel in London, Abb. bei
Kexyon,* Our Bible and the old MSS. 2. ed. London 1896
pl. XVII ; Nestle, Einführung in das Griech. N. T. Taf. 18).
LI. 7 Zeilen Zaubercharaktere, 32 Zeilen Text. V. unbeschrieben,
fleilungsamulett für den Sohn des Etemina. Erwähnt: die
Personennamen Euprepes und Soev, ferner Jesus Christus,
am Ende das Sigel Amen ei (sie!). (Z. 8 2GNnepAN
MTGTeNCOM — IC neJCC 2AMHN 6M). Herausgegeben in der
Textausgabe.
XXVI (96). K 8636 (Kasten 7), Pergament, gut erhalten bis
auf die linke obere Ecke, die 11 Zeilen weit parallel mit dem Rand
ausgebrochen ist. 19 X 5 cm. Fayümisch. Buchschrift des V. Jahr-
hunderts (vgl. etwa den said. Psalter in Wien [V. Jhdt.], 'Führer'
Nr. 133^140, Abb. Taf. VII nach S. 46). R, 41 Zeilen. V. un-
beschrieben. Brief Christi an König Abgar von Edessa als
Ileilungsamulett für eine gewisse Christodora, Ergänzung
des ausgebrochenen Stückes wird ermöglicht durch An 195 (L) und
«lie Leidener Fassung des Briefes (vgl. Pleyte-Boeser, Catalogue
des Mss. Coptes du musee d'antiquites des Pays-Bas ä Leide p. 467 ff.).
itxNTirpA]<j>ON MTe|nec2ei ni"]c nexc — ec[e]|u}(i>ni
TAX[H T]XXH.) Erstausgabe von Krall, Mitteilungen V S. 117,
vgl. dazu E. v. Dobsckütz, 'Briefwechsel zwischen Abgar und Jesus 3
i» Zeitschr. f. wiss. Theol. 43 (1900) S. 445 ff. und Kropf, Zauber-
texte II Nr. XXV S. 77. S. auch Et. Driotok, Un apoeryphe anti-
.irien (Rev. de FOrient chretien 20 [1915-17] 2. Ser. 10 S. 306 ff.
337 ff.). Neu herausgegeben in der Textausgabe.
XXVII (97). K 8637 (Kasten 7), Pergament, vollständig er-
haltener Text, 10 X 8 cm. Fayümisch. Die Schrift zeigt an Ur-
kundenschrift des X./XI. Jahrhunderts angenäherte Züge (vgl.
Wien Copt. 11005 v. J. 966 [unediert]). R. 8 Zeilen Text, 2 Zeilen
Zeichen [erst 6 Kreuze, dann 6 Geheimbuchstaben wie bei K 7044(X)].
V. unbeschrieben. Gebet um Heilung (?) für Thötphe, Sohn der
Uiörögia. Erwähnt werden die drei Männer im Feuerofen.
Herausgegeben in der Textausgabe, (f. BABtCXptDC // BABeflCüp
AlA IA TAXH TAXH).
22
Viktor Stetremaun.
XXVIII (98). K 8638 (Kasten 7), Pergament, vollständig er-
haltener Text, 8-5X6-8 cm. Saidisch. Buchmäßige Urkundenschrift
des X. Jahrhunderts (vgl. Or 5287 (1) [CBM Tal 4 Nr. 487] aus dem
J. ca. 900 und die Subscriptio zu Or 7024 v. J. 985 [Budge, Apocr.
Tat. 58 nach S. 176]). R. 13 Zeilen Text, Z. 12 und 13 sind sehr ver-
waschen. V. unbeschrieben. Gebet um Heilung eines kranken
Fußes des Beres. Erwähnt werden Eriueh (epoyx), Baruch,
Barueha, die Sator- und die Alphaformel, (epoyx BApoyx
— A\<|>A xecüM <j>U)[N]H XNHp[ ] AemoycD). Erstausgabe
von Kball, Mitteilungen V S. 121. Neu herausgegeben in der Text-
ausgabe.
[K 8664 s. o. unter XXIV (94)].
XXIX. K 8679 (Kasten 7), Pergament, unterer Teil eines
Textes, einst gefaltet, 7-3 X 7 cm. R. Schrift sehr verwaschen,
Spuren von 2 Zeilen Text, arabisch (?), dann ein großes Zeichen
quer über dem Blatt, dann 2 Zaubercharaktere in der bekannten
Art und anscheinend eine Zeile Text (?). Amulett (V). ündatierbar.
XXX (99). K 8686 (Kasten 7), Pergament, Fragment (rechte
Hälfte) eines Textes, bestehend aus zwei durch Riß voneinander
getrennten Fetzen. Am linken Rand ist mit einem Messer die
fehlende linke Hälfte abgetrennt worden. Oberes Fragment 9 X5 cm,
unteres 9-5 X 8 cm. Der untere Rand des 2. Fragments ist ge-
rollt und mit Wurzelfasern bandartig durchzogen. Fayümisch.
Urkundenschrift des X. Jahrhunderts (vgl. Wien 'Führer 3 200
v. J. 952/3 [Abb. nicht veröffentlicht]). R. 9 Zeilen Text, V. 12 Zeilen
Text. Amulett gegen wilde Tiere(?). Erwähnt werden Gott
und der eingeborene Sohn. (R. X6K66C 6T]eTeNeiN6 —
]N6Kexti»n. v.TeTGKMeiB n6b 6n\6N — 2AMIM ecetg[ü3ni
N6M6N TI1X6M HO]). Herausgegeben in der Textausgabe.
XXXI. K 10206 (Kasten 13), Papier, Fetzen vom 1. unteren
Ende eines Amuletts(?). 6-5 X 4-5 cm. Dialekt unbestimmbar.
Urkundenschrift frühestens des IX. Jahrhunderts (vgl. Or 6204
v. J. 843 [CBM Tab 5 Abb. 2] mit Wien Copt. 11 005 v. J. 966 und
Wien 'Führer' 196 v. J. 1017-1020). R. 2 Zeilen. (Z. 1 Zeichen,
darunter MCDCCCDpcDp). V. 2 Zeilen arabische Schriftzeichen.
XXXII. K 10 208 (Kasten 13), Papier, unteres Stück eines
Zaubertextes, ehemals gefallet, 4-4X14 ein. Griechische Formeln
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 23
vgl. Komm, zu XVI 19) eines Schutzgebetes. Buchmäßige Urkunden-
schrift des X. oder XL Jahrhunderts (vgl. Subscriptio zu Or 7024
v. J. 985 [Budge, Apocr. Tai. 58 nach S. 176] und Tobias v. J. 1003
hei Hyveunat Tai'. X). R. 5 Zeilen Text, durch Zeichen und Zauber-
huchstaben unterbrochen. V. unbeschrieben.
Zeichen
. . eriAyeiM
. HAH HTA
kc[ ]xe <|>yaa;5:on eyxoKYCON. royN A-oytioy 1
CCDXACOY Zeichen 6A6HCON ICD. COyKTei6 (D <?ey
. Nü)(jge riAriHTA ai° ai taxh taxh
XXXIII. K 10 227 (Kasten 13), Papier, 6 X 11-2 cm. Dialekt,
da der Text sehr gelitten hat und kaum lesbar ist, nicht zu be-
stimmen. Buchschrift des XI. Jahrhunderts (vgl. Subscriptio zu
Or 7026 v. J. 1006 [Budge, Apocr. Taf. 55 nach S. 126] und
t )r 5381 (B) 70 v. J. 1036 [CBM Taf. 7 Nr. 490] ; am ähnlichsten ist
der Zaubertext Or 5899(1) [Abb. nicht veröffentlicht], der zweifels-
frei ins XI. Jahrhundert gehört). R. 7 Zeilen, V. 5 Zeilen Text.
Im Text finden sich überstriehene Worte wie bei Dämonennamen,
• loch bleibt es fraglich, ob es sich um einen Zaubertext handelt,
XXXIV (100). K 10 236 (Kasten 13), Papier, Fetzen vom
r. Rand eines Schutzengelgebetes, 4-6 X 3 cm. Saidisch. Ur-
kundenschrift des X./XI. Jahrhunderts (vgl. Hinweise bei XXI).
lt. 7 Zeilen Text, V. unbeschrieben. Herausgegeben in der Text-
ausgabe mit Hilfe der Paralleltexte London Or 6796 I [62] 89-96
und Or 6796 III [62] 43-49 (aus dem VII. Jahrhundert). (M1XAHA
€1 N[CA O] [yNAM MMOI — . . . M]Ap6M PjTAlO . . . .]).
XXXV (101). K 10 335 (Kasten 14), Papier, obere 1. Ecke
eines Zaubertextes, 6X4-5 cm. Saidisch. Die Schrift zeigt Formen
der Unziale, wie sie in den Büchern des XI. Jahrhunderts Ver-
wendung fand (vgl. zu XXXIII, dazu Ryi.. 104 [Abb. nicht ver-
öffentlicht], dessen Schriftzüge am nächsten verwandt sind und
sicher dem XL Jahrhundert zugewiesen werden können). R. 6 Zeilen
1 rbv to'jtov 'i Zur Schreibung vgl. Aonoc London 1-Iay 10 391 [65] 9. 26 und
r.xöpoyc (= z/Upöi) in XXIV 1.
21
Viktor Stegemann.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 2ö
Text, V. unbeschrieben. Amulett(?). Erwähnt werden Dämonei
namen. Herausgegeben in der Textausgabe. (npAN 6TCL)MT6t\]
— 5 AKp[AMÄXAMApt(?) . . .] \ N[. . . .).
XXXVI (102). K 10 336 (Kasten 14), Papier, einst gefaltet,
wohl r. unterer Teil eines Schutzamuletts, 8X11 cm. Saidisch(?).
Buchmäßige Schrift des XL Jahrhunderts (vgl. Or 7026, Subscriptio,
v. J. 1036 bei Budge, Apocr. Tat'. 54 nach S. 126 und Vatic. 68 bei
Hyvernat, Pal. XV). R. 3 Zeilen Text, V. unbeschrieben. Erwähnt
werden Kyrios Sabaoth und die Satorformel. Herausgegeben
in der Textausgabe. (....]. 61A1CD — pcD[TA]C).
XXXVII. K 10364 (Kasten 14), Papier, Fetzen vom 1. Rand einer
Beschwörung mehrerer Dämonen oder ähnl., 5-7 X 5-2 cm.
Saidisch. Buchschriftartige Urkundenschrift des späten X. oder
frühen XL Jahrhunderts (vgl. Wien Copt. 11 005 v. J. 966 [unediert]
und Tobias v. J. 1003 bei Hyveekat, Pal. Tai X). R. 6 Zeilen
Text, zwischen der 3. und 4. Zeile ein Strich. V. 6 Zeilen Text,
die im Verhältnis zum R. vom unteren Rand zum oberen ge-
schrieben sind.
R.
]xe . [
TAMI2 A[
TCDP6K 6p[ü)Teu MM
N6TNpA[M MMN6T
M<|>Y M[M6V
V. T6TM6-CD[M MHN6TN<|>YXAKTH]
PIOM Nl . [
TYTMX . [
-p2THH [
JA [
XXXVIII. K 10400 (Kasten 14), Papier, Fetzen eines Amuletts
Bindezauber?). Stark durchlöchert und an allen Seiten ab-
gebrochen, 7 X 4-5 cm. Saidisch. Schrift sehr breit und grob, wie
in der Wiener Urkunde v. J. 1017—1020 ("Führer' 196); wohl
XL Jahrhundert. R. 5 Zeilen Text, V. 5 Zeilen.
R. ](DMC6[ ] . [
]2 . oyan . [
]eic n . . . om [
]Mn6200Y 6Y[
]mhn . ne\[
] . YC MAK[
]MACDPAT . [
] . . . MOp4[
]Äp N . Ä7o[
] • -Y- • • [
XXXIX. K 10443 (Kasten 14), Papier, ehemals eng gefaltet,
anscheinend vollständig erhaltener Text, 8-8 X 6'3 cm. Saidisch.
Wohl frühestens X. Jahrhundert, doch ist die Schrift zu verblaßt
und gelblich geworden, um mehr als einen allgemeinen Eindruck
zu geben. R. etwa 18 Zeilen Text, V. unbeschrieben. In der
Hälfte des R. in der Mitte die Figur eines Dämons. Amulett.
(Anfang unleserlich — TAXH TAXH).
XL (103). An 179 l (Kasten 201), Papyrus, untere r. Ecke
eines größeren Zaubertextes, 9-5 X 6-5 cm. Saidisch ("?). Buchschrift
des XL Jahrhunderts (vgl. Tobias v. J. 1003 bei Hyveenat, Pal.
Tai'. X). R. 2 senkrechte Kolumnen, in der 1. 8 Zeilen mit Namen,
in der r. Zaubercharaktere mit dem Namen Christi. V. einige
Spuren arabischer Schrift. — Inhalt des Textes nicht zu er-
mitteln. Erwähnt werden ApabathueT, Sabaoth und Christus.
Zitiert von Krall, Mitteilungen V 120. Neu herausgegeben in der
Textausgabe. (AHABAOOYHX — tfOYHeCD).
XLI (104). An 186 (Kasten 201), Papyrus, Anfang einer Be-
schwörung, 14X3 cm. Fayümisch. Buchschrift des IX./X. Jahr-
hunderts (schmaler Stil, vgl. die mit dem Osterbrief von 719
[Papyri Graecae Berolinenses 50] zusammenhängende griechische
1-Is. Vatic. 2125 [s. zu XXIII] und die koptischen Vertreter im
IX. und X, Jahrhundert bei Hyveenat, Pal. Taf. 16, 1 und Or 6782
v. J. 990 bei Budge, Apocr. Taf. 51 nach S. 58). R. 2 Zeilen Text,
V. unbeschrieben. Erwähnt wird der Dämon Tamsari. Erst-
veröffentlichung des Textes von Krall, Mitteilungen V S. 121 A. 2,
neu herausgegeben in der Textausgabe, (.f. TAMCApi — GTGKCüAAH
N[2HTOY ! • •)•
XLII (105). An 188 (Kasten 201), Pergament, vollständig
erhaltener Text, 11X2 cm. Fayümisch. Buchschrift. 'Frühestens
1 Siehe Vorbemerkung 4.
26
Viktor Stejremann.
Diu koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus lirzh. Kau
27
Vl./VII. Jahrhundert (Bibelstil, vgl. Sohubakt, Pal. S. 144 und
Hyvekkat, Taf. VIII 2, «loch x in der Form X wie in der Urkunde
Or 10G0 v. J. 749 [CBM Taf. 3 Nr. 398] und Brit. Mus. Pap. 81 v.
J. 771/72 [CBM Taf. 5 Xr. 380], also vielleicht erst VIII. Jahrhundert).
R. 3 Zeilen, V. 3 Zeilen Text. Ps. 10 9, i als Amulett gegen Feinde.
Herausgegeben in der Textausgabe, (-fr 116X6 noe — NN6K
GK\\K\X. Schlußzeichen). Vgl. Taf. III Abb. 1.
XLIII (106). An 189 (Kasten 201), Pergament, Bruchstück
eines Textes, dessen oberer und rechter Rand durch Bruch zerstört
sind. 10 X 44-5 cm. Fayumisch. Urkundenschrift des X./XL Jahr-
hunderts (schmaler Stil, wie in den Subskriptionen von Vatic. 69
v. J. 933 [Hyvebnat, Pal. XXIV] und ([er Urkunde Or 5420 v. J. 1048
[CBM Taf. 6 Xr. 465]). R. 30 Zeilen Text, ca. 11 cm vom Tinteren
Rande sind leer. V. unbeschrieben. Gebet um Heilung für einen
Knaben. Erwähnt werden Gott, Christus und der Heilige
Geist. Vielleicht eine Spur des Monophysitismus. Heraus-
gegeben in der Textausgabe. (MnCK ... TA 6BAX — Cr)AN6CDN |
THXOY N6CDN AMHN Schlußzeichen).
XLIV (107). An 190 (Kasten 201), Pergament, einst mehrmals
gefaltet, vollständig erhaltenes Stück mit 2 Gebeten, 7-8 X 12 cm.
Fayumisch. Ganz ungewandte Schriftzüge, Buchstaben in sehr
ungleicher Größe mit Formen, die an die Urkundenschrift des
X./XL Jahrhunderts erinnern (vgl. zu XLIII). R. 19 Zeilen Text,
auf der unteren Hälfte des Blattes 2 figürliche Darstellungen.
V. unbeschrieben. Wohl Beschwörung zu Heilung; wegen der
furchtbaren Orthographie ist restlose Lesung nicht gelungen. Ge-
nannt werden im 1. Gebet der Dämon Asaroth (nicht Asarör,
wie Krall in seiner Notiz Mitteilungen V 121, 2 liest) und Adam
im Paradies, im 2. Gebet die Engel Epiel, Eplanael, Raphael
und Ripiel. Die Gebete richten sich gegen Phantaxia, Tochter
der Phebrunia. Herausgegeben in der Textausgabe. (.fr -ptDXCDOK
6XAK — HT1 HTl TAI XI TAXH). Dazu Taf. III Abb. 2.
XLV (108). An 191 (Kasten 201), Pergament, vollständig
erhaltener Text, einst mehrmals gefaltet, 10-4X13-2 cm. Saidisch,
doch mit orthographischen Besonderheiten. Züge der Urkunden-
schrift des Vl./VII. Jahrhunderts (hängende Buchstaben, allgemeiner
Charakter der Schrift vergleichbar dem der Wiener Urkunde von 594
['Führer' 141, Bild nicht veröffentlicht] und von Or 4831 aus dem
J. ca. 620 [CBM Taf. 1 Nr. 467], doch ist die Schrift von An 191
gedrungener und die Striche sind schwerer). R. 34 Zeilen Text;
unter Z. 19 zieht sich eine Linie quer über das Blatt, die die 2 auf
dem Pergament enthaltenen Gebete trennt. Im Text des 1. Gebetes
finden sich Zaubercharaktere und ein Viereck mit einem sechs-
zackigen Stern, um den herum die Namen Christi und Sabaoth
gruppiert sind. V. 5 Zeilen Text (nebst einigen Zaubercharakteren):
der Text ist im Verhältnis zum Recto umgekehrt geschrieben.
Amulett mit 2 apokryphen Gebeten um Errettung- (das
1. Gebet ist Christi Gebet am Kreuz, das 2. Gebet das des Propheten
Elias). Erwähnt werden außerdem Christi Kreuzesworte, Adam,
Seth, Noe, Methusalem, der Heilige Geist, Maria, die? Vokale
sowie die Dämonen Ebaal, Adöni und Eres, schließlich Lazarus
und die Satorformel. Das 1. Gebet enthält außerdem die Legende
von der Entsendung des Ananias, Geheimschreibers und Hofmalers
von König Abgar von Edessa, nach Jerusalem zu Christus.
(»fr TlCOn AY<1> TIHAPAKAXI MOyK — CATCDp Ap6TCD T6NHT
iDTepA pCDTAC). Herausgegeben in der Textausgabe. Dazu vgl.
Abb. 1 und 2 auf Taf. I.
XL VI (109). An 192 (Kasten 201;, Papyrus, 2 Bruchstücke
des Briefes Abgars an Christus, die bei Z. 23 aneinander-
passen. Vom 1. Fragment, 5 X 10 cm, fehlt der obere Teil
ganz, der r. Rand ist von Z. 5 bis Z. 9 teilweise bis in die Mitte
des Blattes ausgerissen. Das 2. Fragment, 5 X 5-5 cm, ist besser
erhalten. Saidisch. Buchschrift des X. Jahrhunderts (vgl. Or 7024
v. J. 985 bei Budge, Apocr. Taf. 56 nach S. 136, doch sind die
Buchstaben in An 192 etwas sehlichter). R. 28 Zeilen Text, dann
Querstrich, darunter 7 Kreuze (X), dann Zeichen (Amen?) nebst
2 Zeilen Text, Erstausgabe von Krall, Mitteilungen V S. 118 f.
mit Übersetzung. Vergleiche auch E. v. Dobsghütz, Zeitschr. f.
wiss. Theol. 43 (1900) S. 445 f. und Et. Dbioton, Un apoeryphe
anti-arien in Rev. de TOrient chretien 20 (1915—17), 2. Ser. 10,
S. 3 10 f. 337,i sowie bei Keopp, Zaubertexte II Nr. XXI S. 72. Das
Stück ist der Vollständigkeit halber von mir in die Textausgabe
mit aufgenommen worden. (. . . 0]Y|H26A2N6 xytD — 616
rem: cto ah).
28
Viktor Stejremann.
XLVII (1101 An 193 (Kasten 201), Pergament, ehemals
gefaltet, 4 X 4-8 cm. Urkundenschrift des X./XI. Jahrhunderts
(vgl. zu XLIII). R. 5 Zeilen, V. unbeschrieben. Amulett mit
der Satorf ormel. Erstausgabe von Kkall, Mitteilungen V S. 119.
In die Textausgabe aufgenommen, (.f. CATCDp — pCDTAC).
XLVIII. An 194 a (Kasten 201), Pergament, ehemals gefaltet,
3-5 X 4 cm. Amulett mit der Satorformel. R. 5 Zeilen, V. un-
beschrieben. Vgl. An 193.
IL. An 194 b (Kasten 201), Pergament, ehemals gefaltet,
3X4 cm. R. 5 Zeilen, V. unbeschrieben. Amulett mit der
Satorformel. Vgl. An 193, doch fehlt das Chrysmon vor CATCDp.
L (113). An 195 (Kasten 201), Pergament, obere r. Ecke
des Briefes Christi an Abgar von Edessa. Das Stück ist
von dreieckiger Form und mißt an den größten Kanten des ur-
sprünglichen Blattes 11 X 4'5 cm. Fayümisch. Urkundenschrift des
IV./V. Jahrhunderts, vgl. etwa Bell Taf. III b. R. 10 Zeilen, die
mit K 8636 der Leidener Fassung des Briefes sowie einem Text
(Nr. 19 967) des British Museum (Hall, Coptic and Greek Texts
S. 116, Lemm, Kopt. Mise. LXIX = S. 186 f.) z. T. aufgefüllt werden
müssen. Erstausgabe von Kkall, Mitteilungen V S. 116 zusammen
mit K 8686. Neu herausgegeben in der Textausgabe, (.f HANTI-
rpAcpON — 6MAT6 -f-;[H6KCü . . .). Dazu Taf. III Abb. 3.
LI (114). An 197 (Kasten 201), Papier, oberer Teil eines
Textes, 9-5 X 9 cm. Saidisch. Buchschrift des XI./XII. Jahr-
hunderts (vgl. Tobias v. J. 1003 bei Hyveknat, Pal. X, Überschrift
von Or 7026 v. J. 1006 bei Budge, Apocr. Taf. LH nach S. 60
und Kolophone von Or 3581 (B) 69 [CBM Taf. 7 Nr. 489] v.J. 1112).
R. 11 Zeilen Text, davon enthält Z. 2 — 3 fast nur Zaubercharaktere,
darunter IC XC. Anscheinend aus einer Sammlung von medizini-
schen Beschwörungen. Erwähnt werden außer Jesus Christus
einige Zauberworte. (6TB6 TCpMC — AIO AIO [TAXH TAXH]).
V. 10 Zeilen Text. 1 Zeile Zeichen. Beschwörung von Dämonen
zum Schutz eines Hauses vor Reptilien. (A6MCDN — ACCA
Öy ÄÄÄCDe). V. übersetzt von Krall, 'Führer' S. 58 Nr. 197.
Herausgegeben in der Textausgabe.
LH (115). An 201 (Kasten 201), Papier, vollständig erhalten,
einst doppelt gefaltet, 7 X 7-3 cm. Saidisch. Urkundenschrift des
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 29
X./XI. Jahrhunderts (vgl. XIX». Auf dem R. ist der Text aus der
Mitte heraus im Sinne des Uhrzeigers spiralförmig in 7 Ringen
geschrieben. (-fCDpKC epOK — THpH AIO). In den 4 Ecken
liest man die Worte AIO TAXH TAXH TAXH. V. unbeschrieben.
Beschwörung des Engels Ruphus durch Gefäßzauber.
Verfluchung. Erwähnt wird das Land Ägypten. Hinweis auf
den Anfang des Textes bei Kkall, Mitteilungen V 118. Heraus-
gegeben in der Textausgabe. Dazu Abb. 1 der Taf. IL
LIII (116). An 529 (heute in einem Schaukasten der Ausstel-
lung), Pergament, Amulett mit der Bitte um Hilfe. Die 1. untere
Ecke ist bis zur Mitte des Stückes ausgefressen, 7X6 cm. Fayümisch.
Urkundenschrift des X./XI. Jahrhunderts (vgl. zu XIX und die
Subscriptio von Or 7024 v. J. 985 bei Budge, Apocr. Taf. 58 nach
'S, 176 ; am ähnlichsten die Schrift des unedierten Berliner Zauber-
textes P 8503 [31], den ich ebenfalls in diese Zeit setze). R. etwa
22 Zeilen Text, der von einem in Strichzeichnung wiedergegebenen
Uräus (der sich in den Schwanz beißt) eingerahmt ist wie von
einem Viereck. V. unbeschrieben. Erwähnt werden Sesenges
Barpharanges, Gott sowie die Cherubim. In dem Gebet
griechische Zitate wie in XVI und XXXII. Der Text ist angeführt
im 'Führer' S. 125 und anscheinend als griechisches Amulett auf-
gefaßt, in das, wie z. B. im Großen Pariser Zauberpap., koptische
Formeln eingestreut sind, die den Zauber kräftigen sollen. Es
handelt sich indessen um ein koptisches Amulett. Erstausgabe
von Kbopp bei Pkeisendanz, Griech. Zauberpap. II S. 181. — In
die Indizes dieser Ausgabe ist das Wichtigste eingearbeitet. (Z. 2
ANNNrxj ]o cecerrec — z. 17 önömata bohg[i]a
[...]HMAC AI folgen Reste von o Zeilen).
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzli. Rainer.
C. Texte und Kommentare.
XV [87].
Schutzamulett.
MÄHT
OÜ)H NCCOH f
ANANIAC AZAfHAC MICAHA
C6TPAK MICAKOMÜ36CDA
A^HMAKXD f
GCDAAA BCDAAX MCDCAA
■fr
m
Kritischer Apparat. 7] mu>gaa P: hcdam zu lesen? Vgl. Komm.
zu Z. 7.
Quellen und Parallelen. 4 ff.] Vgl. Komm, zu Z. 4. 7.
Kommentar. 1] Mähet ist vielleicht Variante des Namens mazmht
(Crum, CBM 664); vgl. auch Index s. v. und Heuseij, Personennam. I 115 u.
2] ccdii, wohl =-- zwh Eva wie Or 6948(2) [64] 12.
4] Die drei Männer im Feuerofen begegnen mit ihren hebräischen und baby-
lonischen Namen (Dan. l,«f.) in koptischen Amuletten und Zaubertexten öfter:
P 11 347 [34] 43; Or 6918 (2) [64]; Or 5525, 83 ff. [54]; XXVII. In den letzten
drei Fällen handelt es sich um Krankcnheilung; man kann daraus schließen,
daß es sich auch in obenstehendem Test um ein Ileilungsaniulett handelt. Dem
widerspricht der Berliner Text (P 11 347) nicht, in dem von einem Ölsegen die
Hede ist. 1
5] Der Name micak ist durch das angehängte omcugüda entstellt, man
weiß nicht, .wieso.
6] A^'HMAKCD - Wfiitavü der LXX; vgl. P 11347 [34] 44 ABAGtlAKtD
s. a. Or 5525 [54] 85: Or 6948 (2); XXVII steht AB^lMAK[o]).
7] In den Parallelstellen pflegt dem Namen der drei Männer im Feuerofen
ein Passus von drei magischen Worten vorauszugehen, bzw. nachzufolgen. Er
hat folgenden Wortlaut:
V 11 347 [34] 44
Or 6948 (2) [64]
AAA • MOYAAA • KOyAAA
KAKAKO • OGAAA MI IAA
Or 5525 [54] 80 ff. gaaaa • mgaaa • K(dkaa8xxa • maaa BoyK
XXVI 1 [97] AAA MIIAAA KOyKAA
Die Silbe AAA spielt dabei die Hauptrolle; im einzelnen weist die Zitierung
dieses 'Schutzrufes' große Varianten auf. Die Lesung mudaAa vermute ich auf
(irund der Parallelen. Die Entstehung der Formel ist ungeklärt.
Es sei besonders betont, daß die Namen wie die Formel mit Ausnahme
von P 11317 [34] bisher nur in fayümischen Texten nachweisbar sind. Dies ist
um so mehr zu beachten, als die Zahl der fayfimischen Texte im Verhältnis zu
den saidischen sehr gering ist. Auf Grund dieser Erwägung wie der Beobachtung,
«laß die merkwürdige Schreibung für amtcnakcd nur noch in dem fayfimischen
Wiener Text XXVII [97] vorkommt, vermute ich auch für dieses Amulett
fayümischen Ursprung.
XVI [88].
Schutzamulett gegen Schmerz.
6TB6 OyA
6HJKAC C2AI
neTpoc yc ni
OJ6 NMAfl2A
4] Die Form des Namens z. B. P 5527 [5] 8.
1] P 8324 [21] eTBe-riKAYMA . . . gtbg oyu^AA 6<jtitkac u^bc ntia-
J'AAMA Mfj CGCyq NTIA^PAAMA USW.; P 880 [3] GTB6 OyA GHTAyO CtJOH
«;boa 2n-rJpuiM; dazu die mediz. Rezepte P 8109 [9]; Kairo 45 060 [120] 24ff. ;
Free« coli. 593 [123] ed. Worr. S. 245, 14 ff. 2] XXVI 23; XLV 11.
1 Lediglich Oxford Ms -C) 4 [70] 21 f. ed. Crom ÄZ 34 (1896) 85 ff. weicht
ab. In dieser Verfluchung werden die 3 Männer neben vielen andern göttlichen
Gestalten (4 Tiere, 24 Presbyter) aufgerufen zum x*t*03£iv.
32
Viktor Stegemann.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer.
OD
GCOIHX 6pAH
6KIXHX OIAIHX
Cl[.]XXHX XIHX
l . KIAIWX • <|>lO
HX • HipXHX • Kp
IHX 6IA.1HX
OniAIHX cypcD
ahx : xroxxux
imnoyhx §<d
exMHx • rpicro
ynx ^y^-M^
HX CDXIOIHX
<j>IXXäOM GYX[0
2fl .THCpfj CT6ipiCO[N
4>POYPHCON
Verso: 6N AYMAM61 CCD
bohohcon hmac
Yxocoy tayt
25 crjopen • neTpo[c
6YXAic kä npec
BIAIC TCÜN AKl[X
ON TGCCApeC N
zayon xrrexo
:to K TYN KÄ if
9] ci[cd]xaha? 15] = Y MNO Y HA 5 s ' Komm. 16] lies xpictoy» 'A.
19] zu cyAorncon nach Nr. XXXII (Verz.) zu verbessern. 22] über cu>
am Ende der Zeile wohl ein p, wegen 1. Petr. 5 vermute ich ca>(T)np(oc).
24] = 'iWai? tayt eyopen verstehe ich nicht. 26] kÄ P: - xa(.
30] ty» = A.yMAM6ic. Das Zeichen = npecBY TG P ol > vgl- 0r G796 (2. 3.)
I [62] 43. 31] unleserliche Spuren yon P/g Zeilen, es folgte vielleicht noch-
mals bohohcatc hmac wie LIII [116] 3.
7] Listenfragment einer Liste der 24 Presbyter, s. Komm. 19] Or 5525
[54] 33 4/yKSCtDN (lies <|>yaa?.on) cuenAccmi aytcdh (lies aytoyc) iaoj
CABA(DO; XXXII (Verz.). <t»iXal;ov axETtacjov . . . xaOatpioai oijxä? Wess.. Neue Gr.
Zliuberp. R 2. 21] 1. Petr. 1. 5 ujj.5? rol>; lv 5'jva;j.st Oeou (ppctupoujjivou;. 23] vgl.
XXXVI Komm, zu 1.
In betreff eines, der Schmerzen hat. schreibt Petrus: Jesus,
Sohn der Maria (ZZ), Esoiel, Erael usw Olithiel! Bewahre
(©üXaqov), segne (suaö-^giv ?), stärke (^p^cv), bewahre (spoüpr^ov),
in (lv) der Macht, (cuvi^ji) des Erlösers (cw-yjpoc), hilf (ßorjO^acv) uns
(■'wäc), erbarme (t'Xaca'.) (?) .... zuerst (??). Petrus: mit Gebeten
v-r/ßlz) und (%a\) Gesandtschaften (^psaßsiaci?) der Engel (ä'yvsAos),
der 4 (yiccapEz) Tiere (^wcv) der Engel (ä'-ffSAs?), der 20 Mächte
;uvaij.£t;), der 24 Ältesten (Tpsoßi-tepsi)
1 ff.] Das ganze Stück hat seine Wirkung von der Fiktion de» Heiligen-
briefes; vgl. die Christusbriefe in den Parallelen und die Gebete unter dem
Namen der Maria und des Gregorius (Kropp HI 377 ff.). Die Praxis ist alt; siehe
das 'von Isis geschriebene Amulett" Or 1013A [46] 2, wozu der magische Text
des Neuen Reiches zu vergleichen ist. den Hopfser I § 790 erwähnt.
3] Über die Stellung Christi in den koptischen Zaubertexten s. u. zu
XXVI 37; das Material Kropp III §81 — 113. Eine Bearbeitung unter historischen
i Jesichtspjmkten fehlt,
5] Die Zeichen mir unerklärbar.
7] Die Engelreihe führt 19 Namen eiuer Liste an, die zu der mehrmals
belegten alphabetischen Namenliste mit den 24 Namen der Presbyter gehören,
die in der koptischen Literatur sehr verbreitet sind (vgl. St. Gaselee. De XXIV
senioribus apokalypticis et nominibus eorum in Parerga Coptica I, Cambridge 1912).
Die Vorstellung geht von Apoc. 4, *. io und verwandten Stellen aus; nach einer
lls. in Oxford ist die alphabetische Anordnung 'Aurlösung des Namens des
Lammes', also wohl Umschreibung von dessen Wesen. Daher die Nennung von
Jesus Z. 3/4. Genau so ist in dem freilich sehr zerstörten, lediglich in den Namen
abweichenden Text (die Anordnung ebenfalls alphabetisch) P 8330 [27] verfahren:
iTst werden die Engel aufgezählt, dann ist Jesus zitiert. Rettungsbitten und Amen
.schließen. Vgl. die verwandte Auflösung von Gottes Wesen aus den Namen der
1 Tiere (Komm, zu XIX 1). Die Überlieferung der Listen in den Zaubertexten
ist sehr verschieden; nur die Liste in P 11347 [34] 18 ff. ist wirklich gut erhalten
und stimmt weitgehend zu den Teilen zweier Listen in koptischen Hss. (nach
Gaselee a. a. O. S. 36 und Or 5899 (I) [55] verso zusammengestellt und verglichen
von Kropp III § 226). In der obenstehenden Liste ist am Anfang irgendeine
Verwirrung eingetreten; der Schluß stimmt zu P 11 347 [34] 18 ff. Man vergleiche
Wien: cüaioiiia mit cüaioiha P 11 347 [34] und Or 5899 (1) [55]
4-lAAchAiiA „ "fiAAcbAiiA P 1 1 347 (-fopAGAHA Or 5899 [1 ]i
rpiCTOYHA ,, xpiCTOYHA P 11 347 und Or 5899 (1)
(htueAMiiiA „ — ((htAOnAHA P 11 347;4>AriOYHAOr5899ri])
immoyha „ Y MNO Y MA P 11 347 (Or 5899 (1) Yi. ] A )
— „ taypiha P 11347 und Or 5899 (1)
CYP<r>AHA „ ceptDAiiA P 11347 und Or 5899 (1)
Die vorangehenden Namen sind mit diesen Listen nicht zu identifizieren bis auf
Z. 11 nipAHA. das P 11 347 als mhpaha wiederkehrt. Daß Kontamination vorliegt,
iihellt aus den drei mit g- anlautenden Namen am Anfang. Die falschen Namen
weisen aber überall Bestandteile auf, die in den genannten Listen vorkommen;
so steht, statt nieitiA Or 5899 (1) eniA-iHA; kpiha für paha P 11 347, bzw. poyha
Or 5899(1). Demnach kann an der Bedeutung der Liste kein Zweifel sein.
Sitzungsberichte .1er riei.lell). Akademie, pliil.-liist. KI. 19:13/34. 1. AStli. ■'>
34
Viktor Stegemann.
19] Diese Imperative entstammen entweder einem mir nicht bekannten
griechischen Gebet oder sind aus entsprechenden Stellen des Alten und Neuen
Testaments zusammengestellt, Leider läßt sich die Stelle wegen der Verderbtheit
nicht mit Sicherheit im Wortlaut festlegen. Zu ^üXaEov vgl. Ps. 15, i: <pjX«£o'v p.?.
y.upis (vgl. lti.s: 139, r,; 140,9): ZU suXöpjcrov S. Ps. 60,7 S'jAoyrjcrat 7;ij.aj 6 0:ric, Vgl.
P.S. 128, s: cuXoytj zupt'o-j i^p' GuS;. Zu amjpi'jov S. Apoc. 3,2 cmjptaov ra Ao«ä « £[J.sXXov
a^oOavstv. Zu tppoüpr,ao7 (im AT nicht zu Gott gesagt) s. Phil. 4, j: r\ dprpr\ toü
Qsou . . . cppoup/jOSt -a; xapoia; &p.<ov. Zu jiorjflrjaov vgl. Ps. 78, 9: ,3o7^0r,aov %:v ö Osö;
6 <7(OTJ)p r,iju7jv, vgl Ps. 69, e und 108, 215; Math. 15, m. Zu TXaaai vgl. Ps. 78. s: IXäaOrjn
-a"; aaaoifai; j,;j-'Öv, vgl. Luk. 18, 13. Dazu den priesterliclien Segen 4 Mos. 6,2-4 0'.
2öj Die Rolle Petri ist hier nicht klar; es scheint, als wäre er Fürbitter.
In der Bartholomäusapokalypse (p. mb Z. 5) ed. Bcdge (S. 32) wird er von Christus
sehr ausgezeichnet: AAipo ntrrpoc nM-nicKonoG neKAOM MNxnocTOAOC
27] Der Schluß ist unverständlich; es sind die Gewalten genannt, die die
Gebete bei Gott vermitteln. Zu ?<j)ov vgl. Apoc. 5, 11; tuv möchte ich für Ab-
kürzung von dem in solchen gnostischen Zusammenstellungen himmlischer Milchte
vorkommenden ouva[j.£i; halten: vgl. Lond. llay 10 391 [65] 81 cjai nc ka. rinpec'
MMNeyA-yriAMic; äun '- l 'h<h 83. 88 usw.; Or 4714 [47] im Gebet Mariac ad Bartos
p. 3(r) xeKAC gkgccdtm cnxzpooY nrTrJMOOY nai hoyogim nna,ynamic
TtipoY MMnuYG maii caoc MNApxxrreAOC usw.; Rossi (bei Kropp I) [85]
VI 18: X 16; Freeu [123] S. 251, 17 ne'i'urr FiFixrrGAOC Mrinxpx-HArrGAOC
Tiipoy MFirjA-YMAMic riipOY-
XVII [89].
Amulett zur Krankenheilung mit zwei (.obeten.
cn xyo3 ^nxpAKAxi m
MATH MHOOY XGKAAC
6T6BI 2121C6
NIM 21PA2T Ayq> 21
T
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 35
NIM 21T
AIO AlO TAXH TAXH
pconen aycü ^napaka
A6I MAIN noooy x
6KAAC 6T6BI Hill . . .
... MNflNA
.... CABOA
AI .... M . AAy ... nCD
TIC6TN . . . KA2
AIA AlA TAXH TAXH
Kartusche: xbao rin] unklare Formel; vielleicht ao 'aufhören 5 , das in
mediz. Rezepten häutig ist: P 8109 [9] A 12. 15. B 7; Lond. Hay 10391 [65] 59.
Der Sinn der Buchstaben in der darunter befindlichen Kartusche dunkel.
:>] xgkaac formelhaft; deutlich Z. 12. 4] gtgbi: wohl = gtaei (XVIII 13.
XXVIII 5)--=ntabi (s. Appar. zu XXVIII 5). Es folgen Krankheitsbezeichnungen;
die Spuren lassen sich aber mit den bekannten Reihen a. a. 0. nicht kombinieren;
vgl. noch XIX 5; Or 5525 [54] 22ff.; XLIII 18f. 5] pA2T: > po>2T schlagen.
:(lso 'Wunde', vgl. Or 4721 (5) [52] 6. 11. 12] s. z. Z. 4.
1 ff.] vgl. XXVI II 2-3. 5.
10] ebd.
XVIII [90].
Amulett zum Schutz gegen Krankheit.
[•
]
l"l MIXAHA KA TAHpiHX
ApiHA pA<j>AHA COYPIHX
2p[A]KO YH\ C62€KIHA
ANAHA AA<f>A A60N
Ergänze etwa: -]-conc Kyo) -J-riAp akaai mmcutn Mnooy rü riApxxrrc-
AOC CTOYAAB GTG MAI MC NGypAN
1] Erzengelliste und Alphaformel in unmittelbarer Nähe P 11 347 [34] 29 ff.
- Or59s7[57] 36: mcoyc ka riGTOYAAß kÄ usw. 4] Alphaformel XIX 1;
1*8105 [8] rechter Rand.
3*
<">(.) Viktor Stegemann.
__ ( j ) — ^ e , TA p K
O 6MMOT6N NHOOY GH
N]e[re]NpAN mnn€tgn(?om
MNNGT6N<|>Y xXK T
npiow . ok . Ic nexic (sie)
10 epOTG X6KAAC 2MT6y
rjoy eiMAMoyp eFJFii
6XCÜ CCDXIMAM nü)6M
MXpi2XM 6TABI NTHY
2ITITKAC MTM6CA
15 [GBOA J
9] Enthält die Lücke eine Apposition zu <1)yaakt . ? 10] eparm?
12] ct.ü): lies GxTi. 13] ctabg wie XXVII 7; XXVIII 5; dazu XIX 5
u. XLIII 14. 141 TM6CX Frauenname V
5] Or 1013 A[4ö] 21 GiTApKCD i¥i[ok]; Rossi [83] VII 1 gitapko mmok
Mnooy rxqpiHA; sonst stets Praes. I. 5 ff.] Or 5525 [54] 1 titaaka mak.
cngkagn MNT6Kf?AM mmmgk<|>yaakti ipion ; P 8325 [22] 1; P 5525 [5] 5
usw. — Pisadel 263, u: öpxi'Cü) G>j.sq mm tö ö'vojj.« to5 [xsyaXou Osou , . .; GZP III 75 ff.;
vgl. P Osl. 1. XI 258. 345, wo immer zuerst die Forderung angegeben ist. auf
die mit ov. das 6pv.(?<,> als Begründung des ausgesprochenen Zwangs folgt,
11] XXVIlISf.: XLIV 16.
Michael und (/.ä(*?) Gabriel, Ariel, Raphael, Suriel,
Raguel, Zehekiel, Anael, Alpha Leon Aner Phone. Ich beschwöre
euch heute bei euren Namen und euren Kräften und euren Amu-
letten (suAay.Tr ( piov) ..... Jesus Christus gegen euch(V), damit ich
sofort binden werde d.... (Name eines Heilkrautes oder ähnl. ?)
auf Soliman, den Sohn der Maria, und [hinaus] tragen den 'Wind 1
und Schmerz der Tmesa ('?)
1] Zu der schwankenden Überlieferung der Erzengelnamen vgl. Hoppnkk I
§ 141. Die dort angeführten Listen weichen erheblieh von den koptischen ab
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh, Hainer. •'''
Kropf III § 128). Vgl. die folgenden Listen in koptischen Zaubertexten mit
obenstehender (die Namen nach der ersten geordnet):
I. P 11 347 [34] 34 MIXAHA lAKpiHA 2pA(|)AHA GOypiHA ZGTGKOIIA GAAAeiMA
AN AHA
:». Or 6706 (2. 3.) I [62] 85 mixama GAKpniA 2pA<|>Ai ia coypiHA capa<Loyha
ACoyiiA äpAroynA
;. Or 5525 [54] 116 mixama tabpiha 2pa<[>aha coypiHA CApAcboytiA 2p a-
royi-ix am aha
i. Or 6796 111 [62] 15 mixama pabpiiia 2pa<|>aha [c]oypiha capac|>aha
OYPIMA ANAHA
,">. Leiden [83] IX 14/15 mixama tabpiha 2PA<|>ama axaiia cgagkiha oypiiiA
AM AHA
6. Leiden [83] IX 13/14 mixama rAspniA 2pA<bAHA A^aha cga.CK.iha oypiha
ANAHA GGtTTÄ
7. Fhkeh coli. 593 [123] S. 242, 22 mixama gabpiiia paJ>aha coypiHA CApx-
c|)AHA OypillA ANAHA
*. XVIII [90] 1 ff . MIXAMA GAHpiHA pAt|>AHA COypIHA CG2GKIHA 2pAKOyilA
ANAHA ApiHA
Es ist wohl nur ein — für die Schwankungen dieser Listen freilich sehr
bezeichnendes — Versehen, wenn Nr. 5 und 8 acht Erzengel aufzählen.
4 f.] Der Zusammenhang zwischen der Alphaformel (vgl. Komm, zu
XXVIII 10) und der Erzengelliste scheint darauf hinzuweisen, daß diese Formel
Symbol irgendeines Teiles der Macht des christlichen Gottes ist; vgl. ihre Um-
gebung in P 11 347 [34] und meine Bemerkungen zu XIX 1.
11] Nur in den Wiener Texten begegnet uns die merkwürdige Wendung:
ich beschwöre euch, damit ich' statt des sonst üblichen 'damit ihr...' (vgl.
P 8320 [17] 4; P 8325 [22] 3/4 usw.) wieder: XVII 12, XXVIII 5 und XLIV 16.
Nimmt hier der Zauberer die Dämonenkraft erst in sich auf durch das gitapko,
bzw. Ticonc [XXVIII] und bannt dann seinerseits die Krankheit? (Vgl. auch
die ebenso merkwürdige Formel London Hay 10 391 [65] 28 aio aio xg -|cx>pn.
GPOK nnGKNOS NApAH [statt NpAtj] XGKAC GIGipG NCANApCDI nr[xo>K gboa]
, zur Ergänzung vgl. ebd. Z. 22] ngamatot [2MoyjTAXH mn oyKGm-i
MJOKA.A.). — gnmi abgekürzter Name einer Heilpflanze oder ähnl. XLIV lö
hat dafür ciriAMAp Tiirioy, was hier aber nicht steht, cn ist wohl Acc- Zeichen:
durch das Aufbinden des Heilmittels auf Soliman wird die Krankheit vertrieben
zur Formel vgl. Komm, zu XXVII 6. XXVIII 5).
13] Zu Tiiy vgl. XXVIII 5 (Komm.). — Schluß unklar.
38
Viktor Stegemami.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 39
XIX [91].
Amulett zum .Schutze gegen Schmerzen und Krankheit.
CATCüp ApeiCD T6N6T COl ßfh pCDTAC A\<|>A A6CDIM <J>tDNH
ANHp AKPAMMA
TA nepiTCÜN COYPlöiOM nXpÄMHfA(D CDXAMHM ÜL>pCD<|>Ä€tDM
pcüBtHx epmxc AnABAeoyHx MAMxpicDe pconc Ayco
'|-nxpAKXXI MCDTN AyCD •f CDp6K 6pCDTN Nt16NTAYC-f- NMCH
2IXM n6CCTAYPOC Xe eT6TNBl ni2ICe MN HITKXC GBOA 21
KipA 2HY Tü^epe MAP12AAM NT6TN-J- NAC NRTAXtfO 21TN
T6-OM NTMRTXOGIC NlÄCD CABACDG AX<]>X XX<]>A 61
<|>CÜNH ANItp 06BNA ATXDp XpXtDM CATCDp ApGTCD
T6N6T CDTepA ptDTXC GltD TAXII TAXH
1] XKpXMMX TX P: XNXNKJTX KtULL. 2] COYPIOIOTI P: COYPINON
Krall. 3] opinxc Krau,; möglich auch -j-piNXO. 4] tinCfiTXYC-f-
P: MnGNT. Krall, doch sind n, m und n sehr ähnlich. 5] niTKXC P deutlich
ni Krall. 6] MXpi2XXM P: MXplJXM Krall. 7] NTMHTXOeiC P
? % ''
ntmntx" C Krall. Statt ntm" schrieb der Schreiber zuerst anscheinend nn. 2
was er dann verbesserte, ohne die Spuren von n und 2 ganz zu tilgen. —
ei] kontaminiert aus agcdm? 8] eesNX Kkall: o unsicher, vielleicht -j-eBMX
9] eio> Krall: fast ganz verwaschen; ob eq = qe ^ «;j.r,v? (vgl. zu XXV 40)
1] Sator- und Alphaformel XXVI11 10f.; Ckum, Copt. Ostr. Nr. 490 [45].
1/2] zu xkpxmhxtx — MXpMupxcD in Verbindung mit der Alphaformel vgl.
P 11 347 [34] 29: nxpXMxpx • ziupcueion • nepirori • xkpxmxtx, dazu Or 1013 A
[46] 24 f. 2] üjxxmhm — epmxc ohne Parallele. 3] xnXKxeoYHA
und Akramataformel Or 1013 A [46] 25. — MXpMxpKue Rossi [85] V 7; lleid. 1081
[4 1] II 2; Hay 10 391 [65] 74. — 4-conc usw. XXVII 5. Folge von -|-conc- und
-J-<x>peK-Formel nicht belegt, nur -LnxpxKXXi — TirxpKO Leid [83] III 17. IV 23.
1J Leid [83] VI 14 nnoyTe frrXYCTXYPOY mmom 2xpoc\i; XXX [99] B 2/3.
5] XG usw. XLIII 13 und XXVII 6; vgl. P $313 [10 II] T 6. 0] -j-nTXAffO:
sehr häufige Bitte: XXV 12 f.; vgl. zu XXVIII 34. 7] tüom ht. usw.
Kairo 49 547 [121] ö JTjtsom Oiacü; Or 5986 [56] 5 nxiurr mixaha • . . 2irrX6XM
6fJ2NTXffXM Mnxxeic cxbxcdo. — Leid [83] XVII 28 aa. cotjxi XA<bx;
vgl. Or 4714 [47] p- 2 nxpxn no xac|>x (sagt Christus). 8] Satorformel am
Ende: XLV -; XXVIII 10.
Sator Areto Tenet Ütera Rotas. Alpha Leon Phorie Auer. Akramnui-
ia Periton Surithion Paramerao Ochamen Orophaeon
iJobiel Thriechs Apabathuel Mamariöth: ich bitte und
rufe (zapaxaAstv) euch an und ich bescliwöre euch bei dem, den man
am Kreuz (c-äupoc) gekreuzigt hat (gt«'jooöv), daß ihr entfernt das
[Leid und den Schmerz aus
iler Herrin (-/.usta) Lew, der Tochter der Maria, und daß ihr ihr
[die Heilung gebt durch
die Kraft der Herrschaft des Jao Sabaoth Alpha. Alpha Leon(r')
Plione Aner. Thebna Ator Archeehon. Sator Areto
Tenet ütera Rotas. Amen(V). Schnell, schnell (-x/ö ~y.yß).
1] Zur Satorformel s. Nr. XLV1I: Alphaformel s. zu XXVIII 10. — Akramata
msw.] Zaubernanien der 4 Throntiere Gottes, wie aus Or 1013 A [4G] 24 f. (vgl.
Apoe. 4, 6- 8) hervorgeht. Wenn P 11317 [34] 27 steht: GKeTNNOOY cyxpxi
!, u)xpoi] MnooY mhckÄ. ncont mxccdmxtoc • tixniqZ. riax • tun* ntgn2 •
\A(|>x Aiia>M • (La)UM xuiip • xpXMApx • zcDptoeiorj ■ neprron ■ xkpxmxtx, so
ergibt sich daraus, daß die Alphaformel Symbol der Tiere ist, auf denen Gott
ili ront, die also wie die Satorformel zur Beschreibung der Christengottheit
u-ehört (vgl. Khoi>i> III § 221).
3] Zu Apabathuel Mamariöth als wahrem Xamen Gottes vgl. zu Xr. XL 1.
4] Eine Beschwörung bei dem ans Kreuz Geschlagenen in den kopt. Texten
aieht belegt; wohl bei den '3 Worten, die der Sohn am Kreuze (otaupo;) aus-
ließ": Kairo 49 547 [121] 16 t'., Cambridge [74] 22. Im übrigen begegnet das Kreuz
Christi in den Texten sehr oft, z.B. livi.. 102 [68] 13: Leid [83] XXVIII Off.;
\ LV [108] 2; Or 6796 (4) [63] 2. 25; Rossi [83] XVII 2. Dazu Krow III § 99 -105.
6] Kipx 2iiY:KYP'^ Titel, vgl. CPIi II Xr. CLX 13 kyp* ocorutDCTA
r(])(3 Mn[. . .; Kvt. 158, 34 (vgl. 2) KYPA co<|)ix, ebd. 12 tkyi*a gyaoiix
i [ujH]Hp[e] nnoYMXKxpioc. Im Hellenismus wird der Titel xöpio;, der eben-
falls in kopt. Texten begegnet, in Papyri und sonst als ehrende Anrede hoher
oder geachteter Personen verwendet (Kpikt. eneh. 40: vgl. Pkeisioke, Fachwörter
s. v. xüpio;; Pauly-Wissowa s. v. Kyrios Sp. 177, 9 ff ). Ob er auch im XI. Jahr-
hundert n. Chr., dem obiger Text angehört, noch etwas bedeutet? Wenn ja,
«.Ire hier ein Beweis, daß damals auch in der Oberschicht der ägyptischen
Bevölkerung koptischer Sprache Zauber verwendet wurde. Vgl. Nachtrag.
Der Name MXpiaxM sehr häufig: vgl. die Indizes von CI'P IL Crlm,
f'BM usw. — Die Heilung ermöglichen die angerufenen Dämonen durch die
Kraft der Herrlichkeit des Jao Sabaoth; sie sind wohl als an ihr teilhabend
.•redacht, und doch wieder, da Apabathuel Mamariöth, wie der Vergleich mit
40
Viktor Ste.gemaiin.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung- Papyrus Erzh. Rainer, 41
Or 1013 A [46] 25 zeigt, selbst nur ein anderer Name Gottes ist, mit Gott identisch.
Diese Trennung Gottes in einzelne Hypostasen hat ihre Parallelerscheinung im
christlichen Trinitätsdogma.
7] mntxogic in Zaubertexten nur noch Leid [83] XII 19. Alpha heißt
Gott wohl, weil der 1. Buchstabe des Alphabets als solcher hervorstechende
Bedeutung hat, vgl. den Preis Gottes bei Budcse, Apocr. S. 20 Z. 10 v. u.
(Apocr. S. 20): neooy n*k aa<|>a thpm zamhn.
m caaaocugha ergänzen und an den seltsamen Erzengelnamen caaaqhia
il* 11347 [84] 35) erinnern (die Liste der Erzengelnamen ist uneinheitlich über-
liefert, vgl. IIopfker I § 141 und zu XVIII [90] 1), zumal ein Heidelberger Text
•41] 11 6, der ebenfalls an caaagiha gerichtet ist. den Engel mit den mit.
unserem Text übereinstimmenden Worten neecoui \m usw. (s. Parallelen) be-
Hcihreibt, Leider kann nur die Identität des Engels fast sicher behauptet werden,
da ich auch in dem (unveröffentlichten) Heidelberger Text (subachminisch)
iiü6-uxy ne nÄ. ijotgnamic nicht zu deuten vermag.
XX [92].
Beschwörung oder Amulett(V).
V. -f-TApKO 6MMOK CA
ecD6H\ ne&üJO)
. MIBHA AKTupe
1] Zur Ergänzung vgl. die Parallele.
(s. Parallelen), kaum Spuren vorhanden,
ein c oder o.
2] Vor o noch Raum für aa
3] unklar: am Anfang vielleicht
XXI [93].
Amulett gegen Skorpioubiß.
MIXAHX rABp[lH]\
62pA<j>AH\
Darunter ein Skorpion,
nach links schreitend.
1] Or 6794 [60] 2 titapko mhok Mnooy nciurr gtoyaab . . .
(5) TITApKO MMOK MllOOy AAyeiOGA nGTUHX GXN neAOS MnUjHN
Mno>M2 usw. 2] Iteid. 1681 [41] II 6 -|-conc xyen -]-riApAKAAi on mxk
Mnooy caaaoiha ncscDU) ne (Sinn?) HZ mgtonamic gtg mai tJGypAu,
folgen die Namen.
Ich beschwöre dich, Sa[la'?]thöeel, der
Es gibt wenig Texte, die mit titapko als Beschwörungsformel anfangen;
meist heißt die Formel tiujpk GpoK — Namen — , titapko mmok. Danach
ist wenigstens zu erwägen, ob der Text des R°, der leider unleserlich ist, das
gewöhnlieh vorangehende -]-U)pK hatte. Die Gottesnamen pflegen in diesen Ge-
beten, mit adjektivischen Beiwörtern und Relativprädikationen erläutert, zu folgen
(s. die Parallelen). Ich vermute darum in nG6-u><jy[ . . entweder ein Subst. (— wohl
kaum eßaju) Äthiopier — ) oder einen Relativsatz; dann wäre da t ausgefallen
(s. o.). In dem Verbum muß etwas ausgesagt sein die Beziehung betreffend
zwischen Sathöeel und dem auf -mibel endenden Dämon; vgl. z. B. LII An-
fang. — AKTupe ist unverständlich. — Ein Engel Sathöeel ist unbekannt; es
fehlt aber wohl am Anfang der 2. Zeile ein Stückchen; man kann dann caocdgha
Vgl. Abb. S. 19. — Amulette gegen Skorpionbiß kennen wir nur auf einem
griechischen Papyrus (P. Osloens. 5, e, vgl. Parallele z. XXX) und in arabischen
Zaubertexten Ägyptens; in koptischen Texten ist an 2 Stellen von Abwehr von
Reptil-, bzw. Gewürmbiß die Rede (LI; Ryl. 104 [70] sect. IV). — Die An-
rufung der 3 oberen Erzengel erklärt sich vermutlich aus der beherrschenden
.Stellung, die sie im Denken der christlichen Ägypter als Schutzengel der Be-
völkerung und Fürsprecher bei Gott einnahmen. Eine ähnliche Trias der Erz-
engel mcxaiia pa(bpi)ha coypiHA findet sich auf einem kleinen Londoner
Amulett Or4721(2) [49], dort in Verbindung mit ic ■xc cabaojg; die gleiche
begegnet Aberdeen [73] 2. Einem Bericht des Alexandriners Didymos zufolge
waren im IV. Jahrhundert Kapellen mit den Gestalten Michaels und Gabriels
in den Städten, hinter den Kirchen, an den Straßen, ja selbst auf dem Felde
überall zu sehen; die Leute kamen von weither zu den Gnadenorten, um sich
der Fürbitte der Engel zu versichern (De trin.it. II --■ Mign. P. Gr. 39, 589).
In den koptischen Zaubertexten lassen sich Anrufe an die Erzengel, Michael
und Gabriel insbesondere, vom III. bis zum XL Jahrhundert nachweisen. Die
Vorstellungen der Texte zu den einzelnen Engeln hat Kropp III § 133 — 143 zu
einer Darstellung verarbeitet; eine Verbindung der Vorstellungen in den Zauber-
! exten mit der sonstigen in Ägypten verbreiteten religiösen Literatur ist leider
nicht versucht, aber ungemein wichtig, um sich von der Bedeutung des Anrufes
dieser Engel seitens der christlichen Ägypter eine richtige Vorstellung machen
7.» können, — Ein arabischer Skorpiontext im 'Führer' Nr. 999.
42
Viktor Stegemaim.
Diu koptischem Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzli. Rainer. 43
XXIV [94].
S ch u t z a mul e 1 1 (?).
einen o exepoyc .- —
Je -xc ncyupe nriA exoy
^ mm im iii!
(i
MX NK 2 Tin
7
6 CXTCDp ApeOO) . T6N(;T
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10
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11
aoza Toy ey amhn
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ANAMIA AZApiAC
H
MICAIIA jC.
1] G-xopoYC: statt exOpoc wie XLV 24 (vgl. krit. App. zu 1). 7] Apooci)
scheint dazustehen. 9] kc /.ipio; BACiAeon kta. [iasiXE-iwv ek ™« a»T>va.
11] A.OZA steht so da. doch ist das £ wohl als verkürztes ? aufgefaßt.
7/8] Satorformel XIX: XXVIII 10; vgl. XLVI1. 8/10] XXI.
9] Ps. 145. lo. 11] Ephes. 3, 21 «iT<7> ij So?« , . . ä F ; v . 12. 14] XV 4; XXVI 1 4.
Das auf ein PalitnpseststUek aufgeschriebene Amulett (vgl. Abb. 2 der
Tat II) nennt in dem besten Teil Z. 2 und ab Z. 7 den Namen Jesu und des
Heiligen Geistes, die Satorformel. die 3 ersten Erzengel und die drei Männer
im Feuerofon. Aus der Verwendung der Satorformel (über sie als Symbol des
thronenden Gottes s. z. Nr. XIX 1). der 3 oberen Erzengel (vgl. XXI) und
der drei Männer im Feuerofen (a. z. Nr. XV 4), ergibt sich der Charakter des
Stückes als Schutzamulett. Der griechische, aber mit koptischen Buchstaben-
formen geschriebene Text des Paliinpsests ist nur in Z. 1, 9 und 11 zu lesen.
Es scheint, wie aus Z. 11 und dem Schlußstrich Z. 13 hervorgeht, sich um den
Schluß eines Buches zu handeln, aus dem der Zettel zu Amulettzsvecken heraus-
geschnitten wurde. Dabei ist zu beachten, daß man Z 1 einen o ocopoyc (I/Opö;
der Satan?) und Z. 11 aoua roy oy am hm stehen ließ, was also wohl mit zum
Amulett gehören soll. Die Zeile, über die die Formel geschrieben ist, wurde
bis auf die Anfangsbuchstaben vollständig unleserlich gemacht. Das Amulett
der Pap. Osloenses 5 schließt (Z. 10) wie das Palinipsest o6 r -a croi, oipivis faikrt,
äp)v (vgl. Parallelen),
XXV [95].
Heilungüamulett für den Sohn des Etemina.
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AX6-0 TA
12] GTGTNGTl; vgl. XIX 5. 13] =- TAASO vgl. Z. 35. 20] vgl.
ik tioti tiatg [Spiegklbkhg s.v. ao-j*] in Gr.Par.Z.P.[78] fol. III. r 7 30] n'm P.
11] AO<yAe<>: said. in Math. 4,23 eqpnxape eu>u>riG mim 21aaxacx mim ;
rgl. Mich. 7, 2 (achm.) und Till, ÄZ 62 (1927) 119. 32] zu AAy ngi usw.
; . Komm.
8] Vgl. den Briefanfang zri npAM eriMOY'n Kumx, Mift. V 24; ebenso Grab-
et eine Hall 108. In Zaubertexte Kyi,. 103 [69] 3 SMnpAn GTGC<|>pAric usw. u. ö.
■1.;] XXVI 37. 30] P 8313 [10 II] -G; vgl. XLIII 13.
44
Viktor Stegemaim.
Dio koptischen Zaubortexte der Sammlung Papyrus Erzh. Painer, 4f)
XH TAXH
ic nexc
2AMHN
eh
XXVI [96].
L [113].
38] Die Kürzung xc Cuum CBM Nr. 1213, 7; Homil. of thc Iloly Virgin
ed. WoiiREix 291, 11 usw. 40] oh P: lies HO --- 99 = Amen; vgl P 8330 [27] 12:
Pap. Jandanae I 29.
39] vgl, die Schlüsse koptischer Predigten. Bücher etc. in den Apocrypha
ed. Büdge 126, Z. 12 v. o.; auch Worrell S. 247. 321, i* usw.
(Zeichen.) Im Namen eurer Kraft und(V) eurer Namen und
der Mächte (cjvajAt;) ! Ihr sollt. geben jede Heilung- dem Hohn des
Etemina, dem Sohn des Euprepes, dem Sohn des Soev. Schnell,
schnell (rr/ü ta/ji), sofort, sofort! Schnell (W/ü)!
Im Namen eurer Macht (c6va;j.;c) und eurer Kräfte! Jesus
Christus, gib die Heilung schnell, schnell (jayß -a/;J). Jede
Krankheit, jede Quetschung (oder ähnl.), irgendeine Art von
irgendeiner Krankheit (?) — gib Heilung schnell, schnell! hxyß
-ra-/6). Jesus, der Herr, Amen (ä^v). (Sigel) Amen.
1/2 ff.] Die Zeichen, in denen eine Geheimformel von Gottesnamen stehen
mag, sind unaufgelöst.
8] Diese Formel (statt des sonst üblichen T-TApxo m~ oder 4-cupK G - .
bzw. m— ) ist unverkennbar nach den Briefen und der Liturgie gebildet,
15] Zum Namen gtomiha kenne ich keine Parallele.
16] Euprepes ist als Männername häufig; vgl. z. B. den Index CPK II s.v.
18] cony: unbekannter Personenname, doch vgl. Nachtrag.
26] Jesu Christi Stellung als Heilgott sehr verbreitet; vgl. Komm, zu
XXVI 37.
32] Lies AAAy H6\nu)uonc nim, der Ausdruck in Zaubertexten un-
gewöhnlich.
40] Das Amensigel nach dem Wort ä^i (-—. 99) ist auf christlichen
Amuletten, Briefen, Grabsteinen und in der Literatur (z. B. Woerell 129, 1)
häutig, vgl. ÄZ 1886, S. 10211'. Zu koptischen Briefen mit diesem Schluß Krall,
Mitt. V 39. Der Schluß ist vielleicht wie der Anfang den Briefformeln ent-
nommen; vgl. oyxAi 2M nxoeic bei Krall a.a.O. 36. 49 ff. und die Briefe
in den Katalogen, wofür Rtl. 305 einfach rixocic A.ecn steht. — Die andere
Briefformel taac MnACOri (Kratx a.a.O. 38) in dem Zaubertext London E 254 [45]
bei Crum, C'opt, Ostr. Nr. 490.
Brief Ohn'sti an König Abgar von Edessa.
tIANTirpA]4»ON NT6
iiGcaei ni]c nexc ncy
11X1 NT6<jH] 6TAN2 6<I
czei MAYrApo]c nppA we
A6CA XAIP6 NA]16TK AytD
I16TNANOYB] N6tt)CDni
MAK Ayü) NA]16TC 616
KI'IOMC T61] 6T6 H6C
X6M H6 6A6JCCA X6 6
IllAH Mn6KN6]Y 6AA[I] AK
c;\nicT6Yi[M] knaxi
ixA[T]A T6KniCTIC
AytD KATA IGKripO
26P6CIC 6TNANOYC
Zur Rekonstruktion vgl. außer Nr. L
noch Leid [83] XXII ff. und Br. Mus.
Nr. 19.967 (bei Lemh, Kopt. Mise. LX1X
11, ferner die Texte bei Dobsciidtz.
'1 Leid: nANTirpx<|>ON rrreniCTOAii
mc nexc ncynpc MnrioyTG gtonz.
iiucaei schreibe ich. weil die Lücke für
cniCTOAM nicht ausreicht. 3] <j>-J-:
vgl. Z. 22. 37. 9] ////jteex Krall.
10] gaxi: Gpoi fehlt in Leid. 11] k
iicai Kiiai.i.: knaxi L und Leid, paßt
in die Spuren. Kraxi bis OTNAfioyc
ist kopt. Zusatz (vgl. Lemm a. a. 0.) zu
den griech. (y) und syr. Texten, der sich
.•iiich in der arab. Version von 1032
findet. 14] Die von Euseb., der
i )oetr. Addai (syr.) und den späten griech.
Versionen wiedergegebene Erzählung
von der Entsendung de? Thaddäus nach
Kdessa findet sich in der kopt. und
arab. Version nicht.
.f. riANTirpA<j>ON
ic nxpc riü)
6 M<j>p : 6TAN2 6B
C26i MAYrApoc nppA : NC
A6CCA XAipe NA16T K AA/fP
I16TNANOYB N6Cgü>ni
MAK AYCD NA I6TC CT6
Knoxic T6i eienec
X6N ne 6A6CCA C
ntAH MneKMCY ! exAi ak
exniCTCYiH knaxi
KATA TCKniCTlC
KATA KATA T6K [npo
ZepCCIC 6TJNANOYC
Der Text von L begleitet den besser
erhaltenen XXVI zeilengleich ; das wirk-
liehe Zeilenende markiert ein :. Eine
gestrichelte Linie (■— ) bedeutet, daß
L gegen XXVI in der Wortwahl ab-
weicht ; Unterstreichung kennzeichnet
die Zusätze von L, 2—4] von Krall
gelesen; heute sieht man nur noch am
sie
Ende der Zeile ti nppA . npA
Krall. 6] nf-TNANOyps: von Krall
noch gelesen. 10] gaxi: kaum er-
kennbare Spuren. 11] k^x. P: m///
Krall.
46
Viktor Stegemann.
N6KÜ)CDN1 C6NA
T6X6-AY NGKNABI
C6[N6]K€[Y N]6K [6B]A\
A[YCD G]T6[CA] J6K
n[ox]tc cecijcDni
6C[CM]AM6T Nü)6
GN[62] AY«X> MTG fl
CA[OY]N NTG<p|- A
d)6[l] N2IITC AM AK
ne ic ncxc Aicaei
20
24 a
25
NGK(I)<DNI C6NG
T6X6-A y ay«i> ecgxe _ ak. c
[GXNABI 2CDC ACDMl C6]NG
K6Y NGK GBAX AY^D 6A
GCCA GCGCgCDRI 7
[GCCMAM6T tt)A
6N62 MTG H
GAY] NTeriNOYTI A
0)61 MQGKXAOC AytD [TI11C- 8
TIC
NNTAfAnH NGGXOY^GIN 2N
N]6KT1XATIA ANAK nG JC 1»
[ANAK 6T2CDN ANXK GTOjGXI
6BH AXG AKHG] XXIT GM AT6 ■ -f 10
[N6KCP MHGKAGN GYGXR-
HHOYI
Ü)AGNG2 AY^D OY 1 N " M]MOY
cmoy|[. • • • 11
as MTGICniCTOXM 2M
TA61X MIN MAI H
MG GIOYNGKGC N
2HTM N6XXXY MHipA
16] 'ich vergebe dir deine Sunden"
(arab.). 18] arab.: 'deine Stadt wird
gesegnet sein und es wohne die Ehre
Gottes in ihr': syr.: 'deine Stadt sei
gesegnet und kein Feind wiederum wird
sich ihrer bemächtigen in Ewigkeit.'
21] ergänze Krall mit ? . rtci)G - U)\ '>
22] rrreneooY Leid; ncAoyu, d.h.
yvSa:;, stand vielleicht in der Vorlage
dieses Textes. 23] Nach mufc folgt
in Leid und L ein längerer mit der ara-
bischen Version übereinstimmender Zu-
satz, den der Verfasser von XXVI strich
(s. zu 1.23). 24] vgl. XLV 11 IL
28] Leid: riMA gtoymxtcdxg GBOA
l(j] Leid: ecyxe akgp 2X2 hnobg
2CDC ptUMG CGMAKAAy HAK. GBOA,
doch reicht hier für 2X2 der Platz nicht
aus. Vgl. Lemm a. a. 0.: ctyojnG
AKPN2A2 (so lese ich; Hall GcycDOG
AKp n2GT[. ..; Lemm GcycunG AKp
2GN[NOE6). 24a Da CKnAATiA
deutlich zu lesen ist, muß genau nach
Leid ergänzt werden, wofür die Lücke
hinreicht; dasselbe gilt für die folgenden
Zeilen, deren Reste ebenfalls im Leid
in Übereinstimmung zu bringen sind.
Danach stimmt der Wortlaut von L mit
Leid; die kopt. Fassung dieses Textes
berührt sich eng mit der arab. von 10:12.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 47
CMOC OYA[ü)]B6M OY
AG [riN]X N[AKA]OApi
OM [NNq]eiN[l N]N(g(DNI
NIB[6 N]ACDMI OYXtD
MI 6T2AY NGHCySG
M6W[M] GSOYN 6XAH
OYXGl 2N TGTflAC
GTOYGB 2AMHN —
<!>[• iTTc nexpe GKG'J-
MriTGAffA NXpiCTCD
ACDpA TÜ)[H]Xl TA
BpiXIA 2A[MlljN eC[6]
UJCDHI IAX[H T]AXII
N2Miq riTI6iriG2AI NMCAAAY tiA.H-
NAM1C NTüAtlTiKIMUHOC OyAÜ AA
ay MnriA riARAOApron <j<l)<?m6-om
G2CDtl[[c]] G20yN OyAG GXCD2
C2oy" Gnronoc GTHMXy Kya>
r IU)AGNG2 OYXAi 2NOY6IRI INH 2AMHN
(ähnl. d. arab. Vors.). 31] y hat die
prophylakt. Tendenz sehr über die syr.
und arab. Vers, erweitert. 31] on [//,/]
cni[//]uu)u>rii Krall: meine Verb,
fraglich. 32] Von e noch Spuren. —
oy P : lies oyAG. 35] Leid:
oyxai 2riOYGipnnii samhu.
Da diese auf dem Grund der syr.
Version der Doctr. Addai erwachsen
ist (syr.), deren prophylaktischer Zu-
satz einschließlich des Satzes über die
Verbreitung von Gottes Ruhm auch
in Nr. XXVI 18 enthalten ist, während
die folgenden Sätze in XXVI fehlen,
so folgt daraus, daß sie der Schreiber
von XXVI strich. Dieser Text XXVI
muß also eine spätere Fassung der
in Leid erhaltenen Version sein, wobei
freilich für beide Formen ältere Vor-
lagen in Betracht kommen. Demi der
paläogr. Befund der kopt. Texte weist
für Leid auf das VT./ VII. für L auf
das IV. bis V. Jahrhundert. Wann die
in XXVI (ebenfalls V. Jahrhundert 1
vorliegende Kurzfassung entstanden ist,
steht dahin. Wenn Ühioton wirklich
recht hat, daß die Fassung, die in Leid
(und in L) vorliegt, das Produkt eines
thebanischen Mönches ist, deren er sich
im Kampf gegen die arianische Ketzerei
bediente (Dr. vermutet S. 362 ff. die
Abfassung zwischen 359 und 362; sie
hat aber kaum Amuiettbedeutung ge-
habt!), so kann die zu Amulett/.wecken
48
Viktor Stegematin.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 49
verfertigte Kurzfassung schon im V. Jahrhundert gebraucht worden sein (XXVI).
Aus dem VI./VII. Jahrhundert haben wir in XLV den sicheren Beleg für
die Verwendung des 2. Abgarbriefes als Schutzamulett. Die nächste Etappe
stellt der ausführliche Text in Leid dar. — Beide Formen dürften un-
abhängig voneinander bis ins X./Xl. Jahrhundert tradiert worden sein. Beide
Fassungen sind mehrmals belegt. Driotox. S. 308 f.
Abschrift (ävtivpaoav) des Brie- Abschrift (xr.l^wcv). Jesus
fes Jesu Christi, des Sohnes des Christus, der Sohn des leben-
lebendig'en Gottes. Er schreibt digen Gottes, schreibt usw.
an Abgaros, den König von
Edessa: Sei gegriißt(-/ai'psiv)! Heil
dir und das Gute werde dir zu-
teil und Heil ihr. deiner Stadt
(t.ö\'.c), deren Name Edessa ist.
Denn 1 nachdem (i^etSv;) du mich
nicht gesehen hast, hast du ge-
glaubt (^tcrTe'jctv). Du wirst emp-
fangen gemäß (y.x-i) deinem Glau-
ben (d.a-z'.q) und 2 gemäß (xa-ra)
deinem guten Entschluß (itpo-
at'pccrtc). Deine Leiden werden
geheilt; deine Sünden werden
dir vergeben 3 und Edessa, deine
Stadt (rS/dz)' 1 , soll gesegnet sein
in Ewigkeit (V), und die Kenntnis ■"'
Gottes ist verbreitet in ihr." Ich
bin Jesus Christus, ich habe
1 Denn] fehlt in L.
a Fehlt in L.
;! L: 'und wenn du Sünde getan hast'. Zusatz: wie die (ü;) Menschen.
4 Fehlt in L.
5 L: der Ruhm.
li L: 'in deinem Volke (Aad;).' Zusatz: und [der Glaube (jticttis) und die
Liebe (o^omr,) sollen leuchten in de] inen Straßen (ida-eta). Ich bin Jesus, [ich
bin, der befiehlt, ich bin, der spricht, weil du mich sehr] geliebt hast. Ich
[werde deinen Namen setzen, daß man seiner sich erinnern wird in Ewigkeit,
und Ehre i.-<.m]) und] Segen . . .
diesen Brief (s-ijtcX^) mit meiner
eigenen Hand geschrieben. Den
Ort, an dem man ihn nieder-
legen wird, soll keine Versuchung
iT.zipxGij.6c) vernichten, und kein
(oüse) unreiner (äy-aOapirov) Geist
i7:v£'j;j,a) soll den Menschen irgend-
welche Leiden bringen. Und
kein (cu<5=)) schlechter Mensch
soll irgend etwas gegen ihn aus-
richten können.
Sei gesund in der heiligen
Dreieinigkeit (-rpiac), Amen (ajj.rjv)!
Gott, Jesus der Christus, du sollst
die Heilung geben der Chris todora,
der Tochter der Gabrilia, Amen
(aj;/^v) !
Es geschehe, schnell, schnell
(~y.yj> 'ztxyß')!
35] 'durch die Kraft der heiligen Dreifaltigkeit': nur noch in der arab.
Vers. — Schlußformel kopt. Briefe statt des gewöhnlicheren oyxAl ZMnxoeic
oder -oc (Krall. Mitt. V 36), mit prophylaktischer Bedeutung (seit wann?); vgl.
Leid [83] XIV 5. XX 4.
37] Eine Nachschrift unter einer Legende für einen konkreten Fall nur
hier. Doch vgl. die Formulare unter Ils. Schmidt I [42] und Hs. Schmidt 2 [43]
ed. Kkopp. — Der 'Heilung gebende Christus' seit dem VIII, Jahrhundert in kopt.
Zaubertexten sehr verbreitet. Vgl. P 8313 [10 I] 17f., II v 8; P 11 347 [34] 67;
Or 6948 (2) [64]; Anast. coli. 29 528 [64 a]: Or 4721 (5) [52] 20; Nr. XXV 26/27. —
Die Abkürzung xpe statt xc wird für Christus selten gebraucht, meist nur
für xphctoc; doch vgl. L 10 und Or 4721 (3) [50]; in Aberdeen [73] 8 ist xcp
aus xpe verschrieben.
38] Der Name xpiCTtDÄ.cx>px ist die Femininform des sehr häufig be-
gegnenden Männernamens xpiCTCDAXDpoc. rAEpiAiX noch Or 6948 (2) [64] 12.
40] cCGcucüni folgt auch XXX B 12 dem Amen als dessen Über-
setzung und Erhärtung, taxh txxii macht den apokryphen Brief als Amulett
deutlich.
Sitzungsberichte dor Heidell). Akademie, pbil.-hist. Kl. 1933/3-t. 1. Abb.
50
Viktor Stegemann.
XXVII [97].
Heilungsamulett.
bx » np
.f. BABtCApCDC /// B6riü3p . KA
\K\ /// MHXAX /// BOYKAA
CATPAK /// MHCCAK /// AB^MAK[0]
ANNHAC /// ACCApiAC /// MHCHA
ere ni NeyxeNey // Ticonc /// aycd
i
TiriApAKAXl MAT6N /// Bl 06IM
ABAA /// BCDe4>6 RÜ)H NHCDPCO
TIA /// AlA IA: TAXH TAXH ///
//
///
BX
1] Es kann auch egticdp gelesen werden. 2] lies soyAXA?
vgl. XV 7 (Komm.). 3] Der Schreiber hat erst cxtpXKX geschrieben, dann das
Schluß-x durch die 3 Schrägstriche getilgt, die cxrpXK. von mhccxk trennen.
8] aix aix in fay. Texten, vgl. Or 5525 [54] 12. 48. 106.
2-4] XV 4—7; P 11 347 [34] 43 f.; Or 5525 [54] 80 ff.; Or 6948 (2) [64].
5] Leid [83] XIV 17; P 8318 [15] 17; Heid. 500 (IV) 14; doch folgen stets die
Namen hinter der Formel; es scheint also hier etwas in Unordnung zu sein. —
•f-conc xyu) -f-nxpXKXAi] XXVIII 2; XLV 1; XIX 3 usw. - GZP 1 Xr. I
189 ff. (JE EJtixaAoüp.ai, jtporaxrtop, xat 8soij.ai aou 6] Bl — XBXA XLIII 13;
XVIII l2f.: XIX 5.
Babisarös Babegior .... Lal Melal Eukal Sedrach Misak
Abednego Ananias Asarias Misael, welches ihre Namen sind: Ich
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 51
bitte und rufe euch an (sapawaXeTv), traget .... aus Thothphe, dem
Sohn der Giorogia. Wohlan, wohlan, schnell, schnell (xayu ' xayfi).
I] Text mit Namen am Anfang z. B. XXVIII [98]; XLI [104]; P 8320 [17];
im Koptischen nicht an ein Schema gebunden; im Griechischen herrscht Anfang
des Gebets mit dem Verbum opx(?«w und irMotlrti vor. — Die Namen BabisarOs
Babegior . . . sind nicht erklärbar.
2-5] Vgl. XV (97) z. Z. 4 und Z. 7.
5] Sonst said. ctg nai mg Meypxrj (Belegstellen in den Parallelen), ni
lediglich Kurzschreibung für gutes wei (= nxi S). Statt said. 6T6 nxi ng NeypxN
müßte es fay. heißen: gtg ni ng ngyagn. An Stelle von ngyagn scheint der
Schreiber aong Y (vgl. said. pirjoy neben ngypxn Mk. 3, 14) haben schreiben
wollen. Doch war er sich wohl über die Bildung nicht recht klar und konta-
minierte aus 6TC Ml ng ngyagn und GT6 Nt ng agnoy sein unmögliches
6TG NI NGYAGN6Y. - —
Neben der Formel fconc (auch -f-concn) \ya> -|-nxpxKXAei gibt
es diejindere ftupK. epur™ und das meist bald nachher folgende -f txpko
mmcdtn. Beide kommen als Eingangsworte der Amulette stets voneinander un-
abhängig vor; nur in großen Texten wurden zuweilen beide Formeln in einigem
Abstand verwendet. Die zweite Formel hat viele griechische Parallelen und ist
wohl letztlieh hebräischen Ursprungs. Die erste scheint mir griechischer Herkunft:
sroxaXrfV und jtap«*«AErv sind vom Anruf der Götter seit Herodot gebrauchte Aus-
drücke (Stellen bei Pkeuschen-Bauer, Wörterb, s. v.).
Eine Spezialuntersuchung kann hier viel leisten, wenn sie alles Material
in griechischer, koptischer, syrischer, hebräischer und lateinischer Sprache berück-
sichtigt und nach den Formeln mit den den Völkern eigentümlichen Gebets-
formeln vergleicht. Der nichtgrieehisehe Ursprung der meisten Gebetsformeln im
Großen Pariser Zauberpap. ist, wie ich glaube, schon durch den ständigen formel-
haften Gebrauch des opxfjto as in den Gebeten dargetan; in der Bedeutung 'be-
schwören' ist das Wort erst hellenistisch und anscheinend zunächst im jüdischen
Griechisch gebraucht (Preuschen-Baueb, Wörterb. s. v.).
6] Zu dieser Formel der Krankheitsbannung, die in den Wiener Texten
verhältnismäßig oft vorkommt, vgl. die Parallelstellen. eeiN muß dementsprechend
die Krankheit sein; ich vermute ein schlecht geschriebenes und daher von mir
nicht erkanntes Wort für Krankheit o. ä.
7] Zu dem Personennamen eu>e<fj6 habe ich keine Entsprechung ge-
funden; riCDptDnx ist mit na>pn(oc) (vgl. OPR vol. II Nr. XXX 8; CCXX 2)
zusammenzustellen und stellt das Fem. des Namens Georg dar (G. Heuser,
Personenn. I 79). Das zwischen p und r gelesene cd ist vielleicht epenthetiseher
Vokal, wie S cxpcä z. B. P 8314 [11] 12; in beiden Fällen ist der Vokal zwischen
p- und K-Laut eingeschoben. Der am meisten verwandte euphonische oder epen-
thetische Vokal ist g, doch sind auch Fälle von openthetischem x bekannt (vgl.
dazu IL P. Blök, Die griechischen Lehnwörter im Koptischen, ÄZ 62 [1927] 51).
4*
52
Viktor Stegemann.
Dabei könnte zuweilen für den epenthetischen Vokal Vokalangleichung an den
Vokal der folgenden oder vorhergehenden Silbe (wie das in diesem hier vor-
liegenden Fall anzunehmen wäre) in Betracht kommen. Vgl. xpavtov > kapawon;
xpsaßü-Epo; > npecBexepoc (Blök a. a. 0.).
9] Die Zeichen, die genau in derselben Verteilung auch am Ende von dem
sonst unleserlichen Text X sieh finden (lediglich das 4. Zeichen von 1. ist ein
2-föriniges Gebilde; in XXVII sieht man ein seitenverkehrtes ?\ sind mir un-
bekannt. Sie machen vermutlich das Amulett wirkungskräftig.
XXVIII [98].
Gebet um Heilung eines kranken Fußes.
epoyx
Bxpoyx
BApoyxx Ticonc Ayco -f
HApAKAAl NMOK GHOOY H
XOGIC eriNOYTG nilANTCDK
PATCDP XCKAAC 6TABI TITK
AC NIM 21THY MIM 6BOX 21
that esepec riü)e nkac
6A6 NT6TAA<yoq 6BOA 21
21C6 NIM AtO AlO TAXI1 TAXH
CATCDp AP6ACD [T6]N6A CJDA6
PA ptDAOC AA<j> A6CDN
4>CD[N]H ANHp [ ]
A 6 H I O Y tD
4] 6 vor RNOYT6 zu streichen.
XCKAC im S selten, doch vgl. Stobst
5] gtxbi = ntx.bi, Konj. nach
612. 8] lies tiT\TS\60H ?
2-3] zu XXVII 5. 5] zu XVIII 14; XIX 5; XXVII 6; XL1I 13.
10] XLV1I. 11] XIX 1; XVIII 4; P 8105 [8] rechter Hand; P 11 347 [34] 29.
13] XL 5; Ryl. 103 [69] 23; Rossi [85] XXI 13. XVIII 22/23; Or 6794 [60] 41;
Or 4714 [47] p. 6 o.
Eruch, Baruch, Barucha! Ich bitte und rufe dich an (xapx-
xaAstv), heute, Herr, Gott, Allmächtiger (iravw/.paTwp), daß ich jedes
/VRT'EVKF'F AT- l¥b'i
P11Y1BS1TI Oi- C
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 53
Leid und jeden Wind (davon) trage aus dem Fuße
Sohnes der Kasele, und daß ich ihn (seil, den Beres^
jedem Schmerz. Wohlan, wohlan! schnell, schnell (ta/i
Sator (usw.). Alpha (usw.). (Sieben Vokale.)
Les Beres,
heile von
-ayß).
1] Eruch, Baruch, Barucha: vgl. P 8322 [19] 24 e"Koy>< BGAoyx
BApBXpoY^'- Eruch sonst im kopt. Zauber nicht belegt; Baruch kenne ich als
Dämonennamen noch 3mal: Lond. Hay 10391 [65] 108; lleid. 1683 [40] I 3
und Heid. 1681 [41] II 3. Man gewinnt aber aus den Stellen (Lond. Hay scheidet
überhaupt aus, da bloßes Namenzitat) kein Bild über die Auffassung von diesem
Dämon. Er scheint mit Krankheit und Bösem zu tun zu haben; wie er hier
Krankheit vertreiben soll, verlangen die Heidelberger Beschwörungen, daß er
Bann und Streit bringt. Da die Heidelberger Texte auch im 10. Jahrhundert
gesehrieben sind, kann von einem Wandel in der Auffassung nicht die Rede sein. —
Barucha kommt als Witterungsdämon Or 5987 [57] 128 (vgl. 98) vor (Kuopp III
§ 17), doch hilft die Stelle hier nicht weiter.
4] Aus dem Anruf wird klar, daß es sich bei den Namen um Teile eines
zusammengesetzten Namens handelt, dessen Träger als nxoeic rmoyTe nnxNTcjD-
KpXTO>p bezeichnet wird, d. h. mit den Titeln des jüdisch-christlichen Gottes
(im Zauber z. B. Leid I [83]; P 8318 [15] 4). Für diese Auffassung spricht auch
die Erwähnung der Vokale am Ende als Allegorie des weltbeherrsehonden
Wesens der Gottheit. Vgl. die zu Z. 13 verzeichneten Parallelstellen und Ksorp III
§ 67 (freilich ohne Deutung, dazu ebd. § 39 ff. und Bull, Offenbarung 27; vgl.
die Abbildung auf einem unedierten Heidelberger Zaubertext [41]: 7 Vokale
auf dem Gewand einer Gottheit).
5] Zur 'Ichform' der Formel vgl. Komm, zu XVIII 11 u.
6] Ti-ry: wohl wie das verwandte nme gebraucht (XLIII 14).
7] Zu den Namen Beres und Kasele kenne ich keine Analoga.
10] Zur Satorformel vgl. XLV1I. Neben ihr findet man nicht nur in
einigen Wiener Texton, sondern auch in einem Berliner Text sowie in einem
Amulett von London (Ckum, Coptic ostrac. Nr. 490) die ihrem Sinn nach bisher
ungedeutete Formel Alpha Leon phone aner (anders Kuopp III § 222, seinen
Deutungsversuch linde ich nicht zwingend).
13] Zu den Vokalen (Planetenzeichen) als Inbegriff des Kosmos sei
auch an die gnostischen Ideen zu diesen Zeichen erinnert: Hopmek I § 150;
A. Dieterich, Eine Mithrasliturgie S. 32 f.; Literatur: Rhein. Mus. LVI 90. Diese
Reihen sind als Bestandteile der Zauberkunde wohl aus ägyptisch-gnostischen
Gebeten übernommen; vom Psalmodieren solcher Vokalreihen in Ägypten wird
bei Demetrios jrepl Eppjvst«; c. 71 berichtet. In kopt. Zaubertexten findet man sie
z. B. Or 5525 [54] Abt. V; Or 4721 (4) [51].
XAcftJ
54
Viktor Stegemann.
XXX [99].
Amulett.
A. Recto.
■]
[
[ xgkggc gtjgtgnging
[ ]HX GXGBMOG
[ ]6ü) GBAX 6XGN Zeichen
[ ]oojo xg ^oxgk e
[xatn nNoyn nnxNT]cDK.pxTü>p mgn
[ic nexc(?) ]mgna <j>cdnh gtg nai ng
[NGY^GN AlO] AtO XG -pCDXGK. XOK
[XGKGGC 6KN661 2NOYJTAXH 62pAl 2GN
[ ]N6K GXCÜM
1] Die Breite der linken abgeschnittenen Hälfte betragt, wie die ganz
sicheren Ergänzungen des Verso zeigen, 13 — 15 Buchstaben. Die Be-
schwörungsformel am Anfang ist ausgefallen. 2] ein Gottesnannu?).
5] Ergänzung fraglich. 6] oder nach B9 nOMorjoremic gujhai, wenn
das Verso mit dem Rccto einen Text bildete, was man nicht aus den Besten
ersehen kann. 8] Die Ergänzung scheint durch 62pAi gefordert zu werden.
Formale Parallele: Ray 10 391 [65] 38 ff. -- Kroit I. M Teconcn ~| riA-
PA[[pa]Jkaag mm[ü)tm ] . . nrGTMKATAXioy mmcbth tinooy ....
aio aio x[e -j-copK] epeuxn nnfios rjpAM nmht m|>iarr CTorriGi
aio aio xg -j-topK epcuTri NneTNpAri. Vgl. Or 6795 [61] 17 ff. 20 ff. —
Osl. 1 XI 258 ff. aarpocrjAo; jj ^parjXo? // XiaaTc jiav cpapfioocov ysvdjisvov xar' Ijj.ou zo\i
(o£iva) oti ciopy.(Jo) üp.5^ -/.ara tri« ixc^'x/.cov jwst ^purauv ovojiäuov (u. ö.).
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung' Papyrus Erxh. Rainer. OÖ
Man erkennt einen Anruf an einen Pantokrator (5), der Z. 2 mit mehreren
Namen und pluralisch angeredet erscheint, was keine unbekannte Gewohnheit
ist. Im Anfang läßt sich ferner erkennen, daß etwas gebracht werden soll 5 der
Text erhöht den Zwang auf den Gott durch die wiederholte Aufnahme der
Formel XG -j-OAGK.
B. Verso.
[
]
TG TGKMG1B N6B GMAGN 6TOY6[6B IC HGXC FIGN]
XAGIC AYÜ3 nGNOYTt nGMCCD[THp flHGMTAYCTAY]
POY MAB 2AXAN 21T6N HONT [IOC HIXATOC AH20]
Mü>xon eoMoxoriA gtna[noyc ]
. . . GNI GTAN2A N6M6TMA[OYT OYANTHM TG]
KCOYC1A G20M 21X6 NG2A[M MONGCIT NTTAXG G]
XG NGMOYGI MGNGTpArCDN 6[C XG]
riCÜK 110 11GAY NIM 217^^ [MGTG-AM 21TGN TG]
XApiC ilGKMCDNOKGNIC GO)[HXl HGl GBAX]
21TATB riGAY N6K NGM[GB MGlTFiÄ 6TOYGB Q)A]
6NG2 N6N62 2AMITM [2AMHM 2AMHN(?j]
2AM1N GC6ü)[(Dni MGMGM THXGN <4G]
1] mGib? 2] lies ncNNOYTi(V'). ~ Zu den Ergänzungen vgl. die
Parallelstellen. 6] Vgl. zu e]iKCoyciA die Schreibung cpyKCiuN (statt
'fjXajov) Or 5525 [54] 33. — Zur Ergänzung vgl. die Parallelen. 10] 2ITATB:
vgl. XLI1I 27. 11] Hinter [2AMHN ist sicher noch für 6 Buchstaben
Raum gewesen; wegen Z. 12 2Amin ist kaum eine andere Ergänzung möglich.
12] GCGt9[u)ni s. zu XX VT 40. — nomgn thagn ei ergänzt nach Apocrypha
ed. Bi;i>gk S. 127; vielleicht aber tAtch taxh wie Ende XXVI.
1] Vgl. den Schluß der 'Repose of St. John' (Apocr. ed. Budge 58):
iCD2Aijnnc riMGpix Mnexc ic neiixocic Ayo) ncNnoyTO Aytu noNCu>Tiip.
2] Glaubensbekenntnis. Leid [83] VI 14 nnoyTG NTAyc «f« oy mhoi 2Aporj ;
ebenso llomily of the Holy Virgin (ed. Worrell) 291, 10 IC nexe nenxe nAi
rjTAycpoy MMoq 2Aporj. 3] 1. Tim. C, 12 ak20hoaopgi nTG20MOAoriA
6TNANOyC MdMTO GBOA N2A2 MMNTpG. 6] Ps. 90, 13 KNATAAG G2pAl
cxri oy2oy Mrjoycrr nt2u>m cxn oyMoyi MNoyA.pAKU>rj. 7/8] Vgl.
2. Thess. 1, 12 xgkaac ghgxi cooy rici npAN mhgnxogic ic kata
tgxapic MnnoyTG mnoxogic ic riGXC — Math. 6, is (bei Till, Fay. Chrest. 20)
tcdk. tg <?am mm nGAy u»agng2 2AMHN; vgl. den Zaubertext Freee coli. 10
[122] II 14; Leid [83] XIV Gif. 9] XLIII 21 ff. Myst. of John and the Virgin
Apocr. ed. Bcdge) 74 Ayo> tacl)ogicl) MnpAN Mnexc nAi gkoa 2ITOOtm
ncoy MAq. Weitere Schlüsse derart Apocr. ed. Budge S. 145. 175; Copt. hom.
of the arehangel Gabriel (ed. Wokrej.l) S. 247. 321. 10] Vgl. Apocr. ed. Bunan
S. 58 Ende; vgl. Apocal. apocr. ed. Tibchehdorf S. 33.
56
Viktor Stegemann.
. . . ihm ... in (?) dem heilig [en] Namen [Jesu Christi, unseres]
Herrn und des(?) Gottes unseres Hei[lands, der gekreuzigt (stäupe^)]
worden ist für uns durch Pont[ius Pilatus. Er hat]
abgelegt (äp.oXovstv) das Bekenntnis (b^oXo-^lx), das gu[te . . Er .]
um ins Leben zurückzurufen die To[ten. Er hat die]
Macht (eci'jcrta) niederzutreten die S[chlangen und Basilisken und
er steigt]
auf die Löwen und Schlangen (Späxwv) .[ Denn]
dein ist jeder Ruhm und die Ehre [und die Kraft durch die]
Gnade (yjxptc) deines eingeborenen ([j.ovoYevi^) Soh[nes ? der], aus
dem der Ruhm ist dir und ih[m und dem heiligen Geiste
(7;vsO[Aa) in] alle Ewigkeit. Amen[. Amen. Amen.]
Amen. Es soll geschehen für uns alle(?). Amen (Sigel)(V)].
Der Text verwendet in reichlichem Maße kirchliche Formeln und stellt
violleicht ein kirchliches Schutzgebet dar, das zu Zauberzwecken gebraucht
wurde. Dies erhellt aus dem Gebrauch der bekannten Beschwörungsformeln auf
dem von derselben Hand geschriebenen Kecto.
2] ncNCCDTnp [fehlt in Zaubertexten]: Or 4721 (5) [52] 9 heißt Christus
nenxoeic. nONCurrup formelhaft Budge Apocr. 58 Z. 5 v.u., Wobkell p. 247,4.
2/3] In freier Weise verwendet auch XIX 4 diese Formel des Glaubens-
bekenntnisses.
3] Pontius Pilatus wird in kopt. Zaubertexten nur hier erwähnt.
3/4] Wenn die Formeln von Z. 1 — 4 nicht einer Liturgie angehören, dann
kann AqsoMOAon — gtnanoyc nur auf Grund von 1. Tim. 6, 12 (13) entstanden
sein, als der einzigen Stelle der Bibel, wo dieser Passus vorkommt. Man ist
deshalb versucht, auch das mhmto Gboa N2A2 mmVjtpg in der Lücke unter-
zubringen; doch sind diese Worte mit den Spuren in P nicht in Einklang zu
bringen.
5] In Z. 5 ist der Anfang verwaschen. Was ist zu ergänzen ?
8] über die häufige Verwendung dieser erweiterten Formel des Vaterunsers
vgl. die Parallelen.
9] In der parallelen Formel XLIII [106] 21 ff. ist Gott durch Christi Gnade
die Heilung (s. Komm, zur Stelle). Die überragende Stellung Christi, die sich
in dieser Formel und den folgenden Worten nei graa 2itatb nexy nok usw.
ausspricht (die Formel findet sich am Schluß vieler koptischer Apokryphen
[vgl. Parallelen]), ist wohl so zu verstehen, daß durch Christi Verteidigung des
Kelches Gottes der Glaube an Gott den Vater als den Schöpfer und Erhalter
der Welt erst Wirklichkeit wurde. Die Gnade und Menschenliebe Christi ließen
Gott sieh erbarmen und seine Herrlichkeit und Ehre erstrahlen. In den Formeln
wirken die früheren Kämpfe der östlichen Kirche gegen die Häresien nach.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. t>7
XXXIV [100].
Schutz engelgebet.
[ MXpe] MIXAHA 61 M[CA O]
[YNAM MMOI: MApe fABp]IH\ 61 MCA 2[BOYP]
[MMOI: COYPIHX MAp6M6] AArtlH6 210H [MMOI:]
[öypiHÄ MApeH-pKxoM : äc]ö"yhx eqpxApic
[2ITSOM NAT: 2pA<[>AH]X MApeitfCD 21
[xm HA2HT: eÄpA^oyTix M]xpeq
[-fTAlO MN0Y600Y MNOY2MOT]
[6IIA20 ]
1] Einleitung unklar, vgl. unten. Die Ergänzung der Namen dürfte bei den
3 oberen Zeilen sicher sein, doch mag man in 3 und 4 coypiiiA und oypiHA
tauschen müssen. 4] MApeq-f kaom: Die beiden Parallelstellen (s. u.) setzen
cxti TAxrtG hinzu, was aber aus Platzmangel hier nicht gestanden haben kann;
vielleicht Versehen des Schreibers, e] nxatiT usw. scheint die Lücke ganz
zu lullen: das Blatt lief wohl spitz zu.
ür G79Ö (2. 3) I [62 (I)] 89 f.; ebd. III [62 (III)] 43 fl'.; Ileid. 1681 [41] I 21.
.... möge] Michael gehen [mir zur
[Rechten. Möge Gabr]iel gehen [mir] zur Li[nken],
[Suriel möge] vor [mir] die Trompete blasen (W/.d'Cetv),
[Uriel möge den Kranz aufsetzen, As]uel gibt [mir
[Anmut ('/&?■$) und Kraft, Raphae]l möge a[uf]
[meinem Herzen] bleiben, [Saraphuel] möge [auf]
[mein Gesieht Ehre und Ruhm und Gnade ge-]
[ben ....
Der Zufall, daß der kleine Fetzen mit zwei entsprechenden, erst jetzt
bekanntgewordenen Texten in den von Kropf herausgegebenen Londoner Zauber-
papyri verglichen werden konnte und als Teil desselben Gebetsformulars erkannt
wurde, macht die großen Ergänzungen mit Sicherheit bis auf die Reihenfolge
der Engelnamen möglich. Die Breite des links fehlenden Stückes ergibt sich
daraus, daß von Z. 4 ab der rechte Rand des Textes erhalten ist. In welchen
Zusammenhang dies Schutzengelgebet gehört, oder ob es ein selbständiger Text
58
Viktor Stegemann.
ist — in den Londoner Texten erseheint es als Teil einer großen Beschwörung — ,
läßt sich nicht ermitteln. — Über die Rolle der Erzengel im Zauber vgl. Hopfner I
§ 146, Kropp III § 134. Zu dem Typus dieses von Altbabylonien und Altägypten
an bis in das Christentum des Orients und Okzidents verbreiteten Gebetes s. die
Literatur bei Kropp III S. 77 A. 1.
3] Trompetenblasende Engel gehören zu dem eschatologischen Vorstellungs-
komplex des N.T., vgl. Math. 24, si; Apoe. 8, «ff. (— 11, ib) ; darauf geht die Figur
des Daveithe in Or 5987 [57] 77 {= Kropp I, D) zurück. In unserem Text ist
daran nicht zu denken; vielmehr scheinen hier die Tätigkeitsbenennungen der
Engel Attribute zu sein, die in einem ganz andern, uns unbekannten Zusammen-
hang Sinn hatten.
4] Das Aufsetzen des Kranzes weist ebenfalls in ursprünglich apokalyptische,
Umgebung, es geschieht bei den Christus Geweihten, vgl. Apoc. 2, io: 'die Seligen
erhalten das Charakteristikum der Lichtgottheiten' Gressmahn. Ursprung der
israelitisch-jüdischen Apokalyptik 110. — Nachwirkung der Vorstellung auch in
einem altkoptisehen Gebet des Großen Pariser Zauberpap. Fol. 3 r , 11 ank Atioyn
eqßi nKAOM ncLoy nnpn eqn rJTtoq ceen nepo oycipi.
XXXV [101].
Von einem Amulett f?)
fipAN 6TÜ)MT6N [
TCÜB 6MTAMApiX[
Mice ex o)oyak[
_____ ^^„^
AKp[AMAXAMApi(?)
N[
Der Inhalt dieses Fragments ganz fraglich, da keine Ergänzung geglückt
ist. 1] Folgt auf 6T~ ein Verbum? 2] tcdk: - htom ? oder
=- TCDB6 Siegel? — MApiA . . . Mice] war von Maria und Jesus die Kode, wie
häutig in koptischen Zaubertexten (Kropf III § 86. 178) '? 3/4] Die Namen
erinnern an die von Kropp III § 39 ff. zusammengestellten Dekan-Dämonennamen;
sie haben in den von Kropp zitierten Texten keine Entsprechungen, doch weisen
jene Texte unter sich ebenfalls weitgehende Abweichungen auf. 5] Ergänzung
ganz hypothetisch; es kann die XIX 1/2 zitierte Akramataformel ebenso da-
gestanden haben wie Variationen von pAMAK oder die Akramachamaril'ormel
Or 6796 (2. 3) I [62 (I)] 101, Ryl. 103 R« [69] 27, wozu Kuopp 1IT § 202 und
Hopfner I § 735 zu vergleichen sind (dazu Kropp III § 75 und Hoppner I § 154);
es handelt sieh aber doch wohl um Zauberworte, die zu ergänzen sind.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Raii
XXXVI [102].
59
Schutzamulett (?).
] . eixux> noc cabcds
]IM 2AIO 2AIO TAXH TAXH
CATtüp] ATCD TGNeT CD2A pCD[TA]C
Wieviel ara 1. Rand fehlt, ist nicht mehr zu ermitteln. 1] cia'cü P:
lies giacu (imd); die Schreibung eiAia) ist die exaktere Transkription von 5|r
('law) und ist mit den Schreibungen iae«> und lar,« in griechischen Zaubertexten
zusammenzustellen. Der Vokal vor m ist das als Spiritus asper empfundene und
vokalisch transkribierte h (Paüly-Wissowa s. v. lao, Sp. 700, 59 ff.). — cakcdo P:
lies cabacug. 3] u>2A P statt cota unbekannte Kürzung für tDTepA. —
pcDTAC: für die Ergänzung ta reicht der Platz des Loches im Original nicht
aus, obgleich so ergänzt werden muß; der Schreiber hat fälschlich wohl nur a
geschrieben (nach der Form des Loches in P zu schließen). Die Satorformel, die
in den Wiener Texten merkwürdig häufig vorkommt, zwingt dazu, den Zottel
als Schluß eines Schutzamuletts anzusprechen; vgl. Kommentar zu XLV1I. —
Die Abkürzung atcd ist wie cdta sonst nicht verwendet.
XL [103].
Fragment eines Textes mit unklarer Bestimmuno;.
AMABAOOYHA
AflABAOOYHX
AnABAOOyHX IIX
e
61C CABXCÜ IIX
TcUt ^
A6HIOYCD
iTx hx iü\
moyn NpoyN
SOYHGCI)
MX
&
#.
*y#
^>
<#F
* ir \
Reihen von Gottesnamen. Vokale und Zeichen rinden sich vor allem am
Ende größerer Zaubertexte, z. B. Kairo 45 060 [120] --=--- Kropp I K 74 ff.; Rossis
Gnost. Traktat [85] XXI = Kropp I R Heidelberg 500/501 [35] XII. XIII, ebd.
60
Viktor Stegemann.
Pap. Ag. 14 (Frg.); V S^- auc h Or 5525 [54] Abt. II. IV. V. VI, wo derartige
Spielereien im Text eingelegt sind. Von griechischen Texten mit gleicher Übung
sei verwiesen auf GZP I Nr. II Ende, vgl. V 80 ff. (S. 185), und Tat". III Abb. 6 zu
V 357. Vielfach sind es die Amulette, deren man zum Gelingen der Praxeis bedarf",
oder magische Gebete, die in Verbindung mit einem Opfer zu sprechen sind
(vgl. Kairo 45 060 [120] 74 ff., GZP V 80).
1] Apabathuel]: Der Name wird noch 2mai erwähnt: Or 1013 A [46] 25
(London) und XIX 3. Alle 3 Texte gehören in die arabische Zeit. Wie in
dem vorstehenden Text erscheint der Name auch Or 1013 A [46] in Verbindung
mit CABACD0 als dessen 'großer wahrer Name*. Vorangehen die 7 (8?) wahren
Namen, die XIX 2 sich (freilich sehr entstellt) ebenfalls vor Apabathuel finden,
der daselbst mit mamapicdo ('Herr der Herren, syr., vgl. Kbopp III § 206.
Hopfnek I § 746) verbunden ist; dies stellt indes nur einen andern Namen des
Gottes Sabaoth dar, der dann XIX auch Z. 7 als iauj cakacoo angerufen
wird (dazu vgl. das Zitat des Großen Pariser Zauberpap. = GZP I Nr. IV 1200
Jtddfjiou xrierra, la jravia x-iata, xüpis, Osfc Üetüv Mapjxaptti, 'Iau> und ebd. itUarau Oeoij
TQÜ y.aziymxo!; tov v.aa\XQ>i xai Jiavroxpatopo; jj.ap[j.apt(w6, ferner Bickels Hinweis 111
ZDMG 1873 S. 609 oben, wonach [jLapuapia>8 als der Name Gottes in dem Kanon
einer ostsyrischen Anaphora erscheint). Apabathuel ist also als anderer Name des
höchsten Gottes auch hier gesichert. Dafür spricht auch die Betonung der Einzig-
keit des Sabaoth (Z. 4). Diese Formel äst zweifellos nach dein in den griechischen
und koptischen Liturgien häufig begegnenden und danach in 2 Zaubertexten
P 8318 [18] 1, Kairo 49 547 [121] 39/40 aufgenommenen et; xon% ayto;, ek i/tb; ayioc,
h %veö(j.a Sytov gebildet (vgl. Mc 2, j und 1. Cor. 8, 4-e, ferner die koptischen Grab-
steine bei Hall, Coptic and Greek toxts S. 8. 9. 11; ebd. Taf. 95 Nr. 1300; 91
Nr. 1276).
3] ha]: Daß das Wort (hebr. *?%) nur 6mal statt der in solchen Wort-
und Silbenzusammenstel hingen üblichen 7mal gesetzt ist, dürfte auf Versehen
beruhen. Diese 7maligen Silbenwiederholungen kennzeichnen wie die 7 Vokale
(darüber vgl. das zu Nr. XXVIII Gesagte) das Wesen des roavTOxpärwp und
sind daher fast immer in Anrufungen des Allgottes zu finden, vgl. Oxford
Mc 4 [76] 28 . . . IAO) cabacug gmmanoyha ha ha ha ha ha ha ha;
Leid [83] XVI 13 ff: nxocic nicDT mtTkocmoc Tupq aa.cumai gacdgi
GA6MAC CABAÜDe NAI HG HGYPAN Hp Hp lip Hp Hp Hp Hp (s. a. ebd. XV"
18/19), wo Hp dem ha des Oxforder und Wiener Textes gleichzukommen scheint.
Stimmt dies, dann lehrt das Zitat aus der Leidener 11s., daß ha ha usw. Namen
Gottes sind. Dadurch muß das Wesen Gottes umschrieben werden, wie durch
die 7malige Wiederholung von a und cd in dem Münchener Fluchtext ed. Hengsten-
bbrg- [44] 38/39 und Or 5525 [54] Abt. IV, wo, was wohl durch das Trinitätsdogma
möglich ist, das Wesen Christi symbolisch ebenso beschrieben wird. Auch in
unserem Text ist wohl in diesem Zusammenhang ig xc mit a und cd (um ein
Kreuzeszeichen ?) eingesetzt.
7 f.] Moyrj wpc>YN ffoyHecL)] anscheinend Zauberworte; unverständlich.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 61
XLI [104].
Beschwörung.
•?• TAMCApi ^CÜ\6K 6XAK NN6K
HKG HGXH MNN6TOnOC 6T6KÜ)ÄAn M[2HTOy
[ ]
1] P 8325 [22] 1 TIOpK. Op[CDTN MHnG]TNpAN MNN6TN<?OM MN~
riGTnd>yAAK MiniGTOnoc NGooy GTMGtyfoojn 1 [m3]htoy; P 5525 [6] 5;
Or 5525 [54] 1 ff. U. a, — GZP I Nr. IV 361 opy.t^ti) <xe, vsx.USxiij.ov, e"rs app?;; s'ifrs
OrjXu? . . . .; Pradel 263, 28 öpxi£<o GjxSc x«rä rec; ayi'a^ Suvcoiei;; 264, 4.
Tamsari, ich beschwöre dich bei deinen großen Kräften und
den Orten (-o-oc), an d[enenl du bist [. . . .
1] Tamsari ist ein unbekannter Dämonenname (arabischer Ursprung?).
Meist erfahren wir bei jedem Text, der gefunden wird, im Gegensatz zu der
größeren Anzahl der griechischen Zaubertexte, einen neuen Dämonennamen.
Nur ganz wenige Fälle gibt es, in denen wirklich mehrere Texte verschiedenster
Herkunft denselben Geist beschwören, z. B. in P 5527 [5] und Or 5987 [57]
Bakthiotha, P 8320 [17] und Heidelberg 514 [37] Schurin, Schuran usw. Häufiger
gibt es Dubletten unter den Listen, die die 24 Presbyter, freilich mit vielen Ab-
weichungen in den Namen, enthalten (P 8330 [27]; P 11 347 [34] 17ft'.; Or 5899 (I)
[55] verso Iff. ; Crum, Short Texts 400 [77]; XVI [88]; dazu die Zusammenstellung
bei Kkopp III § 226). Sodann sind Apabathuel und Marmariöth häufig begegnende
Namen (s. zu XL 1). Es ist auffällig, daß die häufiger vertretenen Namen christlich-
jüdischer Form sind. Sollte hier in 2 Gruppen geschieden werden müssen?
1/2] Diese Phrase hat viele Varianten. Es sei aber bemerkt, daß sie im
Bereich der griechisch geschriebenen Texte selten ist; eine Beschwörung bei den
Orten kenne ich dort überhaupt nicht, nur bei den Kräften (s. o.) und Namen,
letzteres häufig (Pradel 263, 24; 276, 10). sam ist oüvauij (Kropp III § 168). De-
finition: dämonische, beschwörbare Wesen, die einem höheren Dämon zugehören
und zuweilen diesen Dämon zwingen können.
2] Tonoc: Die Zwischenwesen haben in der ganzen antiken Dämonologie
einen bestimmten Kaum im Kosmos inne, die sublunare Sphäre. Da manche die
Dämonen wieder in vernünftige und vernunftlose teilten, die getrennt wohnten,
kann man annehmen, daß auch den einzelnen Bsfjiove; ihre Aufenthaltsorte zu-
gewiesen waren; diese müssen durch die Gegenwart des Dämons besondere
Heiligung erfahren haben; man dämonisierte auch sie und konnte sie, als über
1 Zur Ergänzung vgl. P. Jernstbdt, Graeco-Coptica in ÄZ 64 (1929) 134.
62
Viktor Stegemann.
den Dämon mächtig, beschworen. Die Vorstellung von den jedem Dämon eigenen
Siva|XEic und tottoi ist vor allem in der Pistis Sophia zu finden. Jn solcher Detail-
lierung ist sie vielleicht eher gnostiseh als neuplatonisch, wo sich solche
Spezialisierung nicht findet. Über die Gnosis hinauf vermag ich der Spur nicht
zu folgen; sie scheint aber orientalischer Ideenwelt zu entstammen: Man beachte
die häufige ägyptische Wendung von der Verehrung eines Gottes m ko-t-f nb-t
'an allen seinen Stätten', vgl. Emian-Grafow. Wtb. IV S. 6. — Zu den neu-
platonischen Vorstellungen s. Hopfner I §44 — 116.
3] Über den möglichen Wortlaut der folgenden Zeilen vgl. Or 5525 [54] 4 IT.;
P 5535 [6] 6 ff. Auf die Beschwörung folgt dann meist mit xckac die Bitte.
XLII [105].
Ps. 10!), i als Schutzamulett.
R.: -f. nexe nöc miiaöc
X6 2MAAC Ncxoyi
NGM MMAI Ü)AN~|-K(D
V.: nngkxcxg T'nxoy
NCArieCHT NNGKCA
xxyx * — *
Die griech. Version der LXX: e<j>; äv Od» rol; iyjipoö; io-j u^ottooiov röiv
7l0OC»)V tjOU.
Es spricht der Herr zu meinein Herrn: 'Setze dich zur Kochten
von mir, bis ich alle deine Feinde unter deine Füße lege.'
Da der 109. Psalm die Sieghal'tigkeit des Herrn im Kampfe mit den
Feinden und seine Majestät nach dem Siege verherrlicht, ist vorliegender Text
wohl das Schutzamulett eines Soldaten; vgl. den Text Or 4721 (5) [52]. — Psalm-
stellen werden seit der Verbreitung des Christentums überall im Zauber ver-
wendet, s. A. Diktkkich. Eine Mithrasliturgie 28 A. 1; Pkadkl 3811'. vgl. 321 ff. 1
Meist sind es Stellen, die eine Schilderung Gottes enthalten. Im Bereiche des
kopt. Zaubers kenne ich nur noch das Amulett aus der Leidener Hs. am Ende,
[83] XXX 21 ff.' 2 Die Wahl anderer Bibelstellen besonderer Bedeutung zu Schutz-
amuletten wie Aussprüche Gottes (Mc 1, s nach Maleach. 3, i in Rvl. 101 [67])
sowie die Verwendung der Evangelienan fange (Leid [83] XXIX 23 ff.; Byl. 1 04
1 Vgl. Byz. Zoitse.hr. I 567 ff. II 291 ff.
2 Ps. 90. Auch bei Peadki, 271, 6 ff. und Wien 'Führer' 528.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 63
(Vi) [70], vgl. Anfang von 0019 [58] i 1 können die Gedanken verdeutlichen helfen,
die zur Abfassung solcher Amulette die Voraussetzung bilden: man will sich
der Hilfe Gottes versichern. Dazu waren Gottes eigene Worte, vor allem die
Psalmen, am geeignetsten.
XLIII [106].
Gc-bet um Heilung- für einen Kranken.
[ ]
MR6K ... TA GBAX AY?A[NI]
mxb Ayco hi neBxxytg ?,en
2611 HCTNAOy M62M MM6T
PGM1M2HT M6NI1IMI NICO
5 <|>[IA]M OYCDM N66COHTHPION
ntg nensuT enrpeqiM[i]
G2CÜB N1BI 6T[MANOy]q 1XT[
MA\OyXGÜ)l 03X111 GXM
iGBXYSecic GKGxnn gtcqgi
io XI MnGXC XG MTAK TAp HOC
1] MnOK . . . Gott, ist angeredet, vgl. Z. 25. - rs oder ta. 3] - ncrrix-
noyh. 4] MONniMi F ■---. nunetMO S. 5] co<|>[ia]m: ia ganz verwischt;
m den noch erkennbaren Spuren vielleicht ein m: unklar. 6] Stern §409.
7] Die Ergänzung wegen des unklaren iat[. unsicher. 9] cmjyeilxi F:
cn-cyxipc S (: cyoeipo A).
1] sy^Mic von Christi Wirksamkeit auf Menschen z. B. llom. on tlie
Iloly Virgin ed. Woukiu.l S. 277, 20; Apocr. ed. Budok 45, 11 AfJOK (Christus)
2cd taay^Ahc mmoh (vgl. etwa 2. Cor. 9. io und Kol. 2, i»; im A. T. z. B.
Ps. 104, 24; Jos. 4, i4 'wachsen' unter Gottes Einwirkung im Sinne des physischen
Wachsens, der Steigerung des Ansehens; im N. T. wie hier von der Religiosität).
<>] Jes. 4,is> "ü «ijOrjTTjpia Tjj; zapoiac |j.ou [itxuxäsaa rj i^/r, ;j.ou; vgl. Hebr. 5, 14 Töktwv
''Y IT1V ^ '"^ T P°'f r " rü " 3la ~V e> xx xlaQrripitx ysyujxvoiuijisv« ly^t-mv jipi; Siizpcacv
xaXoy rs xm ayaOoü. 9] s. Komm. 10] Hab. 1, 13 oüyl oh kk äpy^s JipiE o 4o' ; ,
ö «y.o's ;j.ou; Hebr. l.m ; Jes. 43, 12/13.
1 Vgl. das griech. Amulett mit den Evangelienanfängon, Pap. Jandanae I
18 ff. und die S. 31 daselbst zitierte Literatur.
64
Viktor Stegemann.
Die
:> koptischen Zaubcrtexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer
65
30
exiNecyxpen xktamix
MriXCDMI KXTX n6K€IM[l]
MeMTGK21KOM 6K6BI ü)OM[l]
NIBI M6N6MI NIB[l X]BXX MHG1
MneiqjHpecgHM kxmoyhcq
T6i eoyxpxcDi eoYiepBXXNi
eoytöCDNi 6T2XOY ne: gbitoy
2XBXX MMXM XXpiZG N6B M
noyxei xe ntak rxp nöc
nerexenoYxei nujoni nibi [gt]
ü)XXn 6BXX 2ITXK AyCD MTX
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2ITXTB neXY NeK N6M6B
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XYCD NOYXICJL) NIBI CLJXNGCDN
THXOY N6CDM XMHN ■?•
12] Eine Spur von I am Ende der Zeile sichtbar. 14] MGrieqi:
zwischen N und 6 ein wohl auf Versehen beruhender senkrechter Strich in
doppelter Buchstabengröße. — Mnei dittogr. 15] KANoyiicyTCi: es fehlt
nichts, das Wort unklar: ein Begriff wie Hilfe oder Heilung scheint zu fehlen.
16] == Apocy S: ApAU) F (s. Parall.). 17] ne ! vgl. Stemdokff § 525.
v
18] grit P: zu lesen GKCßrroy? 21]2ItakP: lies 2ITATK. 22] Ncfyxn
als Plur. selten. — Was bedeuten die Akzente auf n und o in Z. 3. 4. 15. 24. 25. 30 V
11] Gen. 1,27 xai E7co[r ; cj£v o Oeo? tbv avGp<orcov [Zusatz hl stxdvt «iwü], /.«' sixova
0eo3 ETOirjo-Ev «urov; Mc C (P) 4 Oxford [76] 32 nerrTAHTAMio npcDMG KATAnoqeine
mFjtgmgikujn. 13] XVIII 14. XIX 5. XXVII 6. XXVIII 5. P 11 347 [34] 53
(= V" 6) GKCBI 2ABOA MMOH NUJtDNG NIM MNAAffAGe- NIM. 16] Or 5525
[54] 21 ff. CITI 2ABAA MAC MHpA NIBI .... MNIGpBANI NIBI . . . MFJApAUj NIBI MN
2hmam nibi usw.. vgl. Kyl. 105 [71]. Herzuleiten aus Deut. 28, 22. 18] Jer. 17, u
'iaed as zipiE; Vgl. Luc. 7, 21. 20] Ps. 102, (nXOCIC) nCTTAACO
NNoycytDNe TUpoy; in Zaubertexten: Fbeeh coli. 10 [122] 11 2 nn gt-|-
nTGA(?A . . GTeAGGpAnGOyi NN'IOJCUNI; Pkadel 260, 8 IS. 260, 1 ff.) xuois
o iräcrav vöaov xai rcagav [iaXaxiav 'cup.svoc, \xaai . . . 20/21] Krankheit
voii Gott: Les r . 26, ib. Deut, 28, 20: epenxoeic Noyxc G2oyrj epoK
MnMoy usw. vgl. Exod. 15.26. 21/22] Exod. 15. 20 Ciasca anok rAp
ne nxoeic neTTAAffo mmok. Leid [83] IX 10/11 nnoyTe ne neTAACo
"~ I> 8, 40 ' 5 MATAA6,6 TA^yxt 1. 1. Thess. 5, 28 ntom A.e niioy-re . . . eqeaApoa
ene-nintjA cioyox mmtgtm^yxh mm neTNCCDMA; vgl. Or 5525 [54] 10 ff. —
Pkadkl 260. lff.
Ep aysE, :arpE d/u^tuv w. acoij.atcov ... KEjj.ila; ~ov fjiovoy£v^ utbv . .
:<x<sa.t r.ai tov oouAov aou 6 oeTvoc Ix ufi JispiEyo'Jav-; autöv
xm jräsav vo'jov t<i>p.eyoy
cjw^xny,^ «aOevsia; 3t« 1% x°'P lTO ? ™ 3 XP lcrro3 OTU - 24] Tit. 3, 4 o~e ö: rj Xf/»«'-^;
/.at rj «nXavöpw-ta iiiscäv^ tou atorrjpo; rjp-wv 0:o3 in Kombination mit 2. Cor. 13, 1.1
TGXApic MnGNXOGic ic nGA'C Aytt) TArAni i MnNoyTG . . . Daraus die Buch-
sehlüsse Apocr. ed. Biidge S. 58: Copt. Hom. on the arch. Gabriel ed. Woukki.l
S. 321. Diese Stellen bei Nr. XXX v 9 zum gleichen Passus in einem Zaubertext.
.... deines heraus. Mehre (au;avscv) ihn und sorge
für ihn. Befiehl das Gute, fülle ihn mit Klugheit und dem Wissen
der Weisheit (mdx) . . ., öffne die Sinneswerkzeuge (alsGr/^ptcv)
seines Herzens, damit er jedes Werk versteht, das [gut is] t (?)
Möge man sich freuen über sein Gedeihen (aä;v)fft;). Du sollst ihn
zählen zu dem Schafstall Christi. Denn ( T «p) du bist der Herr
von Anfang an ; du hast erschaffen den Menschen nach (xa-cä) deiner
Ähnlichkeit und deinem Bilde (er/.wv). Du sollst wegnehmen jedes
Leid und jed[en] 'Wind J [aus] diesem kleinen Knaben. Lege
(Heilung od. Mini. ?) gegen Schüttelfrost, gegen bösen Bück, gegen
böse Krankheit, um sie aus ihm wegzunehmen. Schenke (y.api^e^öai)
ihm die Gesundheit. Denn ( : ;b.o) du bist der Herr, der jede Krank-
heit heilt, die durch dich entsteht; und du bist die Heilung der
Seelen (-ir/vi) und der Körper (güiio) und der Geister (ctsü-ax, plur.)
durch die Gnade (yip:c) und die Menschenliebe deines eingeborenen
(noyoycvö;) Sohnes Jesu Christi, unseres Herrn, der, aus dem der
Ruhm ist für dich und ihn und den Heiligen Geist (xveu,ua) jetzt
und in alle Zeit bis in alle Ewigkeit (alüvj der Ewigkeit (aiwv).
Amen (aj/^v).
Dieser Text hat auf den ersten Blick nichts, was an einen Zaubertext
erinnert, sondern stellt ein christliches Gebet dar, dessen Inhalt Preis Gottes
und Bitte au ihn um Heilung eines Knaben ist. Die Zauber- und Beschwörungs-
formeln fehlen in dem erhaltenen Stück ganzlich, wie in Nr. XXX B, das in mehr
als einer Hinsicht mit diesem Text zusammengehört. Nr. XXX ist aber ein Atnu-
Sitzurigsberiehte der Heidelb. Akademie, pliil.-hist. Kl. 1933 '84. 1. Abh. 5
66
Viktor Stegemann.
lett. wegen der Bitte in A: das Gebet ist von derselben Hand auf die Rück-
seite jenes Blattes geschrieben worden, dessen Vorderseite den Besehwörungs-
t.ext trägt. In dem obenstehenden Text, dessen Prädikationen übrigens eine erheb-
liche Menge biblischer Yerstcile verwenden, ist auch manche in den Zaubertexten
oft verwendete Formel zu finden, vgl. Parallelen zu Z. 13 f. 15 IT. 20 f.. so daß
auch dieses Gebet als Amulett, angesprochen werden muß. Fast rein christliche
Gebete sind verhältnismäßig selten und alle spät; zu den genannten kommt noch
Fkkki: coli. Nr. 10 [122], eine stilistisch ganz verwandte Komposition einer Bitte
an Gott-Vater zwecks ölsegnung. Auf die enge Verwandtschaft dieses Textes mit
liturgischen Texten weist Khopc III §32111'. hin; möglich, daß auch unser Stück
von dem Verfasser als kirchliches Segnungsgebet aufgefaßt worden ist.
9] Vgl. Lacau, Apocr. coptes S. 43, 22: Christus ahrto Mnocooy utam-
ctnpOM C2oyrj eTGHtyxipu MKGCOri; die Parallelversion (ed. Budoe, Coptie
Apocrypha in the Dial. of Upper Fgypt S. 6 Z. 16) hat statt ujAipe lediglich oac
wie Joh. 10. i. ic (ed. Balestm), woher das Bild stammt. In der Apokalypsis Bartliol.
erscheint 'Schaf auch auf die an Gott irre gewordenen Menschen bezogen, nicht
nur auf die Glaubigen in der Zeit der Wirksamkeit Christi. Aus dem Text des
Johannesevangelimns kann sich sehr wohl die Vorstellung (der Kirche ?) von einem
Scliafsta.il Christi entwickelt haben (vgl. 10, u), die dann über die Apokalyptik
uind die Liturgie?) auch in die Gobctslitcratur einging. Schon im A.T. übrigens
ist von den Gläubigen als den Schafen Gottes die liede (Jerem. 23, vor allem
aber lies. 34), die, nachdem sie von bösen Hirten verführt worden sind, von Gott
wieder gesammelt werden (vgl. auch Ps. 78, is; 94, j; 99,3). Fnser Zaubertext
erblickt in der Aufnahme in den Schafstall Christi einen geistlichen Heilungs-
vorgang, wie er in den vorangehenden Begriffen enthalten ist; doch dient alles
sicher nur der Gewinnung der von Z. 15 an erbetenen körperlichen Heilung.
Fi] ApAcyi: Wie in Deut. 28, m wird auch Or 5525 [54] 24 und 7-1 Apocy
mit 2mom (und einer Reibe weiterer Krankheiten) zusammengestellt; vgl. ;u>p;r(T>
y.a\ f.C ; -=t der LXX-Version von Deut. 28, 22. Wie reupsra; das heiße Fieber im
Griechischen bedeutet, so Sfyo; bei den Spateren den Schiittelfrost, der in Ver-
bindung mit Fieber aufzutreten pflegt. So auch Kumts Erklärung zu Or 5525 in
Bd. 11 206 oben. Eine griechische Parallele findet man z. B. in Berl. griech.
IJrU. III 11. 956 1 GZP II P XVIII b [S. 141]),
20] Daß die Krankheiten von Gott sind, spricht ebenfalls für den sehr
christlichen Charakter dieses Textes, wenngleich sich nur Vergleichsstellen aus
dein A.T. (s. Parallelen) anführen lassen. Z. 15 ff. hängt, wie die parallelen Stellen
in den Zaubertexten, eng mit Deut. 28,22 (vgl. ebd. 2- r. 53c; Lev. 26, 1«. 20) zu-
sammen; der Zauber führt wie das N.T. sonst die Krankheit auf die unreinen
Dämonen zurück (vgl. Ileid. 500/501 [35] VII 7 ff. 29; Or 5525 [54 1 125 IT.;
P 113-17 [34] 53 ff.; Kkoi>p III § 170—174, vgl. § 168 A. 5; Picadei. 324 ff.).
23] 2ITM TOcxpiC: denn Christus ist Fürsprecher bei Gott, der daraufhin
die Heilung (in der Formel, woher der Satz entlehnt ist. stand wohl ertor^pia im
Sinne von Erlösung;, vgl. Ps. 3, 9 in Verbindung mit der Doxologie in Apoc. 12, m;
für den Zauber wurde crtuTr(p primitiv realistisch interpretiert) gibt, wie Adam von
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 67
seiner Sünde erlöst wurde, als Christus für ihn bürgte (Bartholomäusapol. in
Apocrypha ed. Budge S. 62 f.. verwendet in Kairo 49 547 [121] 11 ff.). Vgl. Komm,
zu XXX B 8.
30] Man beachte am Ende das Fehlen des für diese Zaubertexte so cha-
rakteristischen rfi-q rfir,, xxyy rap. Man darf dies ebenfalls als Zeichen der 'christ-
lichen Haltung' dieses Textes ansehen. Entsprechende Erscheinungen beobachtet
Phadki. 324.
XLIV [107].
Beschwörung zur Heilung'.
■f- -füDXCDOK GXAK ACApCDO
ÜNATS exepOYBHN IIGHN
TA IIICDT TAXI 2X11 CXCDß
GBNABCDK Ü}XAA.AM 2G HA
PXJCOC NX6K66C 6K6H
cpiM gxon neu cnxb gtogn
IIA GPGTG6-ANG21 t\in<j>ANTA
SIA (XI N<j>GBpOYNIA ||Tl HTt
TAXII TAXI-l CNIHX GI1XANAHX
2px<j>XHx apinmx
1] Die Schreibung beachtlich wegen der Längung und Brechung des Murmel-
vokals im S. xcxpcuo P: ACAptDp Krau,. 2] Zu natu: statt nau vgl.
Parallelen. 3] taai P: lies wohl aai (s. Parall.), aah in F belegt. Doch
vgl. Zokga 547 astaag oyxoi und Ksth. ed. Thomcsox VI 8. 5j nxgkggg
wie Z. 15. Bedeutet das n Andeutung der Aussprache des x? ckcii: lies gkoi
(11 auch Z. 6 in neu und Z. 16 in GHNAMAp statt r verwendet; vgl. die ähnliche
Gewohnheit dos Schreibers der apokryphen Apostelakte in F ed. Lemm, Bulletin
de l'academio de S' Petersbourg. X. S. I (1890) S. 520, vgl. Till, Fay. Chrest.
N. 22JVA (5] GpiM unklar; Verbum piM ? — gtocn: entweder NT2H FI- oder
crZMir... 7] ha undeutlich, da Korrektur. nor ? cpüCi/rV)eeArie2i
unklar; Kontamination aus UTKAAA2H ? (vgl. Komm.). — nncpAirr.: das n vor
<]> wohl hybride Schreibung wie k vor %• in nGKA-piCToyc XLV 13. 81 Zu
TXI F statt T(i)G S vgl. F TXHAI in Or 5525 [54] 37.
1] TicupK-Fonncln zu XLI 1. 2] Leid [83] XIV 19 nnoe rjAGpoyBiM.
3] Einzige Stelle im A. T. Ps. 17, n ed. Bud«e Gott xqxAü GxpAi gxd
riGAGpoYmii, vgl. 2. Sam. 22, 11 ed. Ciasca a<42mooc 2ixFI nüa-aipoybin. Vgl.
Apoe. apocr. ed. Tisch, p. 12 (Ap. Mos. 22) . . . äv^XOsv 6 (kö ? de tot jtapaoEicov eki-
(iE^xtoc etc: Spaaro; Xspoufiijj. (um Adam zu richten und aus dem Paradies zu ver-
treiben), ebd. p. 16 (cap. 29).
r>*
68
Viktor Stegemann.
fCD
\CDK
Zauberfigur:
Kreis mit Kreuz
Brustbild mit
in jedem Viertel
6AXT6
erhobenen Armen
ein Ring
N N6MMX
TexGN eOA2A'l- NX6KGGC 26NT6Y
MOY 6HMAMXPTINOY 21XGN
cj)AHTOY2.lA T XI N<|>eBpOYNlA
T6- . tc Tirnexö'A hti hti tx
XI TXXH
13/14] MNNC-rTjpMJ. vgl. P 8321 [18] und P 8325 [22]. Die falsche Form
natcn wohl unter dem Einfluß des a vor Suffix tcn in OAATOn, ntatn usw.
(Till, Fay. Chrest. § 2) entstanden. 16] - ginamapthnoy- 18] Anfang-
schwer lesbar.
15] OrlülSA [4C] 26' nMirr npAN miit gt2A2c>tg, dazu P 8327 [24] 22
T'füDpCK nriCTGripXN GT2C-TG. — Pap. 46 Brit. Mus. (GZP I Nr. V 77 f.) : ;iop/.!a.)
<j-z v.a.vx -M'i «yitov ovonä-ctov [Namen] x»l x*w zSr> ifpuztM ovo[j.artov. 16] XVIII 5 I.
GITApKO CNMOTCtJ .... X.GKAAC 2MTGY"OY GINAMOYP CriMI GXU) CCBAIMAM
IIU)G MMA|'I2AM.
Ich beschwöre dich. Asaröth,
den großen Chernb ; dun
der Vater bestieg,
als er zu Adam gehen wollte
in das Paradies (VapaSsicrs;), daß du kommst (?) zu ....
auf dieses Blut, das in
der des Mutterleibes (?) der Phanta-
xia, der Tochter der Phebrunia, ist, nunmehr, nunmehr (rfi-q ^2r ( ),
schnell, schnell ("-ayß ~ayß) !
Epicl, Eplanael,
Raphael, Ripiel
Ich beschwöre
euch und
eure furchtbaren Namen, damit ich euch
binde auf
Phaiitaxia, die Tochter der Phebrunia.
(Bild und Zeichnung)
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 69
(lebt Heilung, nunmehr, nunmehr (yjoy) v^cr,),
schnell, schnell (-a-.
y_u sy.yü)l
1] acapcdg ist Z. 2 als Cherub bezeichnet; er begegnet noch Or 5525 [54]
115 in nächster Umgebung mit den freilich stark entstellten Namen der 4 Thron-
tiere (Knopi» III § 221), den 24 Presbytern und der immer in Verbindung mit
der Schilderung der den alttestamentlichen Gott umgebenden Wesen zitierten
Satorl'ormel. Man kann daraus vielleicht den Schluß ziehen, daß die Namen
ixoATAKip . KcrriHA MNCGNupuiA MMACApujo die Namen der 4 Cherubim
Gottes sind, die im Anschluß an Ez. 1, 5 ff. und 10, 1.-» mit mannigfachen Vor-
stellungen ausgestattet sind; in den Zaubertexten werden sie als Wächter des
Paradieses und Träger des Thrones Gottes vielfach erwähnt und dienen wie. die
Sator- und Alphaformel zur Umschreibung des mächtigen Wesens Gottes (Stellen
bei Kropf III 120 ff.). Vgl. Komm, zu XIX 1.
5] beginnt die Beschwörung. Ihr Sinn bleibt unklar, da die Entzifferung
von 6K6M GpiM und nAepcTce-At-icai noch nicht geglückt ist. Nur noi cnab
CT2N sind zu erkennen. In Verbindung mit dem Namen der Frau und des
TiriTUAGA (18) könnte man au Blutfluß denken, für den sich unter den koptischen
Zaubertexten mehrere Heilungsvorschriften finden (P ,8109 [9] A 13; Freer 593 [123]
8.248 Z. 10; vgl. P 8324 [21] 4 gtkg~oytkgc r7i<.AAA2ii). Sollte CAN02i eine
Kontamination aus kaaA2h (nur saidisch belegt) sein, etwa aus caagsi einer
Vorlage verlesen und Heilung eines Muttcrleibsleidens gesucht werden? Bei der
merkwürdigen Orthographie dieses Textes kann man solche Vermutungen wagen
(an S. 6-ANA2 'Krüppel' dürfte kaum zu denken sein). nAep bleibt noch zu lösen.
7] Die Namen unbelegt.
9] Anfang der neuen Beschwörung wie z. B. XLI mit den Namen. Zu den
Engelnamen vgl. die Art, in der die Namen der 24 Presbyter gebildet sind
(s. zu XVI [88] 7 und Kropf III § 226). Zu Epiel vgl. errjiHA, gmiha; Aplanaol
ist ohne Parallele; zu Ripiel kann man vielleicht pcdkiiia (XIX [91] 3) stellen.
Namen dieser Art werden stets zwecks Hilfeleistung beschworen (s, Komm, zu
XVI [88] 7). Raphaels Stellung in den koptischen Zuibertexten ist nicht deutlich
(KroppIII § 143), doch ist zu beachten, daß sein Name Leid [83] IX 19 richtig
mit nTAA&o übersetzt wird, mit dem ebd. Z. 10/11 Gott identisch erklärt
worden war. Zu Gottes Bild und Wesen gehören aber auch die 24 Presbyter,
von denen wir 3 hier genannt glauben. Es ist also Gott der eigentlich Angerufene,
wie auch im 1. Gebet an den Cherub (vgl den Anruf in XIX an die 4 Throntiere
und einen fremden Namen Gottes, die die Heilung bewirken sollen 2itn tcom
fjtmhtxogic niacd cabaujg Z. 5, vgl. Komm, zur Stelle).
15] OT2A2A-J-I: unter der Furcht vor Gott, dessen Diener die genannten
Engel sind.
16] Sinn: Ich beschwüre euch usw., daß ich euch herabzwinge auf die
Phaiitaxia (etwa durch ein Amulett?), daß ihr mit ihr machen müßt, was ich
will; der Vorgang entspricht sicher dem sonst so formulierten Ticoncn aygö
TlflApAKAAGl NMOT6N THpTGIJ NflOOY XGKAAC OTOTNGGI NA! G2pAI 6X[tJ
70
Viktor Stegemann.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 71
d. Folg. zerstört] MAI erci^oon 2NMAtfix P 8320 [17] 2 ff. ; London Kay 10 391
[65] 41. 46 u. sonst ö. ; freilich ist an diesen Stellen immer von dem 'Kommen auf
Gefäße die Rede, deren Inhalt die Dämonen zaubcrkräf'tig machen sollen. Bitte
um Herabsendung' eines Dämons auf einen Menschen zu seiner Vernichtung wird
in dem Londoner Fluchtext Or 6172 [59] 5 ausgesprochen: AKATGoy a.gmo>n
ei Azpui axcdc, dann folgen die erbetenen Krankheiten (Kropf III § 171). Hier
ist die Bitte in einen Zwang verwandelt, dessen Ziel der Finalsatz angibt. Sach-
lich kommt es auf eine Einwirkung heraus, wie man sie auch durch Aufbinden
von Amuletten (vgl. Or 1013 A [461 oder Heilpflanzen (?) u. ä. (XVIII 11) erreichte.
Von der Beschwörung zur Bindung eines Mädchens im Liebeszauber ist die Ab-
sicht dieses Zaubertextes wohl zu unterscheiden, weil dort der Dämon selbst zur
Bindung aufgefordert wird (P 8314 [11] 11; P 8320 [17] 6).
XLV [108],
Amulett mit 2 apokryphen Gebeten um Errettung.
.f. Ticon xyco TinxpxKAxi MoyK Mnooy nxciM goooy
MNHNA HTAXO IC XC GIICQG AMCÜU) GBOX GMXtD
(2 Zeichen)
MMOyC X6XCÜ6 XGMACCABA KAANl IC nxc GT
Ü)CDH GriGKGBOX 2lABpA2AM rKl)G NKA . AHIM .
5 AAAM CHQ NCD2G MXGOyCAXX AyCD RNA GTOyAA
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GTONX2 Ü)AN62 GpATM G\y
AKApiC GfipO nGpO Ü)ATII
OX1C TMOXIC XGTl NNGBOyX
2JTOOTM NAN1AC NKOpCOYN
nrAxia>rpA<poyc gtpgc
TinoyxAi NGTajoon 2nü)cd
MG NIM GITG CIJCDNG NÜ)OyxO<5 , XG<5' 61TG 21K 61TG MAriA
C1TG <j>ApMAriA 2XnA22AriXCüC 6C6BCDX GBOyx 62U>M
NIM GeOOY GCa)Cün6 NTAXSO N6TÜ)OOn 2NÜ)CDNG
nim 2NoypiiNii NTGnNoyrG 2AMUN Gicoyc xpici oyc BoyoG
TG MAI TlipOY
TMG2C1INTG
io NGIllCTOXH
MTA<1C2AIG
UG\ IIGMXOG
ic Gicoyc riGK
Der Text ist in sehr schlechter Sprache und ziemlich undeutlicher Hand-
schrift geschrieben, die eine starke Neigung zeigt, die Buchstaben ineinander zu
schlingen. 1] Ticon P: lies Ticona. MoyK] ^ mmok. Die Orthographie
mancher Wörter ist beachtlich: so wird immer das o in mmo und in xpicroc,
einmal in gboa und bida. zweimal in xmok, ferner in KAAiorpA<|>oc stets
-oy- geschrieben, vgl. XXIV 1. Schreibfehler begegnen mehrmals. nyew] P:
Dämonbezeichnung ? 2] Das erste Zeichen ist wohl das Chrysmon (wie
am Anfang), das zweite das Symbol für aixüpo; (vgl. Leid [88] XXVIII 9).
31 Kreuzes werte (s. Parallelen). 4] GTOjcün kta. s. Komm. 8] Hier
beginnt die Bitte (tg mai), die auch noch außer au die Z. 1/2 genannten Wesen
an die Z. 7 (linke Hälfte) genannten gerichtet sein muß. TlipOY P: zu verb.
in TiipfrJ. 13] neKxpiCTOYC (vgl. u. 25. 32 usw.) Doppelsehreibung des
Gutturals wie in Or 4721 (3) [50] npAKiic. 15] 2 15/16] Ob vor -k in
xyAKxpic in P ein A steht, ist schwer zu erkennen; das i vor c statt o ist
ganz deutlich. nopo] lies enppo und erg. davor ein Verbum des Schickens
(s. Komm.). TnoAlC TnoAlC] es steht doppelt da (ob dittogr.?); der Bote
des Königs Abgar namens Chanan (Doctr. Addai) — Ananias — (vgl. zur Bildung
Euseb. bist. ecel. I 13: Heuser, Personennamen I 110) ging nach Jerusalem: Stadt
der Städte? xgti] man erwartet ggti. 17] BoyA ------- eüja (s. zu 1); vgl.
bcjda gboa vom Vernichten der Macht des Bösen in Zaubertexton (Z. 22; Leid [83]
VI SC.; P 8327 [21] 25). 18] nKopcoyiM = Cursor; vgl. Komm. 19] Das
Wort auch am Kopf einer kopt. Hs. der Coli. Crawford 24 B bei Hyvkhnat.
Paleogr. Copt. Tai'. V11I 4. 21] Ntyoy vor \oa\C6 (dazu XXV 31) unklar.
2IK iu ZT nur Leid [83] XIX 27. 22] GCGBtt>A P (kaum gigbcda).
24| snoypiujn P: statt 2i\iOYeipnmi, Schlußformel der Briefe, s. zu XLVI 28.
25] Vgl. u. 4 und An 529 [116] 3 --= GZP II 181.
1] XXVII 5. 2] Or 6796 (4) [63] 24 TAne Mneqtyripc mmgpit
CMTAAliy CXrJ: nGC(TAYP)OC GqXCD MMOC. Ryl. 102 [68] A 13 21X.M nuje
MnGC(TAyp)c. Or 6796 (4) [63] 1 Tcnpocey^H nie nexc MTAMTAyoc
aixri riGCirAYpJoc CHcr>[iy g]boa Gqxoj mmoc xg gaidi gacdi aam[a
CAKa]ktami vgl. Kairo 49 547 [121] 16 f. 7] gbaaa, vgl. P 8503 [31] 62
-rnirjAHic GxojpG GiiBÄTiÄ. Off.] XXVI 23 ff. 14] XXVI 2/3.
20] XXV 30 ff.; P 8318 [15] 25; P 11 347 [31] 53 ff.: cytmie mim mhaacag-s mim
MMMAKiA MIM MM<|>ApMAKIA MIM USW. 22] 2AI1 A5.2AnACBC Leid [83] I 18;
Pist. Soph. cd. Schmidt Index. rcda GßoyA] Leid [83] I 7 von einer GyA'H;
P 8327 [24] 25 u. öfter.
I.
Ich bitte und rufe dich an (xxpy.v.üeXv) heute, , den bösen,
und den Geist (Ts/sfya), der hinaufsteigen ließ Jesus Christus auf den
Stamm des Kreuzes. Er rief aus, indem er
1 Zu Gpvrq G- vgl. Lemm. Kopt. Mise XLIX.
m
Viktor Stegemann.
sprach: Eloe lema sabakdani! Jesus Christus, der aufnimmt
den Auswurf aus Abraham : der (?) Sohn
Adarn. Seth, SToak, Mathusala und der Heilige Geist (ttv^)!
Immanuel !
Zcicllcn o Christus ! A(]pha) ! Maria (7 Vokale)
ymy ymy(?)
Ebaal, Adonai, Eres, Eres ! Gebet mir alle den zweiten
Brief (s-tcnroXr^ den unser Herr geschrieben hat, Jesus
Christus, der Sohn Gottes, des ewiglebenden, an ihn, an Ab-
garos, den König, (der geschickt hat zu) dem König, zur Stadt (tSaic)
der Städte hil<q)(?l um zu erbitten («tsüv) die Lösungen durch ihn,
Ananias, den Läufer (cursor), den Maler (yaX/.iypi^),
damit er (d. h. der Brief) die Heilung gebe denen, die in
irgendeiner Krankheit sind, sei es (efce) eine Krankheit von starker (?)
. . . Quetschung (od. ähnl), sei es (sc;;) ein Zauber, sei es (sfce)
Magie (\xavl<x), sei es (a~s) Pharmakie (capy.a.yJ.y) überhaupt
(orzai ax/aoc). Er soll auflösen jedes böse Werk, indem
er zur Heilung wird für die, die in allen Leiden sind, im Frieden
(elo-qvn) Gottes. Amen (ä;^v)! Jesus Christus, hilf (ß c #)si)I
1] Die Legende, nach der Christi Kreuzestod von einem Dämon verursacht
worden ist, ist sonst in den koptischen Texten unbekannt.
8] Zitat der Kreuzesworte: KkoppIII §218. - onoKOKOA ,. mrokakoa
'Auswurf, & F T0i. Von der 'Sünde' gebraucht das Wort die Vita Mosis cd.A«fe U K E Air,
Memoires Miss, au Caires IV 691, vgl. Lemm, Kopt. Mise. XI.
4] Der Name des Vaters oder der Mutter, wenn ein solcher in den Buch-
staben steckt, unbekannt, vgl. Gen. 1, 20, 31 . Ist der Passus auf Abraham oder
Christus zu beziehen? - Dio Legende scheint hier zu Ende.
5] Zu den Namen der Patriarchen vgl. Gen. 5. Anfang eines neuen An-
rnfes. Re chts nebenjlen mir unv erständlich en Zeichen bedeuten nrTÄ g to Y aak ,
iMANoynA, a> ne-xc, a, mapia, AenioycD (dazu Komm, zu Nr. XXVIII), weitere
angerufene christliche Mächte. Die Kürzung yFry Y^Y vorstehe ich nicht.
8] Die in Z. 9 f. vorkommende Formel enthält den Hinweis auf den 2. Brief
des Briefwechsels zwischen Abgar und Christus. Dieser Sache wird nur hier
Erwähnung getan und zwar, indem dio Legende der Entsendung des 'Geheim-
Schreibers Chauan" nach Jerusalem mit dem Brief Abgars an Christus erzählt
wird. Dieser kehrte mit der mündlich (so die syrische Doctr. Addai) erteilten
Antwort, in der die bekannte Erweiterung des Eusebiusbriefes zum Amulett ent-
halten ist (vgl. J. Aufhauser. Antike Jesuszetignisse = Libtzmanns Kl. Texte
Nr. 126 S. 271), wie sie dann in dem späteren griechischen und dem koptischen
2. Abgarbrief zu lesen ist, nach Edessa zurück. Unser Zaubertest hat seine
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 73
Anschauung über diese Beziehung Christi zu Abgar aus der syrischen Version;
er verbessert v. Dobschütz' Untersuchungen, der Einfluß gerade dieser Version
auf die bekannten Abgartexto in koptischer Sprache für das X./Xl. Jahrhundert
festgestellt hatte, insofern, als hier der Einfluß der Sage im Hoilungszauber sehr
viel früher faßbar wird, da dieser Text ins VI,/ VII. Jahrhundert gehört • dio
Legende entstand in Syrien im IV./V. Jahrhundert. Daß die Gebete selbst eben-
falls viel früher in Ägypten bekannt waren (sicher im V. Jahrb.), wurde o.
S. 47 bemerkt. — Die toxi; ist Jerusalem (s. Krit. App.).
kopcoym - Cursor (ein anderes lateinisches Wort ist neuerdings in einem
koptischen Zaubertext mehrfach aufgetaucht: ampulla Or 6796 [62]"" 112'). ist
der r« X uopo>o, des Eusebius*; -/.aXÄr^o;, Hofmaler, war Ghanan ebenfalls' in
dieser Eigenschaft soll er Christus gemalt und das Bild seinem König erbracht
haben. Interessant ist, daß auch der vorliegende Text streng an dem Gedanken
der Ueilswirkung des Briefes festhält, den der Beschwörer sich durch Zitierung
der Dänionen und Patriarchen verschallen will. Das Ganze endet mit einem Anruf
Christi, wie Christi schon eingangs Erwähnung getan wurde. Aber der Sinn ist
verschieden: Am Anfang werden nur die Dämonen zitiert, die mit den andern den
Brief herbeischaffen sollen; das Gebet endet mit der vorgestellton Beschreibung
dieses Briefes, durch den Christus hilft, und schließt dann mit einem Anruf an
Christus selbst.
II.
I1GQJAUX N2IXIA.C I1G1GI T6MB1T6C (l2XpMA (IGKXpiC 25
TOYC I1GNTAH6YXG X6 IC R6 IipAN ABXGC1 GT6KTNAM
Orthographie und Schrift sind noch schlechter als in I. 25] Zu lesen
ist nGio[[iT]]6HBiT6c (-IT- Verderbnis) = Oe^; (I. Ko. 17, i; 21, i I: Mal. 4.ö).
- hgkxp. s. oben I zu Z. 13. 26] Großenteils unverständlich. " Wenn die
Übersetzung richtig ist, hat der Schreiber hinter c Y xe ein r^ioq vergessen -
abxgci zu xoee ? Das Folgend« vielleicht zu kcdtg, da eine Anrede (gtgk)
kaum Sinn hat.
1 Weitere lateinische Worte Zoega 37, 9 AcyTOAxpioc (tutelaris), Z. 113. 25
npoA.GKTa>p, Z. 658, 5 KACA.pon (castra), Z. 23,2 v. u. tomgctikoc (domesticus).
Amälweaü, Vic de St. Paul etc., Ann. Guimet XXV II 134 brabiom (praemium),'
Ryi,. 273, 14 GKCAKTCDp (exaetor), Ryl. 238, 1 imbgnton (inventum), R YL . 939, 10
KATuriG (catena), Ktl. 238, 11 o Y HAOri (velum) usw. - Bei Kopco Y tJ ist N
am Ende auffällig- Vertauschung von cd und o Y ist in griechischen Lehnworten
im Koptischen nicht selten, vgl. Or 5987 [57] 50 ^oycTiip (9^0). Zur Er-
setzung von o Y durch o vgl. P 8327 [24] 16 Atropa (Xaroupvfa). Den Tausch
der Silbenvokale gegeneinander konnte ich sonst nicht beobachten. - nKOYPCON
noch Or 6796 (4) 28, vgl. Act. Pilati (Turin. Ak. 35, 172-174) KO Y pcco P .
Vgl. den Text der griech. Fassung vom J. 1032: ImaioWj Tpa? «« a 6™
'Aßyapou to^pxou M \ ^Itea« ^ 'Vo5v Xptatoy 3.' !vvavtou x.oüp^pos «< ■fcpoodW
(Dobschütz a. a. 0. S. 463 f.).
74
Viktor Stogemann.
Dio koptischen Zaubertexto der Sammlung- Papyrus Erzh. Rainer.
rfO
eCCDM AHBITH -VlCDO) 6B\ 6BOX 6MXCD MMOyC XG MATH
GMnepxnoYi Mnooy naiika2 MnepAAOYi Miiooy xe
ANOYK OYM1C6 MT6TAMAAY ANOyK OYXilO MAAAC
Nee aacapoc Mxpeoyo oyoM nim gtonas epenisime
MnNOY're ü)oon ngmam MApeMcyine 2aha2o cqepao
T€ 2ATATIMM XOpeTGCIipAKlC NlCöyC HGKXpi
CTOYC C2A1 6XN TAT62M6 AY<D TOOM MUNMMHy
MA 6TOYAAB T€CNAA2ep2ABBGqO CpOl TKjOXGU 6MC
op GMriMOMOKGNOYC eicoyc neKxpicToyc NTOH
? sie
ne e^ccop 6mgp2abbac eponi cijxspAi ntiaioynoy
AYCD NG20Y THPOY HACDNAS Ü>\N62 AllA AHA
I A lü> C A . . . . A O TNNTCQIIGNA
e epoi
Verso
0)AMG2
0}A2pAl MTGYMOY AYCD NG200Y THpOY MHAQ)N
2AllG2iriA2AY 2AGXG6' NAMApOYOlNIA
AKAÜ)OtNlA NI !OApA2A MApipXQX
GlCOYC XpiCTOYC BOYOG •'! kreuzfönniiic
Zaiibcrzeichen
CATü)p Apercu TGiMirr coropA pcdiag
27] GEA: dittogr.; zu streichen. 28] MnüpKAoyi schrieb der Schreiber
zuerst, korrigierte dann über dem E ein x. hinein, vergaß aber \ in u zu
ändern. 30] MAfBoyo oyoM nim ctonm : lies Mxpcoycu oyon ihm
6TOHA2. 33] FinrjMNiiyMA P: wohl rinn I[imn]j nyMX zu lesen. 34] Gcn.\\i>-
ep2ABEGHO P: lies cn\e\'Z\ß\i\c (wie in Z. 36 richtig); das folgende o undeutlich.
vielleicht ein erster Ansatz zu dem folgenden o; zu tilgen. — TieroAcn P: wohl
verlesen aus nsOAGn. — cqcorl verschrieben aus oscnp, dazu Lacau, Apocr. 61,61
ciip gboa 'bekannt, sein. 36] epö'ii P: lies epoi. — riTixioynoy P: lies
NTAioynoy. 37] aiia wohl = aio al\. 38] Die Spuren lassen nichts
verstehen. 41] Das Ende von dieser Zeile übergeschrieben wie Z. 7 rechts
und 27. 12] Zaubcrna.inen oder -werte.
30] Or 6796 (2. 3) [62 (1)] 19 Mxpc2u>B ihm synoTACG mai mathc
MMNAriKA2 usw.; ebd. 37 (nrioyTG mmg) ... GycreDT 2[ATGq]2ii nci nriÄ
nim NATnc MMrjxnKA2. 31] Leid [83] XIX 21 MApoyx:iu>mG nei hgtmg
MnA.iABOAOc; Ps. 43, -. AK-j-cyinc rTFiCTMOCTG mmo. 32 1 Puaukl 274,72
(bp-tfu re 8i*) . . . r^v oopzrfoz ro5 XpiaroÖ nach A P OC. 7. a f. AltJAy GKGAITGAOC
coyii oyccppAnc m oo T q_ NTenrioyTe GTon 2 ahx.iu 9 kak gboa 2 noy
NOff riCMH 6HXCD MMOC XG-MnpTAKG-nKA2 OfXriTNTCUCÜBG
NGN2M2AA MneHOYTC G2PA! 6XN TG Y TG2MG. 34] Ps.90,4 Gott qnxpaxYBGC
GpOK 2ATGMM6CT2IIT, Vgl. Ps. 139,7 (Büdge). 351 XXX B 9- XLIII 25
36/37] Formelhafter Schluß, vgl. 8318 [15] 80; P 8503 [31] -5; Eyl. 104'<Vl/[7u] 13
44] vgl. zu Z. 24. 45] Satorformel XXV11I 10: XIX 1- XXIV 7 usw •
s. auch XL VII. ' ''
Das Gebet des Elias, des Thesbiters (tec r fifr K ), des Wagens
(a ?[J .oc) Christi, ist es, das er gebetet (sü-/s C 0ai) hat: Jesus, das ist" der
Name; er hat erhoben den, der nach ihm. Er (d. h. der
Name] trug ihn. Er rief ans, indem er sprach: Ihr Angehörigen
des Himmels, zeuget mich heute nicht! Ihr Angehörigen der Erde.
zeuget mich heute nicht! Denn ich hin eil/ Geborener meiner
Mutter, ich bin ein Erzeugter von ihr allein wie Lazaros. In
jedem Lebendigen soil der Hauch Gottes nicht sein. Möge er
zuschanden werden vor meinem Gesieht, indem er sich fürchtet
vor meiner Ehre (t^ -. Denn das Siegel ?F * 7 £ ; ) Jesu Christi ist
geschrieben auf meine Stirn und die Kraft des Heiligen Geistes
(~y;u,,.7.) ist es, die mich schützen wird, die (?) ausgebreitete (?)
Offenbarung des eingeborenen ( v ^vrqz) Jesus Christus. Er ist es,
der ausbreitet, der mich schützt bis zu dieser Stunde und alle Tage
meines Lebens in Ewigkeit. Wohlan! Wohlan!
zu mir
[Verhol , ■ ■ T1 . , .
L _ J bis in Ewigkeit,
bis zu dieser Stunde und alle Tage meines Lebens.
(ZW) Jesus Christus! hilf (ßovjQsi) ! f f -j-
Sator Areto Tonet Otera Rotas
Die Situation des Textes ist nicht klar, weil Z. 2 nicht verstanden ist.
Man mochte wissen, unter welcher Bedingung dieses Gebet gesprochen worden
ist. Das unklare naxpMX nGKApiCToyc scheint auf sie hinzudeuten. Pas Gebet
selbst äst ein Schutzgebet gegen die Einflüsse böser Dämonen der Erde und des
Himmels, vgl. Parallelen zu Z. 29. Die Anspielung auf das Geborensein und
Lazarus verstehe ich nicht. Dann folgt ein Vorwünselmngspassus, der die per-
sönliche Macht des Sprechenden dartut und die Verwünschung zur Tatsache macht:
vor dem Kreuzeszeichen (vgl. Pradui. 304) auf seiner Stirn weichen alle diese
Feinde, zumal der Schutz des Heiligen Geistes dem Sprechenden sicher ist, wie
76
Viktor Stesemann.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzli. Rai
mer.
77
dem Menschen der Schutz Gottes in den Psalmen. Das Gebet leitet dann auf
dem Umweg über den Heiligen Geist als Offenbarung Christi (vgl. Act, 2) zu
Christus und dessen Preis über. Das Ganze mündet aus in eine Bitte um Schutz
für alle Tage des Lebens, was als besonderer Hilt'swunsch 'Christus hilf ans
Ende gesetzt ist. 1 Die Satorformel, Symbol der Macht Gottes, schließt das Gebot.
vgl. Nr. XIX [91] und XXVIII [98].
Auch dieser zweite Text des Pergaments verwendet einen als historisch
angesehenen Vorgang zur Ausgestaltung und zur Erhöhung seiner Wirksamkeit,
wie der erste, der in der Zitierung (des Kreuzestodes und) der Abgarlegende auf
ein altes Beispiel errettender Kraft, die göttlichen Worten innewohnt, bewußt
verweist, Die Stellung der Schilderung im ersten Text entspricht durchaus der
uralten Verwendung des analogen Falles im Mythus. Die Verwendung des Elias-
gebetes schafft durch ihre Wiederholung die gleiche Wirkung: Schutz in jeder
Hinsicht für das Leben. Zu dem Gebet unter berühmten Namen vgl. Xr. XVI [88].
Pormal enthält vorstehendes Gebet Wendungen, deren Quelle z.T. nicht in jüdischen
Formulierungen zu suchen ist, sondern die merkwürdig an eigentlich Ägyptisches
erinnern. Dazu rechne ich das merkwürdige MnepxnoYi, das ich zwar nicht
verstehe, das aber formale Anklänge an rein ägyptische Textform zeigt.
Weiter ist zunächst nicht zu kommen. Es ist nur schade, daß dieser inter-
essante Text, für den sicher eine gute Vorlage anzunehmen ist, einen derartig
ungebildeten Menschen zur Abschrift gereizt hat.
Vgl. Abb. 1 und 2 auf Tai. I.
XL VI [109].
Fragment des Briefes König Abgars an Christus.
c ]
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2N oYeipiiNH
X X X X X X X
Zeichen GIC T6ni
CTOXII
Der zerstörte Anfang inhaltlich zu ergänzen aus Leid [83] XX 6 ff., doch
ist Leid viel ausführlicher. 1] a Y cd Ko]y . . ergänzt nach Leid [83] XXI 12.
5] c?,oy[ci\ ////// Xtnicr. Krall: 6SOY[cia A]jniCT P. 7] Vermutlicher
Wortlaut. x]Gwr rni [///// Krall: vgl. Leid ni 2 bh Y g o Y cun1 w,ok geoa
CTruc\p5 nim coYtuNr xe ntok nc usw. 1 Anders Kus. h. e. I 13: x«\ ™3t«
rcavroc ixo-jrjxz icsct ao3 y.m vouv iOspjv rb exspov x-öv quo r; <ki ah ü 6 Ora; zal xaraßä?
raö xo3 oüpavou tcoie^ xaüx« 5) wo; ä xoo OaoÜ noitöv raüxa. g] Ne Driot.
11] rap ««Ä5 .at auch v*. E„ s . itefl„. Leid Mwioy. 12] Konnte von
Krall gut gelesen werden, heute durch Zeilonbruch zerstört. Leid arm OYC2AI.
19] xe: g kaum noch lesbar. 20] Von Krall noch gut gelosen, heute
durch Bruch stark zerstört. 23] Hier ist P durchgebrochen. 24] 2ITN
NC1C2A1] steht in keiner der andern Überlieferungen. 26] n las Krall deutlich.
27] Bruch, infolgedessen unleserlich. 27] Leid. Ens. Ta : ij«; kgap^w, ^ K p01i
W 7 -'' zu wohnen; 'zu wohnen' fügt syr hinzu: ro3 xaro.xGtv h üpfyr t nur y 2 . —
arJOYGipiiMM Eriefscliluß. vgl. Krall, Mitt. V 36.
1 Wohl nach der bekannten Formel auf den koptischen Grabsteinen, vgl.
Halls Coptic and Greek texts. In P 8105 [8] Z. 13 liest man Amanoyha koioi.
6j Job. 11. 2v. 8] Joh. 3, ia. 20] Luk. 19, m.
1 XO-pifK-n[riOYTe] Anm. bei Driotos. * Vgl, . S. 45.
78
Viktor Stegemann.
. . . und du bjefielüst, und die Toten erweckst du durch die
Kraft deiner Macht (i-ourfa). Ich habe geglaubt (>cc7s6s<v\ daß du
dies getan hast, denn du bist in Wahrheit der eingeborene (>ovoysvv-;)
Sohn Gottes. Deswegen rufe ich dich an (r.y.paY.x\sh) durch meine
Boten, daß du es für wert erachtest (/.aia;toöv) und dich zu uns
bemühst (oyjjllv.-/), damit du unser Land segnest und die Kranken
unter uns iieiist. Nachdem (sit-St-) man mir erzählt hat. daß
dein Volk (eövc;) dich haßt und nicht will, daß du König bist
über sie, sage ich dir aber (34) durch diesen Brief, daß diese
kleine Stadt (t.ömc), in der ich bin, für uns beide zusammen genügt
in Frieden (dpr^). (Nachschrift:) Siehe den Brief (irj.oxc7.-q).
lff.] Zu dem Problem, das die koptischen Abgartoxte bieten, vgl. Et.Diuotok,
Un apoeryphe ariti-arien : la version copte de la correspondance d'Abgar, roi
d'Edessc, usw. (Revue de l'Orient chretien XX 306-326. 337—373). Dazu vgl.
o. S. 47.
29] Die Schlußformel ist so unverständlich; in Verbindung mit den 7 Kreuzen
— das Zeichen daneben ist unklar — bezieht sie sich entweder auf den Amulett-
charakter des ganzen Textes oder ist der Rest einer Nachschrift in der 11s.,
aus der dieser Text zu Amulettzweeken ausgeschrieben wurde, vgl. Leid [83]
XXV 22 (Nachschrift zu dem vorangehenden Brief, nicht Überschrift des folgen-
den Zaubergebetes, das Chum, OLZ (1899) 21 als Gebet des Judas zur Kreuz-
auffindung erkannte). — Zu den 7 Kreuzen (7 Siegel Christi) vgl. Dkiotonk Ver-
mutung a. a. 0. 311, 1.
XLVII [110].
Amulette mit Satorformel.
-f. CATCDp
AP6TCÜ 1
T6N6T
CDT6PA-
PCDTAC
Die Formel wird nicht nur allein wie hier sowie XLVIII, XL1X und
auf einem üstrakon des British Museum (Ckdm, Coptic ostraca Nr. 490 [45])
verwendet, sondern findet sieh auch in 3 andern der Wiener in saidischem
1 lat. arepo.
2 lat. opera.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Ra
ainer.
79
Dialokt geschriebenen Texte (XIX, XXVIII, XLV) sowie in dem Text Or 5525
VII [54] 114, und zwar immer in der zitierten Form, freilich zuweilen in ent-
stellter Schreibung. Ihr Sinn ist unklar. Vielleicht ist die 2. Zeile rückwärts,
die 3. vorwärts, dann nochmals rückwärts, die 5. rückwärts zu lesen, so daß der
Text hieße: 'Sator opera tenet, tenet opera sator.' 'Der Herr (sator von Juppiter
gebraucht bei den lateinischen Dichtern, z. B. Vergil, aber auch bei Cicero und
Laktanz) halt die Werke, es hält die Werke der Herr' (Der Tag 1926, Nr. 103
v. 30. 4. 26). Die Zauborwirkung liegt wohl in der Möglichkeit, die Buchstaben
in jeder Richtung mit demselben Ergebnis lesen zu können. Der Ursprung ist
vielleicht römisch; die Formel ist überall im Gebet der antiken Kultur verbreitet
und über das Mittelalter bis zu uns überliefert. Im deutschen Volksbereich wird
dies als Amulett vor allem gegen Feuersgefahr verwendet [E. IW,i.e, Zauber
und Segen 03), aber auch gegen allerlei Übel in den Wiener Texten vor allem
gegen Krankheit. Albertus Magnus empfiehlt sie als unfehlbares Mittel für junge
Männer. Mädchen zum Tanzen und Lieben zu bringen (Der Tag 1926, Nr. 103
v. 80. 4. 26). Vgl. Heim, Incantamenta Graecobarbarica 530. Rec. XX 176- Haveb-
*n.x„, Journal of Anthrop. Inst. XXIX 306. Dazu 'Führer' S. 57 und Kbaii
Mitt. V 122. "'
L [113].
Brief Christi an Ab-o-ar:
s. zu Nr. XXVI.
LI [114].
Aus einer^ammlung- von medizinischen Beschwörungen.
P A.
9.
/ ctb6 repMcwr . qp nai Mopoy
epOM Zeichen Zeichen
Zeichen
IC XC AA0A
5 PAN . expBA AAÖA TAXSON
ii AIO AIO TAKXH
1] Der Text beginnt mit einer Art Paragraph wie in Z. 7. - Das erste
Wort wird aber wohl gtbg sein (s. Parallelen). Das Folgende unverständlich.
0] takx'ii: zur Schreibung vgl. KTcpiCToyc XLV 25.
1] Überschrift k der Form der Behandlungsanweisungen medizinischer
Icxte. Fkeer 593 [123] S. 245, 14 gtbg haW no Y XAtbg tx Y oc GxFi
o Y moo Y Ni-rcoi usw. Hay 10 391 [65] 56 C2A. ne^i.AXKTHp.oN nopov
GTGKGiriG ci>u, TGcyxM. 4] Nr. XXV 26 ic ZZ tihtuxo; XXVI 37
80
Viktor Stegemann.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 81
10
oykac eo)xpe oya XITC
TAOYO MAI 6XN T6K61X T[
2 . . I CgACBCDÜ) r f AA\ON[
6K6CIOC : YH Z 6COn[
AlO AlO [TAXH TAXH]
B.
7] kac ? — 'Geldstück' sinnlos. Wohl Krankheitsbezeichnung. tkac nicht
möglieh, da xitc. 8] t[. . oder n[. . P: Ergänzung unklar. 9] Anfang
undeutlich — ajACBODcy bezieht sich wohl auf kac Z. 7. Das Praes. eons.
formelhaft. 10] yi"i P: Sinn?
7] Vgl. die in den Ritualien üblichen Überschriften wie oypcuMe GKoycrju^e
tme\ 6boa nneqni TAoycD Teeyxn exn oyciMAnoy nakpioh hoxm
6BOA 2ipN npo Nncmu hnac|)IK6 (cpsiystv [llay 10 391 [65] 76; K vi.. 106, 15]). ™
TAyo: Die Besprechungsformel in jeder Heilungsanweisung von Fkkkr 593 [123]
245, 13 ff. 9] tyACBCjDcy wie am Schluß von medizinischen Behandlungs-
vorschriften cyAMAO (P 810 [99] A 12).
diese. Binde sie
an ihn. (Zauberzeichen.) Jesus Christus Latha
ran(?) Tharba Latha. Heile uns!
wohlan! wohlan! schnell (W/ü).
Ein (Krankheitsbezeichnimg) — wenn einer es empfängt,
so sprich dieses auf deine Hand [
es pflegt loszulassen (auszuziehen?): Allon[
Ekesios: Ye(?) 7 mal [
wohlan! wohlan! [schnell, schnell (ixyß ~zyß)~].
Das Wort taason (5) laßt vermuten, daß es sich hier entweder um ein
Heilungsamulett handelt oder um ein Blatt einer Sammlung von Krankhoits-
beschwörungen; formal gehört der Text in die Gruppe der medizinischen llezept-
sammhmgen. Vgl. Parallelen und die Sammlung von Schutzgebeten Ryl. 10-1 [701.
4] Bei ic xc beginnt der Anruf; das Folgende Zauberworte, vielleicht
Imitationen des Hebräischen (Kropf III § 230: vgl. das 'hebräische' Gebet Leid [83]
XXV 27), doch wurden auch wirkliche Zitate, wie die Krcuzesworto Christi und
Eabbuni, verwendet: vgl. XLV [108] 3; P 11347 [3t] 60; Itossi [85] IX 17;
Or 5987 [57] 114 usw. — Rh.. 103 [69] 30. Über die Stellung fremder Sprachen
im Zauber s. Hopfner 1 § 707 ff. — Jesus als Heilungsbringer s. Nr. XXVI 37.
9] Die Beschwörungsformel hat griechischen Klang. Mehrfache Rezitation
steigert die Wirkung der Worte: derartige Anordnung zur Wiederholung der
Zauberformel ist in Ritualien häufig (P 8324 [21] 7 ff. Kairo 45 060 [120] lff. usw.).
% ? > ,
A6MCÜN : 6H2CÜCÜ : AfMH : . X .
CDÖNI : K6NTA : 6MTAKO TANTC
+CDPK epCÜTN eNNGTMpAM
MMN6TN6-OM X6KAC 6T6TN
s poeic : emm nngaaoy n ^^
TBe Hp neTeooY oyag oycdm oy
A.6 XOYOYK6 2NT6HCOYP6
OYA6 NApCÜOY
# 6TB6 riNOeiü) : TpH . I 6MNAAO
i» AJCCOYX : ÄCCA Ö\ AAACDB
] 3 Zaubercharaktere
Das wie in Teil A begegnende gteg Z. 10 macht es wahrscheinlich,
daß der vorstehende Text zur gleichen Sammlung der genannten medizinischen
Rezepte gehört. Da das Blatt oben abgebrochen ist, vermute ich über dem
Z. 2-9 umfassenden Text eine ähnliche Überschrift wie in A Z. 7. Vgl. die
Überschrift über einem anderen Text gegen Gewürmbiß in einer Sammlung' von
Schutzgebeten unter den Hyl.- Papyri (Byl. 104 [70] IV: o Y cqaha T6KTA Y oq
N6AAA Y G[[x]]XATG6 ecyAoxc, vgl. oben Z. 6 f.). 1] DämoQennamen oder
Zauberworte, an den Überstreichungen kenntlich; merkwürdig, daß auch a.6midn
so verwendet ist. 5] 6 niHi: vgl. K 7076 (Verz.) Z. 4; die Überreichung
anderer Worte als der Dämonennamen und Kürzungen ist sonst nicht üblich.
ü] np P: lies ep- 7] xoyoYKe ist besondere Schreibung für xuxdk6
8] MApcuoY = N(mit!)N P ci»oY? 9] gmnaao (vgl. BKU I 25 ä , 7), unsicher.
3 ff.] Osl. 5, a (Namen) Sta^iXaSov T i v ols-.ov touxov F t« twv svotxoüvrwv mto r.mzbi
m *°° xoc ' ™ vou Sav ° ö *« 1 WlW«™i «OpÄlOU xa \ fy«o ? Sii zb Svou.« TOÜ &<W 7T0U
Osou (ZW).
... Dämon. (gai'.W). (Namen oder Zauberworte). Ich beschwöre
euch bei euren Namen und euren Kräften, daß ihr dieses Haus
bewacht. Kein Gewürm soll Böses tun und nicht (oWi) beißen
und nicht (cbU) verletzen mit seinem Stachel und nicht (o53ä) mit
seinem Munde.
In betreff der Milz sie wird aufhören (?).
Sitzungsberichte der Heidell). Akademie, phil.-h.ist. KL 1933/84. 1. Abh. 6
82
Viktor Stegemann.
5] Das Gewürm scheinen Skorpionen darzustellen, wie aus aNTeqcoYPe
(Z. 7) hervorgeht Vgl. die Zeichnung auf dem Amulett Nr. XXI S. 19 Abb. 1
und das Zitat aus den Papyri Osloenses in den Parallelen.
7] mit seiner Spitze' übersetzt Krall.
9] Bei 6TB6 beginnt, an dem Zeichen vorher kenntlich, ein neuer Abschnitt.
Der Inhalt ist unverständlich ; ey ist Abkürzung von eycix wie so oft (P 8320
[17] 8; Heid. 1683 [40] I 18; Heid. 1681 [41] I 9. II 24; Eyl. 104 71] V 5). Das
dahinter folgende aaacds ist ein Bestandteil des Opfers, wie aus Heid. 1683 1 18
hervorgeht: \coyx 2i\pxH ey aibanoc aaoyo epe noo2 Moy2 kaaoc
(ähnlich Heid. 1681 [41] I 9 ey MAobi x AAoye CTHps. . ., wozu man etwa das
Rezept auf dem Londoner Text Or 6796 (4) [63] 46 ff. vergleichen kann; unter
den Opferbestandteilen befindet sich leider 'Aluth' nicht). Nach Heid. 1683 I 18
habe ich auch am Anfa ng de r Zeile Ajccoyx ergänzt, freilich ohne es hier wie
da zu verstehen. Auch ÄccÄ ist unverständlich. — Eine Vorschrift zur Behand-
lung der Milz gibt es noch in dem großen Text der Sammlung Feeer 593 [128]
S. 246, 4 in einer Sammlung von Rezepten: 6TE6 riNoeicy TAY oc (nämlich ein
vorher angeführtes Gebet) exfj oyM62 NfTAaceq. Daselbst auch ein Heilmittel
gegen Gewürmbiß (s. o. Parallele zu A 1).
LH [115].
Beschwörung des Engels Ruphos durch Gefäßzauber:
Verfluchung.
■f cüpKe epoK Mnooy cd spoytpoc nArrexoc cttho)
6X6N TGXCüpA MrHM6 X6KAC GKerUDfü) MN6K-
si» Sic
T6N2 6X6N MX MA MIM 6T6 n6ni2NAY NBApCDT
N2HTH C9ANT6MKTOH HMA MTAH61 6BOA N2HTH Hl
5 eißT MNneMNT neM2iT mnoaxacca 6a)d>ne €h-
TOMC 2AnKA2 eK.eOYCDN2H 6BOX 60}CDne 6H2Hn
2MMA MTOM GKGKTCH enGIMA HNTAqXlTq MH6p-
TpenKA2 taxpoc 2Apoq MnepTpeme epaAiBC epoq
Ayo) MnepTpexAAY ngmton cycDne nah rmipq
io AlO AtO TAXH TAXH TAXH
1] -hcDpK.6: Das G, wohl unter dem Einfluß des folgenden epOK entstanden,
zu streichen. 3] Gebildet nach caca imim ? — nermnxy: ni Dittographie.
4] Die mit -q gemeinte Person wird nicht genannt. 7] 2mma ntom] lies
2MHMA ntohc. Das C scheint unter dem Einfluß des folgenden 6 vergessen
zu sein. 8] TAxpoc P: lies TAxpHY-
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 83
1] -f oj P k usw. s. zu XLI 1. 2] Vgl. IW [85] XV 18 nNOir nagtoc
eperteqTerjAa nopcy gboa jiacirrxne Mmarr. 3] Vgl. die verwandte
Formel Leid [83]_VII 20 ff.; VI II 24 ff. 6] P 10 587 [33] 25 -htupK
epOK. MriCACyq HCA2I [= C2Al] MMHMHMH 6T3CHK 6BOA eK60yCÜN2q 6BOA
6K6o Y cüN 2 _q 6boa. 8]_ Cambridge [74] 8 eqGMO Y P <bpoq M6M( },aac
Näxpin i ..NNeqec9TMKiMKiM nMeqctboToy. 9] Vgl. Bodl.McC (P) 4 [76] '6
eKATAYoye gtooth NoyTeMCDN eqaooy msitg MMoy.
Ich beschwöre dich heute, o Ruphos, den Engel (aErr«*°0>
der gesetzt ist über das Land ( x <i>pa) Ägypten, daß du aus-
breitest deine Flügel auf jeden Ort, an dem dieses Gefäß von
Messing sich befindet, bis er zurückkehrt zu dem Ort, von dem
er weggezogen ist. Der Osten und der Westen, der Norden und
das Meer (eiXa<rca): wenn er begraben liegt unter der Erde, sollst
du ihn offenbaren, wenn er verborgen ist in einem Begräbnis-
platz (?), sollst du ihn zurückbringen zu diesem Ort, den er genannt
hat. — Laß nicht die Erde stark sein (?) unter ihm; laß den
Himmel ihn nicht beschützen (beschatten) und laß ihm überhaupt
keine Ruhestätten werden. Wohlan! wohlan! Schnell, schnell,
Schnell (tayji xar/ß ?ayjj)!
Der Text ist, wie die Formeln Z. 6 ff. zeigen, ein Fluohtext. Da die Fluch-
formeln meist ausdrücken, was nicht geschehen soll, so ist daraus mit ziemlicher
Sicherheit der Grund der Verfluchung zu erschließen. Hier handelt es sich an-
scheinend (nach Z.4 und 8 ff.) um einen Entlaufenen, der zurückkehren soll und
den deshalb vollkommene Ruhelosigkeit auf der ganzen Erde treffen muß. Formal
verwendet dieser Text eine ganz ägyptische Formel; s. zu 2. 3.
1] Der Engel Ruphos nicht bekannt; Heiligenname ? Bei Heuser, Personen-
namen I nicht belegt.
2] Das Land Ägypten in Beziehung zu einer übersinnlichen Macht nur
hier; erwähnt wird es in koptischen Zaubertexten noch Leid [83] VI 5; 'Auszug
aus Ägypten' ebd. VII 10. - Das Bild von den ausgebreiteten Flügeln ist wohl
nach dem biblischen Bilde der Gott umgebenden Cherubim (Seraphim) gestaltet,
deren auch die Zaubertexte mit diesem Hinweis öfter gedenken, vgl. Kropf III § 123.
3] Gefäßzauber: Kkopp III § 333; das Gefäß soll aber nicht wie etwa
Or 6794 [60] 14 ff. oder P 11347 [34] den Segen des Engels und damit magische
Kraft empfangen, wie (worauf Kropf III § 332 u. hinweist) etwa auch die kirch-
lichen Epiklesen, womit diese Zaubertexte parallel gehen, Gott um Weihung von
1 Name des Bezauberten.
84
Viktor Stegemann.
Wasser und Öl anrufen, sondern zwingt selbst, wie etwa das Gregoriusgebet
der Leidener Hb. (s. Parallelen) und der Brief Christi an Äbgar [Nr, XXVI 26].
Der Zwang geht nach alter magischer Ansieht von dem Metall des Gefäßes aus:
Erz und Bronze fördern den Zauber, da dies Metall den Dämonen im Gegensatz
zu Eisen sympathisch ist (Hopfner I § 596); angeschlagen verscheucht es indes
die feindlichen Dämonen (ebd. § 207). Vorstehendem Text verwandt ist der freilich
mindestens 7 Jahrhunderte ältere, noch ganz den altägyptischen Formeln verwandte
Zwangszauber mittels eines goldenen Gefäßes P 5565 [7] AqBOYPe AqsoYpe eic
nAnOT NMOYE NTOOTK eiXOOyK 1 Mn\2CDB KNA61.
5] Zusammenhang unklar; vielleicht soll der irdische Kaum umgrenzt
werden, innerhalb dessen der Verfluchte dem Engel nicht verborgen bleiben soll.
Norden und Meer gehören für den Ägypter zusammen.
8] nNTXqxiTq unklar. Es drückt das Verb wohl eine Beziehung zwischen
dem Entlaufenen und der Stelle des Zaubernden aus, an die er zu gehören scheint.
Der ganze Text ist in einer Spirale aus der Mitte heraus geschrieben;
koptisch ist dies das einzige Beispiel solcher Gewohnheit. Indessen gibt es
aramäische Schalen mit Inkantationen, die sich vergleichen lassen; vgl. Montgomery,
Aramaic incantation bowls (mir nicht erreichbar). Vgl. Abb. 1 der Taf. II.
1 Eigene Kollation, e . xooyK Ermajj.
D. Register.
(Kömische Zahlen ^ Nummern der Ausgabe; K oder An + Zahl = Zitat aus dem
Verzeichnis.)
1. Namenregister.
a) Geographische Namen.
Ägypten LH 2
Edessa XXVI 4/5. 9. 18; L 2. 3. 6
(Jerusalem) XLV 16/17
Thesbiter, der XLV 25
b) Namen zaubernder und bezauberter Personen,
sepec, Sohn der kacgag XXVIII 7 MXpi2AM, Mutter des cumimam XVIII
i'ABpiAix, Mutter der xpiCTu>AtDpA 13
XXVI 39/40 ccuh, Mutter des ma2ht XV 3
ricuptr-rix, Mutter des ecue^e XXVII cohy, Vater des eynpent XXV 18
7 / 8 ctDAiM^M, Sohn der MApiaAM XVIII 12
6T6MINX, Sohn des eynpeni XXV 15 4>xnta2ia, Tochter der <j>6bpoynia
ßYnpeni, Sohn des cohy XXV 16/17 XLIV 7 (chANTOY^iA Z. 17)
otuetbe, Sohn der ncDpu>riA XXVII 7 <keBpo Y rJiA, Mutter der Axntasi*
ICD2ANNHC K 3198 XLIV 8. 17
KAC6A6, Mutter des nepec XXVIII 7 xpictcda.u)pa, Tochter der tabpiaia
MA2HT, Sohn der ccdh XV 2 XXVI 38
MApiZAAM, Mutter der zny XIX 6 2h Yt Tochter der MAptaAAM XIX 6
c) Gottesnameti
Jao XIX 7; XXXVI 1
Jesus XVIII 9; XXIV 2; XXV 26. 37;
XXVI 2. 24. 37; (XXX B 1); XL;
XLIII 10 ; XLV 3. 8. 13 (Mittelfeld).
24. 25. 32. 35. 44; L 1. 9; LI A 4
«) Namen und Prädikate:
ncyupe MnHoyTe u. ä. XXVI 2
(vgl. XXIV 2)
ic xc neMONoretiMC Ncyupe s.
MONoreNHC im griech. Index
ncye NM*pi2AM XVI 314
ri6T6l ABAA 2ITVTB XLIII 27 f.
(vgl. XXX B 9/10)
neNTAY G (t^YP)°Y mmoi 2ixn
neccTAYPOC XIX 4/5; XXX
B 2/3 (vgl. XLV 2)
H
86
Viktor Stegeinann.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh, Rainer. 87
neTTi NnTAAffO vgl. XXVI 15;
XLIII 22; XL VI 17; L 5
dazu: TinTAACO n. ä. XXV 26/27;
XXVI 37. BOHoei XLV 19. 39
e-ruiu>n eneKGBOA 2IABPA2AM
XLV 5
htoh ne eqco>p eqepzAEBAc epoi
XLV 35 f.
|3) Gestalt, Eigentum:
n2ApMA neKTcpiCToyc XLV 25
recnpAKic Nicoyc XLV 32
Tu^eiAi MneTcc XLIII 9
y) Christusworte :
AIC2AI NT6I eniCTOAH XXVI 24 f.-,
XLV 12 f.
Kreuzesworte XLV 3
8) Legenden :
Abgarsage XXVI; XLV 8 ff.; XL VI;
L
Kreuzestod XLV 2
Pantokrator s. Index Graeeus
Sabaoth XIX 7; XXXVI 1: XL 4;
XLV I (Mittelfeld)
d) Biblische Personennamen.
Abed-Nego XV 5; XXVII 3
Abgar, König XXVI 4; XLV 15/16; L 1
Abraham XLV 4
Adam K 192 Frg. 2; XLIV 4; XLV 5
Ananias, Vertrauter Abgars XLV 18
Ananias XV 4; XXIV 12; XXVII 4
Asarias XV 4; XXIV 12; XXVII 4
Elias XLV 25
Lazarus XLV 30
Maria, Mutter Jesu XVI 4; XXXV 2;
XLV 8; K192 Fig. 3; K 842
Mathusala XLV 5
Misael XV 4; XXIV 14; XXVII 4
Misak XV 5; XXVII 3
Moses K 192 Frg. 1
Nanias s. Ananias
Noe XLV 5
Petrus XVI 3. 25
Pontius Pilatus (XXX B 3)
Salomon K 3085 T 2
Sedrach XV 5; XXVII 3
Seth XLV 5
e) Dämonen- und Engelnamen.
Adoni XLV 7
Agochael XVI 14
Allon[ LI 9 unsicher
Anael XVIII 4
Apabathuel XIX 3; XL l. 2. 3
Ariel XVIII 2
Arme LI B 1
Asaröth XLIV 1
As]uel XXXIV 4
Ator (?) XIX 8
Babisaros babegior XXVII 1
Baruch barucha XXVIII 1/2
Cherubim XLIV 2; K 7081-5; An 529
Chiel XVI 9
Christuel XVI 16/17
Ebacl XLV 7
Eidiel XVI 12
Ekilel XVI 8
Ekesios (?) LI A 10
El XL 3
Emanuel XLV 6/7
Etichöo (?) LI B 1
Entako (?) LI B 2
Epidiel XVI 13
Epiel XLIV 9
Eplanael XLIV 9
Erael XVI 7
Eres eres XLV 7
Eriych XXVIII 1
Esoriel XVI 7
Gabriel K 192 Frg. 2. 4. 6; XVIII 1;
XXI 1; XXIV 10; (XXXIV 2?)
J.kidiel XVI 10
Immanuel XLV 6/7
Imnuel statt Ymnuel XVI 15
Kenta (?) LI B 2
Kidiel (?) XVI 10
Kriel XVI 11/12
Mamarioth XIX 3
Michael K 192 Frg, 6; XVIII 1; XXI 1;
XXIV 10; XXXIV 1
Nirael XVI 11
Ochamen XIX 2
Ölithiel XVI 18
Öröphaeön XIX 2
Othni (?) LI B 2
Paramerao XIX 2
Periton XIX 2
Phioel XVI 10/11
Photamel XVI 15/16
Psylaphael XVI 17/18
Bakuel XVIII 3
Ramak uaramak[(?) XXXV 4
Baphael XVIII 2; XXI 2; XXIV 10;
(XXXIV 5); XLIII 10
Ripiel XLIV 10
Robiel XIX 3
Rupbos LH 1
(Saraphuel XXXIV 6)
Sathöeel XX 1/2
Saxlisiel An 529, 16
Schuak(?) XXXV 3
Sechekiel XVIII 3
Sesenges Barapharanges An 529, 2
Si[.]chael XVI 9
Suriel XVIII 2; XXXIV 3
Surithion XIX 2
Syrioael XVI 13/14
Tamsari XLI 1
Tants (?) LI B 2
Thebna(?) XIX 8
Thidiel XXVIII 8
Thriechs XIX 3
(Uriel XLI 4)
Ymnuel XVI 15
2. Wortregister.
a) Wichtige koptische Worte.
xpAcyi XLIII 16
BCDA 6BOA XLV 17. 22
BApCJDT LH 3
61 NCA 2BOYP MMOI XXXIV 2
6IBT LH 5
6MNT LH 5
eiNe XXX A 1
eiNi (F) Gleichnis XLIII 12
6N62
repBXXNi XLIII 16
GTB6 XVI 1; LI A 1. B9
eooy XXX B 8. 10 (P); XLIII 27
Hl LI B5; K7076
88
KA2 LII 6. 8; XLV 28
AOSA66- XXV 31; XLV 21
Viktor Stegemann.
MGTMAIACDM1 XL1II 24
MHTXOGIC XIX 7
Moyp XVIII 11; XLIV 16; LI Ai;
K7687
moy'61 XXX B 7
maoyt XXX B 5
MTON LII 9
6M21T LII 5
NoyTe XXVIII 4; XLV 14. 24. 30
Noeicy LI B 9
neqi XLI1I 14
pAfi : acn XVIII 7; XXV 8. 10. 20;
XXVII 5; XXX 1; (XXXV 1);
XLIV 15 6GA2A-L; XLV 26 ; LI B 3
POGIC K 7076; LI B 5
conc XIX 3; XXVII 5; XXVIII 2;
XLV 1 ,
concn XVII 1. 10
C2AI K7687; XVI 2; XLV 11. 33
■j-XApic XXXIX 4
taia (F) XXX B 8
tkac XVI 2; XVIII 14; XIX 5;
XXVIII 5
taao XLIV 3; XLV 2 ; (vgl.XXX B 6)
TAAtfO XIX 6; XXV 10 (TAAXO). 27.
35; XXVI 38; XXVIII 8; XLIII 22;
XLIV 18; XLV 23; XLVI 17
tamia XLIII 11
TOMC LII 6
TAN2A XXX B 5
tapko XVIII 5; XX 1
Ti-iy XVIII 13; XXVIII 6
CDpK:0(bzw.O))A6K XIX 4; XXX A4;
XLI 1; XLIV1. 11; LI B 3: LII 1
CDU) XLV 2. 27
tye XLV 2
ojaha XLV 25
cyeui (F) (: cyAipe S) XLIII 9
ujCDNe XXV 30. 33; XLIII 13. 17. 20;
XLV 20 ff.; XLVI 18
cyine XLV 31
eyeune : ececycum XXVI 40 : XXX B 12 ;
NGTOnOC GTGKtyAAn N[2HTOy
XLI 2
ajupe vgl. Register der Namen zau-
bernder und bezauberter Personen
Hl XVII 4. 12; XVIII 13; XIX 5;
XXVII 6; XXVIII 5; XLIII 13. 14. 18
2UJB nim eeooy XLV 23
2Boyp XXXIV 2
2ABBGC XLV 34. 36; LII 8
2iK XLV 21
2NAY NKAptDT LII 3
2ICG XVII 4; XIX 5; XXVIII 9
2A~f- (P) : 20T6 XLIV 15
(20-J- B) ; TI6TI T16TI XXV 20
200Y in NG200Y THROy nAU>NA2
XLV 37. 41
2A[q XXX B 6
XGKAC XVII 8. 11; XVIII 10; XXVIII
5 ; LI B 4 ; LII 2 ; NX6K66C XLIV 5. 15
xoyoyKe : xcdcdkg LI B 7
xnoy statt xno XLV 28
xoeic K 7081(?), 1 1 ; XIX 7; XXVIII 9;
XXX B2(F); XLV 12
XATB6 LI B 5/6
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer.
h) Verzeichnis der griechischen Worte.
89
ayyeXo S :LH 1; ArrGAON XVI 29/30:
akiaon XVI 27/28
ah^vt^xm : GCOHTHpiOfJ XLIII 10
? xkr^ix : 6T6MA XXX A 6
attÄv : evon XLIII 30. 31
*!töv«: XXIV 9
«xaOapto? : AKAGApTON XXVI 30/31
aXXa K 192 Frg. 6
aXose; K 192 Frg. 6
«(Ujv XXIV 11; XLIII 31; 2AMHN
XXV 39; XXVI 36. 40; XXX B 11;
XLV 24 : 2AM6M(?) XXX B 5 :
2AMIN XXX B 12 : «HG XXV 40
äviiypatpov L 1
amxlj ärcXüis : 2AnA5 ZAnACUC XLV 22
«3iapxrj : K 192 Frg. 7
Spp.« : 2APMA XLV 25
a PX iy T £Ao 5 K 192 Frg. 2. 6; K 192
Frg. 3 Ap
o Y aab XXX B 1 (F); XLIII 28; XLV som XVIII 7; XIX 6 ; XXV 9. 26;
5 - S4 XLI 2; LI B 4
oyxGi XLIII 20; XLV 20 <roAen XLV 34
äpX^ K 192 Frg. 7
aJPavav XLIII 1
a^vjms : AygGCIC XLIII 9
ßastXsuwv (pt) : BACIAGON XXIV 9
ßoTjOeia : N? bohgia An 529, 17
ßor,6siv : Boyee XLV 24. 43 : EoyGi-
catg An 529, 3 : bohghcon hmac
XVI 23
yäp XLIII 10. 20
yivo; : KNNOC K 192 Frg. 2 : KyNOC
K 192 Frg. 3
oa-fitov : A.6MÜJN LI B 1
U XLVI 23
Soxijjijetv K 3381 T 4
So;a : A.OZA (sie) XXIV 11
opaxojv : TpArtüN XXX B 7
SÖvsjm; : THNAMIC XXV 11/12. 26:
A.YNAM6I XVI 22 ; vgl. 30
Kvo; : 26GNOC XLVI 20
efewv : 21KOM XLIII 13
&£V XXIV 1
dpr m XLV 24; XVI 28
äxe - dve XLV 21
aiipov K 10 208
h : XVI 22
üop^av K 10 208 : 6AGXOpKli:l K 5520, 1
ifcWa K 3198; XLVI 5 : 6]kcoycia
XXVIII B 5/6
««tSr) XLVI 18/19 : eniAH L 3
ImcsxoU XXVI 25; XLV 10; XLVI 30/31
suXdyjjdov XVI 19 : 6yAOr[HCON An
529, 14 : GyAOKycoN K 10 208, 5
Eujrpeju]« : Gynpeni XXV 10 (Name)
e^at; XVI 26
£ux£a9at : eyxe XLV 26
fy8p°s : exepoyc XXIV 1
X&n XVI 29
ifij) — fö n : HTI HTI XLIV 8. 18
W*i XVI 23; An 529, 3 (17?)
6aW<y« : OAAACCA LII 5
©so« : ey XXIV 11
0saßCtri5^o[[, T ]] 6qEITec XLV 25
Oytjf« : ey LI B 10
tX«j«i (?) : yAOCoy XVI 24
x«i An 529, 14 : ka XVI 26: (XVIII l ?) •
K XVI 30
KaXXiypacpo; : rAAiu>rpA<|>oyc XLV 19
XCOTVOJ K 708 1 v I
x«ä XLIII 12; XLIV 4
Mtrai-touv XLVI 13
xo'ap.0; K 3085 r 2
xjpi'oc : KipA XIX 6
wjpio; : kc XXIV 9
90
aäo's L 7
Viktor Stegemann.
|j.«Yta XLV 21
jxovo T cvr; s XLIII 25; XL VI 9 : mono-
K6Noyc XLV 35 : mül>nok6nic
XXVIII B 9
6 : o XXIV 1
bij.oXo-(sh : aoJMüUAori XXX B 4
oiJoXoyt« : eOMOAOHA XXX B 4
ovojj.« An 529, 15 : Onomata An 529, 17
oM XXVI 29/30; LI B 6-8
WXVTQ/.piTOp
1. Gottvater:
nANTCDKpATtrjp XXVIII 4/5;
XXX A 5. B 2
nxNTCDKpATop An 529, 5
2. Dämon:
nANTCDKpATCDp XXVIII 4/5
r.api K 192 Frg. 5
rcapaSaso? : nApA-j-COC XLIV 4/5
™ P ore«X£Tv XVII 2. 10; XIX 4; XXVII 6;
XXVIII 2/3; XLV 1; XLVI 11;
K 192 Frg. 4; K 842; K 3085*3;
K 7114 * 2
jcsipaufAo; : mpACMOC XXVI 28/29
mtiteueiv : niCT6Y[6 XLVI 6; GAni-
CTeyiN L 4
rdvni XXVI 12; L 4
jtXsrata : nAATlA L 8
1. HI. Geist:
ÖnI XXIV 2; XXX B 10
nN[[MN]]HYMA XLV 33/34
2. Dämonenbezeichnung:
riNA XXVI 30; XLV 2
3. = Geist:
nUÄ XLV 23
wSXts : Edessa (XXVI 8. 19); XLVI 25;
L 3 : Jerusalem XLV 17 (moAic
TnOAlC)
jtpscrj3s{*i; : npecßiAic XVI 26/27; vgl. I
Frg. 2, 3
TCpcCjßutEptOV : tJj XVI 30
Trpoaipscns : np026p6ClC XXVI 13/14
sjaXjn'Ceiv XXXIV 3
axvjvvi : crHNH K 7081 v 7
aniXXav : CKY A ^ H XLVI 14
ao:pta : COe|>[lA XLIII 4/5
ataupo? XIX 5
araupouv : C(TAyp)OY XIX 4 ;
(XXX B 2)
(jnjpiffov : CT6lplCO[N XVI 20
tT!pp«yt£ew K 192 Frg. 7
<j<ppay[; : cnpAKic XLV 32
cw.ua XLIII 23
awTrjp : ca>[THp XXX B 2
x« x i : taxh XXV 21; XXX A 8 :
TAKXH LI A 6
Ta£j xayü ; TAXH TAXH XVII 9. 17;
XIX 9; XXV 18/19. 28/29. 35/36;
XXVI 41; XXVII 8; XXVIII 9;
XXX A 8; XXXVI 2; XLIV 9;
LH 10: K 842; K 10 208; K 10 443 :
TAXI taxh XLIV 18/19
zeovixpti XVI 28
n^ XLV 32
töv : XXIV 9 : Tayn K 10 208
totto; XLI 2 ; An 529, 10 : A.OYHOY
K 10 208(?)
ioü XXIV 11
rpi4 XXVI 35
TtSv XVI 27. 30
«pappaxEta : <j>ApMArtA XLV 22
tppoupfjdov XVI 21
cpuXoumjptov XVIII 8/9 : K 10 364 v 1
<p6X«?ov : K 10 208 : (JjIaaxon XVI 19
otuvTj (?) : <|>cdnh XXX A 6
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 91
X"«pav K 192 Frg. 3 ; L 2
X«p?£tv XLIII 19
Xpta-o^ : xpiCTOyc XLV 24. 44 : Kxpt-
CToyc XLV 12. 25/26. 32/33. 35
JAPK K192 Frg. 5; XXX B 9; XXXIV 4; X<Äp " LH 2
XLIII 24 «i,^ XLin 22
c) Lateinische Worte.
Cursor : ko P co Y m XLV 18 (Rufus : 2 P o Y 4>oc LH 1)
d) Ungedeutetes.
AAAcue LI B 10
A]ccoyx \ccä LI B 10
6K6H epiM XLIV 5/6
eirni XVIII 11
oeiN XXVII 6
KANOYHU) T6I XLIII 15
kac LI A 7
nAepe rec-ANeai XLIV 7
Y^Y Y M Y XLV 8
GÜ3U) XX 2
e) Zauberformeln und Sprüche, die als solche Verwendung fanden.
AAAAAAA K 192, 3
Akramachamari(?) XXXV 5
AA<|>A AA(}>A XIX 7
AA<J>A A6CÜN <J>OMH ANHp XVIII 4L;
XIX 7; XXVIII 11 f.
HA HA USW. XL 3 ff.
Kreuzesworte (eAcue usw.) XLV 3
pAMXK OYAPAMAK XXXV 4
Satorformel XIX 1. 81'.; XXIV 7/8;
XXVIII 10: XXXVI 3; XLV 45;
XLVII; An 194 a. b
OtDAAA BtDAAA MtDAAA U. ä. XV 7;
XXVII 1/2
Vokale, die 7, XXXVIII 13; XL 5;
XLV 7
Zauberworte XXXV 4; XL 7/8; XLV
42/43; LI A 4/5. B 1 ff. - K 3085
3. Sprachliche Besonderheiten, neue Schreibungen.
a) im S:
b) im F:
aok = epOK XXX A 7
oy statt o und cd
inXLV: boya(17), bcda 6boya(22), ax Y^ (= AAoycy) XLIII 2
ANoyK (29), mmoyc (27), MoyK nKTG ' NM XL1V 2
(= mmok) 1 pasa.
in LI: xoyoYKe (B 7)
PA2T 'Wunde" XVII 5
CDACUK = CD P K XLIV 11/12 : CDACDOK
XLIV 1
tyeiAt = cyAipe S : cyeeipe A XLIII 9
NX6K66C XLIV 5. 15
xi = Tcyeepe XLIV 8. 17
92
Viktor Stegemann.
4. Kürzungen.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyms Erzh. Rainer.
93
xp K 192 Frg. 3 : XpxArrexoc
ey XXIV 1 1 : ÖeoS
ey LI B 10 : QuaE«
IC "XC s. Stellen zu Jesus Christus im
Index 1 c : -yc XVI 3
k XVI 30 : st«
KC XXIV 9 : xüpw?
nriA Stellen s. v. jivsöjjux im Index
Graecus
ljl s. Stelle im Index Graecus s. v.
TCQEaßirepo;
TyM XVI 30 : Suvajj.eij
^f XXVI 22. 37; Li: nr-joyTe (F)
xpc XXVI 37; ■xic XVIII 9 : xforrij
XC XXV 38 : 75c XXXVI 1 ; XLII 1 ;
XLUI 10. 19. 26 : xoeic
qe XXV 38 : o^v
5. Bibelstellen.
Gen. 1,27: XLIII 11
Deut. 28. 2 : XLIII 21
Ps 17, ii : XLIV 3
Ps 40, s : XLIII 22
Ps 90, 4 : XLV 34
M : XXX B 6
Ps 102, a: XLIII 22
Ps 109, i : XLII
Jos. 4,io : XLIII 5
Hab. I,i2 : XLIII 10 f.
Math. 4, 2 3 : XXV 30
6, 13 : XXX B 8
Luk. 19, i4 : XLVI 20
Joh. 3. is : XLVI 8
11,27 :XLVI 6
1. Thess. 1, 12 : XXX B 7
2. Thess. 5,23 -.XLIII 22
1. Tim. 6, 12 (is): XXX BS
6. Verzeichnis der Texte nach ihrer mutmaßlichen
Chronologie.
IV. Jahrh.: IV(9), VIII{?)
IV./V. Jahrh.: L
V. Jahrh.: XXV, XXVI
V./VI. Jahrh.: -
VI. Jahrh.: —
VI./ VII. Jahrh.: XLI1(?), XLV
VIT. Jahrh.: V
VII./V1II. Jahrh.: I
VIII. Jahrh,: -
VI1I./IX. Jahrb.: —
IX. Jahrh.: II, XXIII, XXXI(?)
IX./X. Jahrh.: XXIV, XLI
X. Jahrh.: III, X (?), XIII, XVI,
XVII, XIX, XXIV, XXVIII, XXX,
XXXII (?), XXXIX (?), XLVI
X./XI. Jahrb.: X(?), XI, XV, XVIII,
XX ; XXI, XXvII, XXXII (?),
XXXIV, XXXVII, XLIII, XLIV,
XLVII, XLV III, IL, LH, Uli
XL Jahrh. : X (?), XIV, XXII, XXXII (?),
XXXIII, XXXV, XXXVI, XXXVIII,
XIj
XI./XII. Jahrh.: LI
7. Nachweis über die Veröffentlichungen der sonstigen
koptischen Zaubertexte.
(Die Nummern meiner eigenen Zählung sind hier weggelassen.)
Bezeichnung
des Textes
Aberdeen
An 529
Bodl. Mc C(P) 4
Florenz
Frbkb coli. Nr. 10
Freer Nr. 593 (u.ff.)
Kay 10 391
Heid 500/501
Heid 518
Heid 1680
Heid 1083
Heid 1681
Kairo 45 060
„ 49 547
Leid
Lichacew
Milnch
Or 1013 A
„ 4714
* 4721(5)
„ 5525
„ 5899(1)
„ 5986
Benutzte Ausgabe
Cbum, Recueil . . . Champollion
1922, 539 f.
Pkeisekdahz, Griech. Zauber-
papyri II 181 (bearb. Kropf)
Crüm, ÄZ 34 (1896) 85-89
PjätLBcmwi, Sphinx 10,156—159
Worreia S. 323 ff.
Wobrell, Am. Journal of Se-
mitie Lang. vol. 46 (1929/30)
239-262
Kropp I M
unveröffentlicht
Kropf I K
Paol Giuard, Annales du Ser-
vice tom. 27 (1927) S. 62-68
Pleyte-Boeser S. 441 ff.i
Lemm, Kopt.Mise.Nr.50 S. 101 ff.
IIengstkkberg, Beiträge zur
Forschung, Studien . . . Anti-
quariat FtOSENTHAL 1914, 95
-100
Ehman, ÄZ 33 (1895) 132-135
Crüm, PSBA 1897, 210—218
CBM Nr, 525
Kropf I C
CBM Nr. 1007
CBM Nr. 1224
Übersetzungen
a.a.O.; Kropf II Nr. 67
a. a. 0.
a.a.O.; Kropf 11 Nr. 71
a.a.O. S. 381; Kropf II
Nr. 35
a. a. O.
Kropf II Nr. 14
Kropp II Nr. 13
» U „ 31
Die Übersetzungen s. bei
Kropf II 8. XV im
Textverzeichnis
Kropf II Nr. 70
a.a.O.; Kropf II Nr. 69
a.a.O.; Kropf II Nr. 5
a.a.O.; „ II „ 39
Kropp II Nr. 20
» II „ 48
Zah,unl/dts?oLT ht "^ F °' ia ' SOml6rn d!e SeiteD ( ° hne BÄC ^ **
94
Viktor Stegemann.
Die koptischen Zaubertexte der Sammlung Papyrus Erzh. Rainer. 95
Bezeichnun
y
des Textes
Benutzte
Ausgabe
Übersetzungen
Or 5987
i
Kropf I D
Kbopp II In
r r. 43
„ 6172
CBM Nr. 1223
»
II
„ 73
„ 6794
Kropp I E
r>
II
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„ 6795
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n
II
, 30
„ 6796(1.2.3)
I
, I G
n
II
, 40
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IV
n I Hl
n
II ,
29
„ 6796(4)
» I J
u
n ,
15
„ 6948(2)
Crom, R ecueil .
. . Champollion
a. a.
O.; Khopp II Nr. 54
1922, 5421'.
Oxf. MeC(P)4
Crüm, ÄZ 34 (1896) 85-89
3i. 3p.
<X; Kbopp II Nr. 71
P 880
BKU I 28
„ 5527
„ I 23
Kropp II N
r. 44
„ 5535
> I 24
n
II
61
„ 5565
. I 22
n
II
4
„ 8105
Kropp III S. 132, 1 (unvollst.)
„ 8109
BKU I 25
„ 8313
■ I 1
Kropp 11 Ni
\ 17 u. Nr. 3
„ 8314
BKU I 3
n
II Ni
. 8
„ 8315
» I 11
»
II
12
„ 8316
„ I 21
„ 8317
» I 19
Kropp II Nr
. 63
„ 8318
„ I 8
»
n „
33; (63)
„ 8319
n I 9
B
n -,
37
„ 8320
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M
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, 8321
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, 8322
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M
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54
, 8324
* I 18
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II „
58
, 8325
* I 4
»
II „
10
8326
* I 10
»
II *
36
8327
» I 6
o
II „
42
8328
* I 12
»
II „
53
8329
„ I 15
»
AI n
56
8330
„ I 17
»
II „
59
8331
„ I 16
»
II „
57
8332
„ I 20
»
II „
63
8333
„ I 14
n
II „
55
8503
unveröffentlicht
II „
75
10 587
«
»
II „
72
Bezeichnung
des Textes
P 11347
Bossi
Kyl. 100
Benutzte Aasgabe
unveröffentlicht
Kropf I R
Cedm, Catal. of the Coptic Mss.
in the John Rylands library
at Manch, unter den vor-
stehenden Nummern
Übersetzungen
„ 101
„ 102
„ 103
» 104
»
„ 105
„ 111
Straßb.
ms. copte 135
Crom, Recueil . . . Champollion
1922, 541
T. S. 12, 207
(Cambridge)
Crom, PSBA 24 (1902) S. 329
und ebd. 25 (1903) S. 89
Kropf II Nr. 34
» II „ 47
a. a. 0. ; Kropp II Nr. 49
» II „ 62; 63
a.a.O.; Kropp II Nr. 26
a. a. Ü. ; Kropp II Nr. 50
a. a. O.; vgl. Kropp II
S. XIV im Verzeichnis
der Texte
a. a. O.
a.a.O.; Kropf II Nr. 68
a. a. O. ; Kropp II Nr. 74
Nachträge.
S. 28. Zu Nr. L vgl. y. Dobschütz, a. a. O. 446 f.; Kropp II 77.
S. 34. Am Ende des Kommentars zu XVI füge an: Vgl. Tischenborf, Apoc. apocr.
p. XXIX; s. a. Kommentar zu Nr. XXI.
S. 36. Zu Nr. XVIII 12: ccdaimam ist arabisierende Form für Salomo vgl
coyaximxn, «dagmxn bei G. Heuser, Die Personennamen der
Kopten I 112. 114.
S. 39. Zu Nr. XIX 6 Komm, bemerke ich, daß G. Heuser, Die Personennamen I
125 n. aus CBM 530, 24 ripAJHy notiert. Er möchte die Worte ver-
binden und das Ganze als Namen aufgefaßt wissen. Ich bezweifle
dmse Erklärung, solange sie nicht mit mehr Belegen erhärtet werden
kann (wie es z. B. für die Zusammensetzungen mit AnA und ama
geschehen ist, s. ebenda S. 95 u.).
S. 44. Zu Nr. XXV 18 Komm. Namen auf -h Y (aaah Y n. a.) als Männernamen
bei G. Heuser, Die Personennamen S. 53.
96 V. Stegemann. Die kopt. Zaubertexte d. Samml. Pap. Erzb. Rainer.
S. 49. Zu Nr. XXVI 38 Komm. Zur Erklärung des Namens rABpiAix vgl. die
Vermutung Heusers, Personennamen I S. 108.
S. 57. Zu Nr. XXXIV 1. Auch einer der Heidelberger Texte (1681 [41] 20) ver-
wendet eine ähnliche Schutzformel: -f-oyxApic rieq nneMTA 6baa
MIXAHA A2€p ATOy 210yNAM MAI (= MMOl).
S. 63. Zu Anm. 1. Der Text ist auch in GZP II P 17 (S. 206) abgedruckt.
Zu Nr. XLIII 4/5. Vgl. Dan. 2, 23 oot 6 6so; tüv Tra-Ipo« \iov IJojxoXoyoup-at
x«t «ivü, ott so^iav x«l 8üvajj.tv 5e5co»x( fioi. Vgl. ebenda V. 21.. — Zu
Zeile 11 ff, ist zu bemerken, daß die zugrunde liegende Bibelstelle
in der apokryphen koptischen Literatur auch vorkommt, vgl. Büdqe,
Apocr. S. 62 Zeile 14 v. u.
STEGEMANN, Die kjpiischcn Zaubertexte.
f
I
fAFEL I.
Abb
I. An 191 [108] Recro « XLV Z. 1—3!
12,5 : 13,5.
Ä
«^c-*»!* 5 ** 1
Abb. 2. An 191 [108] Verso = XLV Z. 39-44. 5.: 5,8
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Philosophisclvllistorische Kfa«<> 1QWU t Akt,
STEGEMANN, Die koptischen Zauberte,
TAFEL II,
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1
J
Abb. 1. An 201 [115] == LH. 6,8 : 6,9.
v*-*.
^ - j 1 - 1 ' ^^^^-^ *.^
sr#-' '•
ff&^p¥?}ff*'-
Abb. 2. K 8664 [94] = XXIV. 7 : 7,1.
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Philosophisch.historische Klasse. 1933/34. 1. Abb.
""
STEGEMANN, Die koptischen Zaubertexte.
TAFEL m.
Abb. 2. An 190 [107] Recto = XUV. 11,6 , 13,
Abb. 3. An 195 [113] -= L. 3,8 : 4,3.
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
rni]osophisch*historische Klasse. 1933/34. 1. Abb.